3 Nadeln im Schaft bei P. sylvestris
Moderatoren: LCV, stefan, tormi, Kiefernspezi
-
wolfachim_roland
- Beiträge: 5605
- Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
- Wohnort: Solingen
- Kontaktdaten:
3 Nadeln im Schaft bei P. sylvestris
Die Anzahl der Nadeln im Schaft wird bei Kiefern als Bestimmungsmerkmal genutzt.
Die Gem. Kiefer, Pinus sylvestris, hat 2 Nadeln im Schaft.
Bei meinen Beobachtungen an jungen Wald-Kiefern im Schwalm-Nette-Gebiet habe ich oft 3, einmal auch 4 Nadeln, in einem Schaft gesehen (s. Foto).
Sie traten an den Triebspitzen auf. Weiter unten waren es dann immer 2 Nadeln im Schaft. Die überzähligen Nadeln am Trieb fallen dann wohl ab.
Die Größe der Nadeln - sie sind oft känger als die für P. sylvestris angegebenen 4-8cm - führe ich darauf zurück, daß es alles Jungpflanzen waren.
Könnten hier auch Hybride ins Spiel kommen?
Bitte um Komnmentare.
Wolf
Die Gem. Kiefer, Pinus sylvestris, hat 2 Nadeln im Schaft.
Bei meinen Beobachtungen an jungen Wald-Kiefern im Schwalm-Nette-Gebiet habe ich oft 3, einmal auch 4 Nadeln, in einem Schaft gesehen (s. Foto).
Sie traten an den Triebspitzen auf. Weiter unten waren es dann immer 2 Nadeln im Schaft. Die überzähligen Nadeln am Trieb fallen dann wohl ab.
Die Größe der Nadeln - sie sind oft känger als die für P. sylvestris angegebenen 4-8cm - führe ich darauf zurück, daß es alles Jungpflanzen waren.
Könnten hier auch Hybride ins Spiel kommen?
Bitte um Komnmentare.
Wolf
- Dateianhänge
-
- 3 Nadeln im Schaft
- Kiefer3.JPG (51.59 KiB) 8166 mal betrachtet
Wolf Roland
Hallo Wolf,
mir sind solche Erscheinungen an der Föhre noch nie aufgefallen. Habe auch keine Erklärung dafür. Vielleicht ganz normal für junge Bäume, ich weiss es nicht.
Ich habe ein bischen nachgeforscht, den einzigen Hybride mit P. sylvestris den ich gefunden habe (bis jetzt) war P. sylvestris x P. uncinata. Beide sind zweinadelig, also schon nicht möglich.
LG Nalis
mir sind solche Erscheinungen an der Föhre noch nie aufgefallen. Habe auch keine Erklärung dafür. Vielleicht ganz normal für junge Bäume, ich weiss es nicht.
Ich habe ein bischen nachgeforscht, den einzigen Hybride mit P. sylvestris den ich gefunden habe (bis jetzt) war P. sylvestris x P. uncinata. Beide sind zweinadelig, also schon nicht möglich.
LG Nalis
-
Roseo-Marginata
- Beiträge: 997
- Registriert: 22 Mai 2007, 22:14
- Wohnort: Düsseldorf
Hallo Wolf,
ich habe da leider auch keine Ahnung, aber eine Theorie. Zur Zeit habe ich das grosse Vergnuegen, mir die Baeume in den Rocky Mountains anschauen zu koennen.
Da habe ich folgendes gelesen ueber die Whitebark Pine, eine Kiefer mit fuenf Nadeln im Schaft. Sie waechst auch in ziemlicher Hoehe. die Trockenheit gleicht sie aus durch nahes Zusammenstehen der Nadeln, sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft und vor allem aus Nebel, bzw Wolken.
Vielleicht haben die Kiefern im Nettetal auf die Trockenheit im Fruehjahr reagiert?
ich habe da leider auch keine Ahnung, aber eine Theorie. Zur Zeit habe ich das grosse Vergnuegen, mir die Baeume in den Rocky Mountains anschauen zu koennen.
Da habe ich folgendes gelesen ueber die Whitebark Pine, eine Kiefer mit fuenf Nadeln im Schaft. Sie waechst auch in ziemlicher Hoehe. die Trockenheit gleicht sie aus durch nahes Zusammenstehen der Nadeln, sie zieht Feuchtigkeit aus der Luft und vor allem aus Nebel, bzw Wolken.
Vielleicht haben die Kiefern im Nettetal auf die Trockenheit im Fruehjahr reagiert?
LG Roseo
Hallo!
Dank Wolfs Hinweis habe ich den Thread hier entdeckt, danke nochmal ^^!
Ja, da beißt sich aber die Katze in den Schwanz, da die fünfnadelige Kiefer die Anzahl ihrer Nadeln nicht variiert, sondern nur an den Triebspitzen häuft.
Ich für meinen Teil habe hier oben in Berlin, trotz des sehr warmen Frühjahrs, auch immer nur 2 Nadeln pro Kurztrieb an den Waldkiefern gefunden.
An meiner Strobe (P. strobus), die ich auf dem Balkon kultiviere (sie ist ein Wildsämling, etwa 5 Jahre alt) konnte ich allerdings folgendes beobachten.
Habe sie ja letztes Jahr umgetopft, und im Mai gedüngt, und dadurch hat sie dieses Jahr erstmals einen Trieb über 5 cm Länge gemacht, und im Juni/ Juli noch kurz nachgetrieben.
In diesem Neutrieb sind die Nadeln zum geringen Teil nur in 3er oder 4er Gruppen, während sie weiter unten (wobei die Nadeln ohnehin nur in den oberen beiden Trieb- Dritteln stehen, das untere Drittel ist kahl) ganz normal zu 5en stehen.
Vielleicht hatten Deine Kiefern, Wolf, ebenfalls einen unverhofften Nährstoffschub zur Zeit der Triebbildung, bei einer Hybridnatur sollten eigentlich alle Nadeln betroffen sein.
Eine Hybride vermutete ich auch bei meiner Strobe, weil die Nadeln betont Richtung Boden hängen, mit fast 10 cm doch ordentlich lang sind, und die Triebe halt im unteren Drittel keine Nadeln tragen. Alle Strobensämlinge im Wald, die zum Teil schon älter als meine sind, haben nicht derart hängende Nadeln. Vom (verwilderten) Friedhof, wo ich den Strobensämling her habe, stand aber keine P. wallichiana, und soweit ich weiß, auch keine P. x 'Schwerinii', muß also eine Strobe sein, die vielleicht etwas speziell auf die gegebenen Standortverhältnisse bei mir reagiert.
Grüße, Andreas
Dank Wolfs Hinweis habe ich den Thread hier entdeckt, danke nochmal ^^!
Ja, da beißt sich aber die Katze in den Schwanz, da die fünfnadelige Kiefer die Anzahl ihrer Nadeln nicht variiert, sondern nur an den Triebspitzen häuft.
Ich für meinen Teil habe hier oben in Berlin, trotz des sehr warmen Frühjahrs, auch immer nur 2 Nadeln pro Kurztrieb an den Waldkiefern gefunden.
An meiner Strobe (P. strobus), die ich auf dem Balkon kultiviere (sie ist ein Wildsämling, etwa 5 Jahre alt) konnte ich allerdings folgendes beobachten.
Habe sie ja letztes Jahr umgetopft, und im Mai gedüngt, und dadurch hat sie dieses Jahr erstmals einen Trieb über 5 cm Länge gemacht, und im Juni/ Juli noch kurz nachgetrieben.
In diesem Neutrieb sind die Nadeln zum geringen Teil nur in 3er oder 4er Gruppen, während sie weiter unten (wobei die Nadeln ohnehin nur in den oberen beiden Trieb- Dritteln stehen, das untere Drittel ist kahl) ganz normal zu 5en stehen.
Vielleicht hatten Deine Kiefern, Wolf, ebenfalls einen unverhofften Nährstoffschub zur Zeit der Triebbildung, bei einer Hybridnatur sollten eigentlich alle Nadeln betroffen sein.
Eine Hybride vermutete ich auch bei meiner Strobe, weil die Nadeln betont Richtung Boden hängen, mit fast 10 cm doch ordentlich lang sind, und die Triebe halt im unteren Drittel keine Nadeln tragen. Alle Strobensämlinge im Wald, die zum Teil schon älter als meine sind, haben nicht derart hängende Nadeln. Vom (verwilderten) Friedhof, wo ich den Strobensämling her habe, stand aber keine P. wallichiana, und soweit ich weiß, auch keine P. x 'Schwerinii', muß also eine Strobe sein, die vielleicht etwas speziell auf die gegebenen Standortverhältnisse bei mir reagiert.
Grüße, Andreas
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Nadeligkeit als Bestimmungsmerkmal
Ja, ich habe da auch so meine Probleme. Ich habe an einer Pinus pinaster an einem Baum zwei und drei Nadeln aus einem Kurztrieb gesehen.
Ausserdem gibt es viernadelige ponderosa und 2 nadelige radiata.
Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Hybriden, sondern um genetische Defekte, die unter Umständen im Laufe der Zeit eine eigene Subspezies bilden könnte oder sogar eine eigene Art.
Speziell bei der Subsektion cembroides gibt es darüber viel Streit, denn da sind gar keine erkennbaren Grenzen zu ziehen, und das Nadelzählen macht als Unterscheidungshilfe wenig Sinn.
Ausserdem gibt es viernadelige ponderosa und 2 nadelige radiata.
Wahrscheinlich handelt es sich nicht um Hybriden, sondern um genetische Defekte, die unter Umständen im Laufe der Zeit eine eigene Subspezies bilden könnte oder sogar eine eigene Art.
Speziell bei der Subsektion cembroides gibt es darüber viel Streit, denn da sind gar keine erkennbaren Grenzen zu ziehen, und das Nadelzählen macht als Unterscheidungshilfe wenig Sinn.
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
-
Cryptomeria
- Beiträge: 9539
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Ich habe den Thread oben von Wolf zur damaligen Zeit nicht mitbekommen. Wir haben im letzten Jahr auf einer Tagung kurz das Phänomen angesprochen, dass bei Sämlingen von Pinus ( es war allerdings nicht silvestris) abweichende Nadelbündel auftreten. Eine Koryphäe antwortete mir, dass sich nach einigen Jahren, wenn die Sämlinge aus den Babyschuhen raus sind, das dann , wie in der Literatur beschrieben, zur normalen Bündelung einpendelt.
Viele Grüße
Wolfgang
Viele Grüße
Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Vielleicht ist die Mehrnadeligkeit der Drang zur Bildung einer größeren Blattoberfläche? Die könnte auch durch ungünstige Umweltbedingungen hervorgerufen worden sein.
Hier wäre interessant zu klären, ob die Mehrnadeligkeit bei den betroffenen Bäumen immer noch vorherrscht oder nun verschwundibus ist.
Leider ist der pinaster-Baum, bei dem ich das beobachtet habe, kurze Zeit später aus Plätzgründen beseitigt worden. Daher konnte ich nicht weiter beobachten.
Hier wäre interessant zu klären, ob die Mehrnadeligkeit bei den betroffenen Bäumen immer noch vorherrscht oder nun verschwundibus ist.
Leider ist der pinaster-Baum, bei dem ich das beobachtet habe, kurze Zeit später aus Plätzgründen beseitigt worden. Daher konnte ich nicht weiter beobachten.
-
wolfachim_roland
- Beiträge: 5605
- Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
- Wohnort: Solingen
- Kontaktdaten:
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
-
wolfachim_roland
- Beiträge: 5605
- Registriert: 08 Jun 2006, 08:53
- Wohnort: Solingen
- Kontaktdaten:
gestern war ich mal wieder im Elmpter Bruch und habe auf Anhieb drei Nadeln im Schaft bei Pinus sylvestris gefunden. Ein Bäumchen war noch sehr klein und hatte 2 solche Besonderheiten am Stamm (siehe Photo), ein anderer Baum mit einem solchen "Ereignis" maß bereits 3m.
Wolf
Wolf
- Dateianhänge
-
- Pinus sylvestris, Elmpter Bruch im Schwalm-Nette-Gebiet. Am Baum sah ich auch einmal 3 Nadeln im Schaft.
- P1020293w.JPG (112.64 KiB) 6529 mal betrachtet
-
- Pinus sylvestris mit drei Nadeln im Schaft - hier 2x im Zentrum zu erkennen
- 3er20284w.JPG (159.41 KiB) 6529 mal betrachtet
Wolf Roland
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
-
Kiefernspezi
- Beiträge: 8539
- Registriert: 12 Jan 2009, 10:08
- Wohnort: Velbert
- Kontaktdaten:
Spontane Mehrnadeligkeit als Ausnahme keine Seltenheit
Bereits bei meinem jungen Pinus radiata Sämling läßt sich bei der Bildung der ersten Sekundärnadeln dieses Phänomen beobachten:
Normal sind 3 Nadeln im Büschel. Allerdings ist auch hier eine Gruppe mit 4 Nadeln zu finden.
Ich denke, dass so eine spontane Mehrnadeligkeit häufiger zu finden ist. Sie setzt sich allerdings nicht durch, sondern bleibt ein häufiges Einzelfall-Ereignis.
Normal sind 3 Nadeln im Büschel. Allerdings ist auch hier eine Gruppe mit 4 Nadeln zu finden.
Ich denke, dass so eine spontane Mehrnadeligkeit häufiger zu finden ist. Sie setzt sich allerdings nicht durch, sondern bleibt ein häufiges Einzelfall-Ereignis.
- Dateianhänge
-
- 3 und 4 Nadeln in einem Büschel bei Pinus radiata
- viernadelig.jpg (26.76 KiB) 5947 mal betrachtet