Diesen recht alten Baum hat coulterpine in Werl entdeckt. Die Zapfen sind bis ca. 7 cm lang, sind unsymmetrisch und haben extrem stark ausgebildete Nabel (öder Näbel? ) mit einem verhältnismäßig langen und sehr spitzen Dorn.
Die Zapfen bleiben viele Jahre am Baum und leider sind die Dornen oftmals verwittert. Beim Zapfen rechts ist aber zumindest noch einer gut erhalten.
Leider waren die Lichtverhältnisse nicht vorteilhaft. Aber dieser Baum gehört zu den ältesten und beeindruckendsten außereuropäischen Kiefern, die es in Deutschland gibt - ausgenommen den noch älteren weymouthskiefern.
Was meint ihr, ist das für eine Kiefer?
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stattlicher Baum und "klein" coulterpine daneben
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Rinde
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Die Äste setzen so hoch an, dass kein Foto von einem frischen Nadelbündel möglich war. Aber es ist zu erkennen, dass der Baum 2-nadelig ist.
Oh ... das ist überhaupt kein Quiz. Ich war mir nicht sicher und wollte niemandem den Ratespaß verderben und habe mir daher ein Posting verkniffen. Für eine Rätsel-PM war ich mir hingegen viel zu unsicher.
P. contorta war auch meine erste Idee, doch irritierten mich anfangs zwei Dinge:
a) Mir war der Baum viel zu groß für P. contorta
b) Die Borke wollte so garnicht zu dem Baum passen, den ich kenne (und demnächst mal sicherheitshalber reinstelle) und den ich für P. contorta halte. Auch die Beschreibung in der/meiner Literatur hat keine Ähnlichkeit mit dem Borkenbild.
Punkt a) stellt mitlerweile kein Problem mehr da, da ich gelesen habe, daß es recht großwüchsige Varietäten gibt ... zu denen mir dann allerdings Borkenbilder und/oder -Beschreibungen fehlen. Außerdem habe ich mit den beiden gefundenen großwüchsigen Varietäten - latifolia und murrayana - dann ein Zapfenproblem, bei var. murrayana werden die Zapfen als symmetrisch beschrieben und var. latifolia ist einer dieser "Zapfen öffnet sich erst nach Buschfeuer"-Bäume, von denen ich nicht weiß, ob sie die Zapfen bis zum Buschfeuer am Zweig halten, woduch du - nach meiner naiven Weltanschauung - hättest keine finden sollen ... oder fallen die trotzdem dann irgendwann mal ab ... und gehen die dann auch ohne große Hitze irgendwann mal auf?
Mich irritiert nach wie vor die Borke ... ich dachte schon an eine Hybride, las dann aber, daß Hybriden nur mit P. banksiana bekannt sind, sich intermediär verhalten und das Borkenbild von P. Banksiana paßt ebenfalls nicht.
Edith würde gern noch einen Scherz am Rande anfügen: Mein Meister - nicht gerade ein Freund von Nadelbäumen - würde an dieser Stelle - wie in abgewandelter Form immer, wenn er mich nahezu verzweifelnd bei einem Bestimmungsversuch an Nadelbäumen erwischt - sagen: "Sägt ihn doch um, dann ist es Pinus kompostifolia"
das ist kein Ratespiel-Rätsel, sondern coulterpine und ich sind tatsächlich aus ähnlichen wie den angeführten Gründen verunsichert.
Die Rinde ist m.E. nach ok, da sie von Pinus contorta als feinplattig beschrieben wird, was hier einwandfrei gegeben ist. Die stark unsymmetrischen Zapfen sprechen tatsächlich für Pinus contorta var. contorta, allerdings sind die Apophysen und Dornen doch brutal.
An var. latifolia mag ich auch nicht glauben. Da habe ich Vergleichsmaterial. Die Apophysen sind rundlicher und der Dorn ist ebenso lang, aber weist aufwärts. Und tatsächlich neigen die Zapfen, sich kaum zu öffnen, während die am diskutierten Baum alle geöffnet am Baum verweilen.
Also kurz und klein: Was besseres als Pinus contorta fällt uns nicht ein. Aber für brauchbarere Vorschläge sind wir dankbar.
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........................links: Pinus ???,................................rechts: Pinus contorta var. latifolia
Hier noch einmal die Zapfen der Kiefer in Werl. Gefunden kurz nach dem Sturm Kyril, der einen grossen Ast von dem Baum gerissen hatte. An diesem Ast waren ca. 20 Zapfen.
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Zapfen einer Kiefer in Werl.jpg (39.89 KiB) 1593 mal betrachtet