ein poetisches Rätsel

Baumrätsel

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Windflüchter
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ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 15 Jan 2019, 22:38

Hallo zusammen,

um euch die Wartezeit bis zum nächsten WER etwas zu versüßen, hab ich den Dichter in mir raus gelassen und hier ein etwas anderes Rätsel für euch. Hier gibt’s die Bilder jedenfalls erst bei der Auflösung, ich glaube aber trotzdem, dass die Meisten hier recht schnell die Lösung finden. Gesucht wird jedenfalls nicht nur eine Art, sondern ein ganz bestimmter Baum. Wie ihr es gewohnt seid, Antworten bitte nur als PN! Die Auflösung mit ein paar Bildchen gibt es dann am Freitag wenn das nächste WER ansteht.

Und nun das Gedicht zur Aufgabenstellung:

Wer bin ich?

Ich bin alt, man muss mich schon tragen,
sonst würd ich nicht mehr zum Himmel ragen.

Innen hohl von außen grün bedeckt,
find ich´s eingezäunt auch ganz nett.

In meinem Beisein wurden Menschen bestraft,
hängend am Strick, bis in den ewigen Schlaf.

Ich bin nicht besonders hoch dafür aber dick,
und ehrlich gesagt auch nicht mehr so fit.

Trotzdem atme ich weiter und das tut mir gut,
man hegt und pflegt mich mit sehr viel Herzblut.

Steine wurden vor mir gelegt, es sind an der Zahl acht,
dazu noch ein Tisch, so wird an alte Zeiten gedacht.

Temnothorax Arten finden in meinen Früchten ein Haus,
es sei ihnen gegönnt für andere Tiere sind sie ein Schmaus.

Ein kleiner Hinweis und eigentlich sollte es klar sein,
ein Baum wird gesucht und der ist nicht klein.


Viel Spaß beim rätseln und schöne Grüße,
Windflücher

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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 16 Jan 2019, 00:03

Die ersten Glückwünsche gehen raus an bee, es war natürlich sofort ein Volltreffer :wink:

Windflüchter
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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 16 Jan 2019, 17:12

Als nächstes darf ich Paulownia beglückwünschen, er hatte mir bereits heute Vormittag die richtige Lösung geschrieben.

Herzliche Glückwünsche auch an Babs und Yogibaer, die beiden haben mir ebenfalls den gesuchten Baum nennen können.

Schöne Grüße,
Windflüchter

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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 18 Jan 2019, 16:53

Hallo zusammen,

wo sind die restlichen Rätselfreunde? Wo hakt es vielleicht, oder soll ich doch einen Tipp geben oder Fotos reinstellen?

Ich befürchte eine Foto des Baumes würde das Rätsel allerdings sofort lösen, deshalb gebe ich einen Hinweis und grenze den Standort etwas ein. Der Baum steht in NRW ;)

Zwei Bilder habe ich jetzt aber doch noch als Hinweis:

Zum einen dieses Bild vom Standort (den Baum habe ich natürlich mit einem hellen Schein verdeckt).
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1_2.jpg (172.04 KiB) 372 mal betrachtet
Als zweites hätte ich noch diese Bild von einer Allee gebildet aus 9 Esskastanien (Castanea sativa), drei nördlich und sechs südlich, welche sich in direkter Nachbarschaft zum gesuchten Baum befinden und ebenfalls hier im Register eingetragen sind.
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Ich warte noch bis zum späten Abend bevor ich das Rätsel auflöse und hoffe bis dahin noch auf weitere Lösungsvorschläge.

Schöne Grüße,
Windflüchter

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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 18 Jan 2019, 17:50

Weitere Gratulationen gehen raus an stefan und LVC :D
Zuletzt geändert von Windflüchter am 19 Jan 2019, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 18 Jan 2019, 23:49

Auch Spinnich darf ich noch beglückwünschen :wink:

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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Windflüchter » 18 Jan 2019, 23:59

Nun wollen wir das Rätsel mal auflösen.

Gesucht würde die Femeiche in Erle (Raesfeld) im Kreis Borken.
Hier mit der Registernummer 66 zu finden.
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Das Alter dieser Stieleiche (Quercus robur) wird unterschiedlich angegeben und schwankt zwischen 600 und 1500 Jahren, jedenfalls gehört sie zu den ältesten Eichen Deutschlands. Lt. Bernd Ullrich, Stefan Kühn, Uwe Kühn: Unsere 500 ältesten Bäume: Exklusiv aus dem Deutschen Baumarchiv. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München 2009, ISBN 978-3-8354-0376-5 ist die Femeiche sogar die älteste Eiche in Deutschland.

Vor über 200 Jahren hat man das morsche Holz aus dem Stamm entfernt und die Eiche ist seitdem hohl. Weil das Kernholz fehlt ist auch eine Datierung ihres Alters so schwierig.
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Der Baum wird schon seit vielen Jahren intensiv gepflegt. Laut dem Flyer zum Baum wurde er bereits 1892 abgestützt und es wurden später auch noch Eisenringe angebracht um die Stammteile zusammen zu halten, wobei einer der Ringe 1965 wieder entfernt wurde, da dieser Saftbahnen des Baumes abschnürte.

Ihren Namen verdankt die Femeiche der Tatsache, dass unter ihr im Mittelalter, nachweislich bis zum 16. Jahrhundert, Femegerichte (Feme= Gericht, Strafe) abgehalten wurden. Wurde ein Angeklagter bei schweren Verbrechen wie z.B. Mord, Raub, Brandstiftung oder Meineid für schuldig gesprochen, gab es die Todesstrafe durch erhängen am Strick.

Der Heimatverein Erle stellte 2006 das Freigericht nach, indem acht Findlinge im Halbkreis um einen Richtertisch platziert wurden. Die Findlinge symbolisieren die Freischöffen und auf dem Richtertisch des Freigrafen liegen Schwert und Strick aus Bronze. Es werden dort regelmäßig Rollenspiele veranstaltet.
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„Vrien Stoel tum Assenkampe“ so wurde damals das Femegericht genannt.
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Wer noch mehr nachlesen möchte, hier noch ein paar Links:

https://de.wikipedia.org/wiki/Femeiche
https://www.monumentaltrees.com/de/deu/ ... 1010_erle/
http://www.ausflug-am-sonntag.de/nordrh ... e-erle.htm
https://www.raesfeld.de/magazin/artikel ... &artikel=9
https://www.monumentale-eichen.de/nordr ... alen/erle/

Vielen Dank fürs mitraten und schöne Grüße,
Windflüchter

Piru
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Re: ein poetisches Rätsel

Beitrag von Piru » 20 Jan 2019, 17:57

Toller Baum und tolle Geschichte!

Da hätte ich ja nur in meinem Buch blättern müssen :roll: :lol:

Vielen DANK!
Viele kleine Leute,
die viele kleine Schritte tun,
gestallten unsere Erde neu!

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