Hallo,
gerne wüßte ich mehr darüber, wie tief Bäume eigentlich wurzeln und welche Arten von Verwurzelung es gibt.
Bin gespannt auf Infos!
Wurzeltiefe
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Es scheint wohl drei Grundformen von Baumwurzeln zu geben:
Pfahlwurzel, Herzwurzel und Flachwurzel
Die Pfahlwurzel kann man als "Verlängerung des Stammes" in die Erde sich vorstellen, der Herzwurzler hat tatsächlich oft die Form des Organs Herz und der Flachwurzler bildet einen "Wurzelteller" aus, mit Senkerwurzel, die dann in die Tiefe gehen.
Die Ausbildung eines Wurzelsystem hängt wohl von der Bodenbeschaffenheit und -qualität ab.
Und jede grundsätzliche Wurzelform hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die sich dann oft zeigen, wenn ein Baum auf einem Boden steht, der eigentlich nicht wirklich geeignet ist.
Ein Pfahlwurzler (einige Eichenarten, viele Kiefernarten) wird wohl kaum eine Pfahlwurzel ideal ausbilden können, wenn der Untergrund schnell undurchlässig und/oder steinig ist, während sich einige Flachwurzler (u.a. picea abies/Gmeine Fichte) mit ihrem Wurzelsystem sich im Gebirge regelrecht an Felsbrocken festklammen kann und dort sehr sturmfest ist.
Und ich las mal, daß der Bergmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) "nur" über ein sehr flachstreichendes Wurzelwerk - also einen flachen Wurzelteller ausbildet, der kaum tiefer als 1 m reicht, selbst sehr hohe Bäume.
Andere Forummitglieder wissen bestimmt mehr, aber grundsätzlich darf man auch anmerken, daß es zu einfach ist, wenn man pauschal eine "Fichte" als Flachwurzler bezeichnet, denn auch hier unterscheiden sich die Fichtenarten auch darin,d aß die eine oder andere Art tiefer wurzelt als eine andere.
Danke
Pfahlwurzel, Herzwurzel und Flachwurzel
Die Pfahlwurzel kann man als "Verlängerung des Stammes" in die Erde sich vorstellen, der Herzwurzler hat tatsächlich oft die Form des Organs Herz und der Flachwurzler bildet einen "Wurzelteller" aus, mit Senkerwurzel, die dann in die Tiefe gehen.
Die Ausbildung eines Wurzelsystem hängt wohl von der Bodenbeschaffenheit und -qualität ab.
Und jede grundsätzliche Wurzelform hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die sich dann oft zeigen, wenn ein Baum auf einem Boden steht, der eigentlich nicht wirklich geeignet ist.
Ein Pfahlwurzler (einige Eichenarten, viele Kiefernarten) wird wohl kaum eine Pfahlwurzel ideal ausbilden können, wenn der Untergrund schnell undurchlässig und/oder steinig ist, während sich einige Flachwurzler (u.a. picea abies/Gmeine Fichte) mit ihrem Wurzelsystem sich im Gebirge regelrecht an Felsbrocken festklammen kann und dort sehr sturmfest ist.
Und ich las mal, daß der Bergmammutbaum (Sequoiadendron giganteum) "nur" über ein sehr flachstreichendes Wurzelwerk - also einen flachen Wurzelteller ausbildet, der kaum tiefer als 1 m reicht, selbst sehr hohe Bäume.
Andere Forummitglieder wissen bestimmt mehr, aber grundsätzlich darf man auch anmerken, daß es zu einfach ist, wenn man pauschal eine "Fichte" als Flachwurzler bezeichnet, denn auch hier unterscheiden sich die Fichtenarten auch darin,d aß die eine oder andere Art tiefer wurzelt als eine andere.
Danke
Hier einige Angaben aus einem recht dicken Lexikon über Nadelbäume:
Abies alba (Weißtanne):
Sehr tiefreichendes, aber schwach verzweigtes Wurzelwerk. Pfahlwurzel wird schon in der Jugend gebildet, wächst aber nur 40 cm in 10 Jahren in die Tiefe.
Später kommen kräftige Seitenwurzeln hinzu und das Wurzelsystem wird eher ein Herzwurzelsystem.
Abies balsamea (Balsamtanne):
Oft ein sehr flaches Wurzelsystem
Abies concolor (Coloradotanne):
Oft ein sehr dichtes und großes Wurzelwerk, bei verdichteten Böden abe sehr flach.
Abies nordmanniana (Nordmannstanne):
Tiefreichendes Wurzelsystem mit Pfahlwurzel, gilt als relativ sturmfest.
Abies procera (Pazifische Edeltanne):
Bildet keine Pfahlwurzel, erreicht allgemein nicht die Windfestigkeit der Abies alba oder Abies nordmanniana.
Dennoch natürlich nicht automatisch ein Windwurfgehölz
Chamaecyparis lawsoniana (Lawsons Scheinzypresse):
Flachwurzler
Picea omorika (Omorika/Serbische Fichte):
Flachwurzler, wobei tiefer wurzelnd als manch andere Fichtenart und als sehr windfest eingestuft. Kann an windexponierten Orten wachsen, auch Seewind verträgt diese Baumart.
Picea pungens (Stechfichte):
Flachwurzler, aber anscheinend weit weniger durch Windwurf gefährdet wie (angeblich) andere Fichtenarten. Verträgt ebenfalls seewind und kann als Windschutz an Küstenstreifen gepflanzt werden (wird auch getan).
Picea sitchensis (Sitkafichte):
Obwohl Flachwurzler, so dennoch als teilweise sehr windfest erwiesen, für Aufforstungen in Westeuropa genutzt, oft Windschutz, verträgt Seewind.
Kronen an windexponierten Orten oft zerzaust.
Pinus koraiensis (Koreakiefer):
Ein Beispiel dafür, daß es auch flachwurzelnde Kiefern gibt.
Pinus nigra (Schwarzkiefer):
Sehr starkes und intensives Pfahlwurzelsystem, gilt als sehr windfest, kann an Küsten gepflanzt werden.
Pseudotsuga menziesii (Douglasie/ Grüne Douglasie):
Herzwurzler, oft besteht eine Beziehung zwischen der Kronenbreite und die Breite der Wurzeln (Ausdehnung).
Thuja occidentalis (Abendländischer Lebensbaum):
Flachwurzler, in Beständen fusionieren Wurzeln oft und geben mehr Standsicherheit.
Tsuga heterophylla (Westliche Hemlockstanne):
Flachwurzler, auf verdichteten Böden extremer Flachwurzler und dann windwurfgefährdet.
An ihrem Heimatort aber bis zu 70 m hoch werdend und dort kippen sie ja auch nicht bei jedem Windhauch um
Abies alba (Weißtanne):
Sehr tiefreichendes, aber schwach verzweigtes Wurzelwerk. Pfahlwurzel wird schon in der Jugend gebildet, wächst aber nur 40 cm in 10 Jahren in die Tiefe.
Später kommen kräftige Seitenwurzeln hinzu und das Wurzelsystem wird eher ein Herzwurzelsystem.
Abies balsamea (Balsamtanne):
Oft ein sehr flaches Wurzelsystem
Abies concolor (Coloradotanne):
Oft ein sehr dichtes und großes Wurzelwerk, bei verdichteten Böden abe sehr flach.
Abies nordmanniana (Nordmannstanne):
Tiefreichendes Wurzelsystem mit Pfahlwurzel, gilt als relativ sturmfest.
Abies procera (Pazifische Edeltanne):
Bildet keine Pfahlwurzel, erreicht allgemein nicht die Windfestigkeit der Abies alba oder Abies nordmanniana.
Dennoch natürlich nicht automatisch ein Windwurfgehölz
Chamaecyparis lawsoniana (Lawsons Scheinzypresse):
Flachwurzler
Picea omorika (Omorika/Serbische Fichte):
Flachwurzler, wobei tiefer wurzelnd als manch andere Fichtenart und als sehr windfest eingestuft. Kann an windexponierten Orten wachsen, auch Seewind verträgt diese Baumart.
Picea pungens (Stechfichte):
Flachwurzler, aber anscheinend weit weniger durch Windwurf gefährdet wie (angeblich) andere Fichtenarten. Verträgt ebenfalls seewind und kann als Windschutz an Küstenstreifen gepflanzt werden (wird auch getan).
Picea sitchensis (Sitkafichte):
Obwohl Flachwurzler, so dennoch als teilweise sehr windfest erwiesen, für Aufforstungen in Westeuropa genutzt, oft Windschutz, verträgt Seewind.
Kronen an windexponierten Orten oft zerzaust.
Pinus koraiensis (Koreakiefer):
Ein Beispiel dafür, daß es auch flachwurzelnde Kiefern gibt.
Pinus nigra (Schwarzkiefer):
Sehr starkes und intensives Pfahlwurzelsystem, gilt als sehr windfest, kann an Küsten gepflanzt werden.
Pseudotsuga menziesii (Douglasie/ Grüne Douglasie):
Herzwurzler, oft besteht eine Beziehung zwischen der Kronenbreite und die Breite der Wurzeln (Ausdehnung).
Thuja occidentalis (Abendländischer Lebensbaum):
Flachwurzler, in Beständen fusionieren Wurzeln oft und geben mehr Standsicherheit.
Tsuga heterophylla (Westliche Hemlockstanne):
Flachwurzler, auf verdichteten Böden extremer Flachwurzler und dann windwurfgefährdet.
An ihrem Heimatort aber bis zu 70 m hoch werdend und dort kippen sie ja auch nicht bei jedem Windhauch um
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Gast
zum Thema Wurzeltiefe
Hallo Omorika,
vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Noch eine Frage zum Thema an alle: kann jemand bestätigen, dass es Bäume gibt, die eine Wurzeltiefe erreichen, welche ihrer Höhe entspricht? Also zum Beispiel 20, 30 Meter und mehr?
vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Noch eine Frage zum Thema an alle: kann jemand bestätigen, dass es Bäume gibt, die eine Wurzeltiefe erreichen, welche ihrer Höhe entspricht? Also zum Beispiel 20, 30 Meter und mehr?
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Gast