Navigation überspringen »
Navigation ausblenden
Benutzer:

Passwort:

automatisch einloggen

Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Steckbrief Gemeine Rosskastanie

wissenschaftlicher Name Aesculus hippocastanum

Bienenweide  Heilpflanze  Giftpflanze 
deutscher Name Gemeine Rosskastanie
   
Familie Seifenbaumgewächse
(Sapindaceae)
Gattung Aesculus
Art hippocastanum
andere Formen/ Varianten Gelbe Rosskastanie (Aesculus flava)
Rotblühende Rosskastanie (Aesculus x carnea)
Herkunft einheimisch
Giftigkeit leicht giftig (Details »)
   
Wuchshöhe [?] 4-14-36
Fruchtart Kapselfrüchte
Wurzelsystem Herzwurzler
Gartenwert [?] 1,2,3
Frosthärte [?] –24°C bis –28°C
Holzwert [?] 3,4
   
Geschlecht eingeschlechtlich
zwittrig
Häusigkeit einhäusig
Bestäubung Fremdbestäubung
Tierbestäubung
   
Blattanordnung   gegenständig
Blattaufbau zusammengesetzt
Blattform gefingert
weitere Merkmale Fiederblätchen regelmäßig doppelt gesägt
   
Blütezeit  
J F M A M J J A S O N D
Fruchtreife  
J F M A M J J A S O N D
Blatt
Blatt von Aesculus hippocastanum Gemeine Rosskastanie
Blatt Rückseite
Blattrückseite von Aesculus hippocastanum Gemeine Rosskastanie
Herbstfärbung
Herbstfärbung von Aesculus hippocastanum Gemeine Rosskastanie
Borke
Borke von Aesculus hippocastanum Gemeine Rosskastanie
Blüten
Blüten von Aesculus hippocastanum
Früchte
Früchte von Aesculus hippocastanum
Habitus
Habitus/ Gestalt / Äußere Form von Aesculus hippocastanum
Schattenriss
Schattenriss von Aesculus hippocastanum
Skizzen mit freundlicher Genehmigung von Manfred Müller-Berg
Knospe
Knospe von Aesculus hippocastanum
Endknospe
Endknospe von Aesculus hippocastanum
Zweig
Zweig von Aesculus hippocastanum
Habitus im Frühjahr
Habitus im Frühjahr Aesculus hippocastanum
Samen der Kastanie - Kastanien
Samen der Kastanie - Kastanien Aesculus hippocastanum
Reife Frucht
Reife Frucht Aesculus hippocastanum

Beschreibung - Gemeine Rosskastanie

Vorkommen

Ursprünglich aus den Balkanländern stammend, mittlerweile in Mitteleuropa eingebürgert.

Erscheinungsbild

Sommergrüner, bis 25 m hoher Baum.

nur als Baumsommergrün

Blätter

Winterknospen sehr groß, bis 3 cm lang und 1,5 cm dick, dunkelbraun-rötlich, sehr klebrig. Blattstiel 10-20 cm lang, am Grunde keulig verdickt. 5-7 Fiederblättchen bis 25 cm lang und 10 cm breit, die mittleren erheblich größer als die randständigen, vorne mit schlanker, aufgsetzter Spitze. Oberseits stumpf dunkelgrün, unterseits etwas heller, kahl. Das Herbstlaub ist schön goldgelb bis braungelb.

Borke/Rinde

Graubraun, grobrissig, schuppig.

Blüten

Blüten zahlreich in aufrechten, rispenartigen Blütenständen von pyramidalem Umriß, bis 30 cm hoch. Einzelblüten zwittrig oder männlich (letztere vor allem an der Spitze des Blütenstandes). Krone fünfzählig, weiß, mit rundlichen, lang genagelten Kronlättern, in der Mitte mit hellgelbem, später orangeroten und tiefroten Farbmal. 5-9 Staubblätter, die die Krone überragen. Blütezeit: April bis Mai

Früchte

Fruchtknoten zur Reifezeit eine 5-7 cm große, kugelige, grüne Stachelkapsel mit 1-2 rundlich-abgeflachten, glänzend rötlich-braunen Samen (Kastanien). Ungenießbar und leicht giftig. Trägt Früchte ab September.

Giftigkeit

leicht giftig: Giftige Pflanzenteile: Samen (Samenschale, schwach), Frucht unreif (schwach).

Bei Vergiftungen kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Unruhe, Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen.

Giftig für: Mensch

Verwendung allgemein

Der Baum liefert nur geringwertiges Holz. Es wird verwendet für Schnitzarbeiten und als Blindholz in der Tischlerei.

Verwendung medizinisch

Kastanienpräparate wirken entzündungshemmend und ödemausschwemmend. Aus der Rinde wird das UV-B absorbierende Aesculin gewonnen (Verwendung in Sonnenschutzmitteln.

Findet Verwendung in in zahlreichen Präparaten gegen Beschwerden bei chronischer Venenschwäche (Schwellungen in den Beinen, Krampfadern, Hämorrhoiden). Ist häufig Bestandteil von Präparaten gegen Durchblutungsstörungen, Muskelprellungen und Frostschäden.

In der Homöopathie verwendet man die Inhaltsstoffe bei trockenen Katarrhen im Nasen- und Rachenraum, Hämorrhoiden und Unterschenkelgeschwüren.

Standortbedingungen

Keine besonderen Ansprüche, bevorzugt frische bis feuchte, tiefgründige, nährstoffreiche Böden, schwach sauer bis alkalisch.

Empfindlich gegenüber Bodenverdichtung, verträgt vorübergehende Trockenheit gut, bevorzugt sonnigen bis absonnigen Standort sehr frosthart, nicht rauchhart, nicht salzverträglich, spätfrostgefährdet.

Vermehrung

Vermehrung durch Samen oder bei einigen Klonen und Hybriden durch Propfung.

Bedeutung

In der Mythologie spielt die Kastanie keine große Rolle, da sie erst sehr spät (in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts) aus Konstantinopel nach Mitteleuropa kam.

In Norditalien gilt die Kastanie als Medium zwischen der Anderswelt und dem Menschen. Nach der Überlieferung teilen Vögel die Botschaft der Geistwesen den Menschen mit.

Kastanien können eine enorme Hitze entwickeln. Wo Kastanien lagern, erhöht sich die Raumtemperatur spürbar. Vielleicht stammt daher der alte Volksglaube, dass man zur Vermeidung von Gicht oder Rheumatismus eine Kastanie in der Hosentasche mit sich tragen oder etliche unters Bett legen soll.

Krankheiten

Die weißblühende Rosskastanie ist anfällig gegen Befall durch die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella).

Wissenswertes

Teilweise wird der vorangestellte Begriff "Ross" als Synonym für "unecht" gedeutet, da die Früchte für Menschen ungenießbar sind. In der Türkei z.B. werden die Samen an Pferde verfüttert, auch hierdurch könnte der Name "Ross"-Kastanie entstanden
sein.
Weder Ross- noch Edel(Ess-)Kastanie sind ursprünglich in unserer Region heimisch, mittlerweile aber eingebürgert. Eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen beiden Baumarten besteht nicht: während die eine in die nach ihr selbst benannten Familie der Rosskastaniengewächse gehört, rechnet man die andere zu den Buchengewächsen. Die prächtigen Blüten werden vor allem von Bienen und Hummeln aufgesucht. Das auffällige Farbmal in der Blüte steht ganz im Dienst der Bestäubungsbiologie: nur Blüten mit gelbem Farbmal werden angeflogen, weil die Blütengäste hier Nektar antreffen. In ziegelroten oder karminroten Blüten sind die Nektardrüsen funktionslos geworden. Diese Blüten werden von den Insekten ausserdem auch gar nicht mehr wahrgenommen, denn Bienen und Hummeln sind rotblind. Der Farbwechsel der Blüte regelt somit wie eine Ampel den Flugverkehr. Die rote Rosskastanie ist ein Bastard. Elten sind die weißblütige gemeine Rosskastanie und die nordamerikanische, rot blühende Pavie (Aesculus pavia). Die Pavie ist ein Großstrauch oder kleiner Baum von 6-8 m Höhe. Sie wird in Mitteleuropa nur selten angepflanzt. (beheimatet im östlichen Nordamerika). Die Fiederblättchen sind im Gegensatz zur gemeinen Rosskastanie - dort zur Spitze hin - in der Mitte am breitesten und die Früchte kaum bestachelt. Während die gemeine Rosskastanie seit einigen Jahren von einer Miniermotte befallen wird und ihre Blätter vorzeitig vergilben, bleibt die rote Rosskastanie von diesem Schädling verschont.

- Quellenangaben und verwendete Literatur

Gemeine Rosskastanie: Detailmerkmale Baum Bestimmung
(Aesculus hippocastanum Baum Details, 0002)