Nothilfe für vergifteten Ahorn

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Rumpelstilz
Beiträge: 3
Registriert: 14 Jul 2011, 04:17

Nothilfe für vergifteten Ahorn

Beitrag von Rumpelstilz »

Hallo,
einer meiner Nachbarn hat mehrere meiner bis zu 50 Jahre alten Bäume (Ahorn etc) zu töten versucht. Es wurden mehrere tiefe Löcher in die Stämme gebohrt, und danach irgendeine chemische Substanz eingebracht. Auch wurde die Rinde ringsrum einsägt. Nach 2 Wochen gehen nun schon die ersten Blätter ab. Gibt es eine Art Nothilfe, bzw kann man etwas machen falls ein Unkrautvernichter verwendet wurde?
Danke, Rumpelstilz

Binsk
Beiträge: 115
Registriert: 20 Jan 2010, 17:51
Wohnort: NW-CH

Beitrag von Binsk »

Ob du da was machen kannst, weiss ich nicht. Du hast ihn aber hoffentlich angezeigt?

JohnDoe
Beiträge: 455
Registriert: 11 Mai 2007, 13:32
Wohnort: A 3500 Krems

Beitrag von JohnDoe »

Engl. als drill-n-fill bezeichnet, werden die Bäume angebohrt um Glyphosat unverdünnt in die Löcher einzubringen. Eigentlich reicht das Anbohren bis zum Kambium.

Manchmal wird die Rinde einfach bis zum Kambium geöffnet und dort unverdünnt Pflanzengift aufgebracht.

Die Ahorne haben sich in den letzten zwei Wochen bis in die Wurzelspitzen vergiftet. Es gibt keine Hilfe mehr, leider.

Gata
Beiträge: 1282
Registriert: 06 Jul 2009, 10:37
Wohnort: Spanien

Beitrag von Gata »

Ich würde mir auf jeden Fall gute Bilder vom Schaden machen, vielleicht kannst du sie noch brauchen.
Ich würde mir eine Anzeige gegen "unbekannt" überlegen.

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LCV
Beiträge: 9197
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
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Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Sachbeschädigung + Hausfriedensbruch.
Ist kein Kavaliersdelikt.

Gruß Frank

Mahaleb
Beiträge: 853
Registriert: 04 Aug 2008, 16:47
Wohnort: Ruhrtal

Beitrag von Mahaleb »

Bevor hier alle den Staatsanwalt spielen,
ab zum Rechtsanwalt der sich in diesen Dingen auskennt. Hier greifen so viele Dinge ineinander, dass man als Privatperson nur Fehler macht oder etwas wichtiges vergisst.
Dass die Bäume sterben ist das Eine, die finanziellen Folgen sind so vielschichtig, dass wir sie hier kaum abhandeln können. Unter anderem wurde in den Wert des Grundstücks eingegriffen, es kommen Beseitigungskosten hinzu und so weiter... :shock:

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

Einen Sachverständigen hinzuziehen.

Rumpelstilz
Beiträge: 3
Registriert: 14 Jul 2011, 04:17

Beitrag von Rumpelstilz »

Besten Dank an alle Beitragschreiber, auch die pessimistischen :(
Die Anzeige wurde gemacht, die Polizei hat alle Details schon aufgenommen. Habe mich mit verschiedenen Sachverständigen unterhalten und jemanden mit positiven Erfahrungen in diesem Bereich gefunden. Anscheinend hilft es dem Baum, wenn eine leichte Zuckerlösung im Bereich der Baumkrone auf dem Boden ausgebracht wird (auch wenn es lustig tönt). Das hat schon in mehreren Fällen von Drill and Fill mit Unkrautvernichter funktioniert, ev hilft's auch hier. Details kann ich gerne liefern. Warten und hoffen auf neue Blätter im nächsten Jahr... Gruss und danke, Rumpelstilz

Mahaleb
Beiträge: 853
Registriert: 04 Aug 2008, 16:47
Wohnort: Ruhrtal

Beitrag von Mahaleb »

Rumpelstilz hat geschrieben:Anscheinend hilft es dem Baum, wenn eine leichte Zuckerlösung im Bereich der Baumkrone auf dem Boden ausgebracht wird (auch wenn es lustig tönt). Das hat schon in mehreren Fällen von Drill and Fill mit Unkrautvernichter funktioniert, ev hilft's auch hier. Details kann ich gerne liefern. Warten und hoffen auf neue Blätter im nächsten Jahr...
Also das wollen doch sicher einige gerne wissen, wo darin das praktische Antidot liegen soll?

babayaga
Beiträge: 419
Registriert: 18 Sep 2006, 19:20
Wohnort: Sachsen

Beitrag von babayaga »

Also ich könnte mir als sofortige Gegenmassnahme einen Schlauch vorstellen und den Monsanto-Mist rausspülen.

14 Tage später ist dann leider zu spät;-(

Aber versuchs mit dem Baumdoktor, besser als nix. Berichte mal;-)

lg Nancy
'Warum ich?' fragte der Frosch.
'Reine Geschmackssache.' sagte der Storch.

Rumpelstilz
Beiträge: 3
Registriert: 14 Jul 2011, 04:17

Beitrag von Rumpelstilz »

Keinerlei Gegengift. Die Idee darin ist, dass man dem Baum das, was er selber herstellt (nämlich Zucker), es aber nicht mehr kann, abgibt. Das Gift bringt er selber raus. Hier der Link:
https://savingourtrees.wordpress.com/ta ... oned-tree/

Baumfreund123
Beiträge: 12
Registriert: 07 Jul 2011, 12:52

Beitrag von Baumfreund123 »

Mey...das ist unfassbar...kann ich absolut nicht verstehen...und ich dachte, dass es diese unsinnigen nachbarschaftsstreits nur im Fernsehen gibt, aber anscheinend steckt da doch mehr dahinter, als man denkt...

Ich werde es wohl nie verstehen, warum einige Menschen ihre Gehirne ausschalten, wenn es um Streit geht und der Natur schaden....
Zuletzt geändert von Baumfreund123 am 26 Jul 2011, 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
Ihr sagt oft: "Ich würde geben, aber nur dem, der es verdient."
Die Bäume in eurem Obstgarten reden nicht so,
und auch nicht die Herden auf euren Weiden.
Sie geben, damit sie leben dürfen,
denn zurückhalten heißt zugrundegehen.

Gata
Beiträge: 1282
Registriert: 06 Jul 2009, 10:37
Wohnort: Spanien

Beitrag von Gata »

Baumfreund123 hat geschrieben:..., warum einige Menschen ihre Gehirne ausschalten, ...
Ich fürchte, bei einigen ist nicht viel auszuschalten. :roll:

sabine*
Beiträge: 19
Registriert: 21 Okt 2010, 19:52

Beitrag von sabine* »

Hallo Rumpelstilz,

leider gibt es solche Nachbarn immer wieder.
Für ein Rezept gegen unerklärliches Pflanzensterben entlang der Grenze zu meinen "liebenswerten" Nachbarn wäre ich auch dankbar.
Das eigentliche Problem an der Geschichte ist: man weiß genau was passiert ist und wer dahintersteckt, aber man kann es nicht beweisen. Selbst dann nicht, wenn exakt dieser Nachbar sich bereits im Vorfeld über gewisse Pflanzen beschwert hat oder möglicherweise sogar erfolglos geklagt hat.
Ich habe allerdings wenig Hoffnung, dass Deinen Bäumen noch geholfen werden kann: Wenn man erst bemerkt was los ist, ist es längst zu spät :cry:

LG
Sabine

Mahaleb
Beiträge: 853
Registriert: 04 Aug 2008, 16:47
Wohnort: Ruhrtal

Beitrag von Mahaleb »

Hallo Rumpelstilz,

der Link war interessant, mir fehlt da doch einiges, was diese Vorgehensweise untermauert.
Sollte Dein Nachbar tatsächlich Glyphosat eingesetzt haben, unterbindet das Präparat einen lebenswichtigen Stoffwechselvorgang in der Pflanze, ihr fehlt also nicht nur Zucker, sondern auch die Fähigkeit diesen über den Stoffwechsel zu weiteren Bausteinen umzuwandeln.
Ich bin also skeptisch, was dein Vorhaben anbetrifft, was nicht heißt, dass ein Erfolg nicht doch eintreten könnte. Wie bei vielen Dingen kommt es wahrscheinlich auch hier auf die Giftdosis und den Zeitraum der Gabe des Antigiftes ein. Ich denke hier im Forum sind viele gespannt, welchen Erfolg du mit deinen Maßnahmen erzielst.

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