Hauszwetschge noch zu retten?

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Stadtmutant
Beiträge: 144
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Hauszwetschge noch zu retten?

Beitrag von Stadtmutant »

Moin!
Habe hier ein Sorgenkind, eine Hauszwetschge (mit sehr schmackhaften Früchten), die über 60 Jahre alt ist. An der Stammbasis ist eine große Faulstelle aufgetreten, so daß ich befürchten muß, mich nicht mehr lange an diesem Baum erfreuen zu können. Aus der beginnenden Überwallung links schöpfe ich auch nur wenig Hoffnung. Gibt es Möglichkeiten, lebensverlängernde Maßnahmen zu ergreifen - auch ohne fachmännische Hilfe?
Gruß,
Markus
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Stamm
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Zwetschge
Zwetschge
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Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Als Sofortmaßnahme würde ich empfehlen, den Bereich vor der Wundstelle freizugraben, um das ständige Feuchthalten der Wundstelle durch das Gras und Erdreich zu verhindern, und dort eine Drainage in Form von Kies anzubringen- wobei das tiefere Ende des ausgegrabenen Bereiches vom Baum fortweist, damit Regenwasser etc. von der Wunde weg sickern kann.

Ansonsten würde ich mich bis zum Herbst einmal an diese hier wenden:
http://www.eggert-baumschulen.de/
Diese Baumschule bietet Veredlungen von Obstbäumen für den Privatgebrauch an, bzw. veredelt auf Kundenwunsch von den Kunden geschickte Reiser, was ich die beste Idee finde, um den Baum auch die nächsten Jahrzehnte mit seinen Eigenarten am Leben zu halten, die Dir ja wichtig sind.

Grüße,
Andreas

Knospenweide
Beiträge: 4
Registriert: 17 Mär 2014, 11:38

Beitrag von Knospenweide »

Das sieht nicht schön aus und ich hoffe dein Bäumle wird wieder gesund!

Krank sein gehört dazu bei so einer Lebenserwartung...aber da er ein Pfleger hat in dir der ihn nicht einfach so aufgibt, hat er gute Chancen noch viiiiel älter werden zu können. Wende dich Mal an einen Fachmann. Der Baum wird es dir als Dank mit reichlich Früchten vergönnen! :lol:

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Der Fachmann hat schon gesprochen, Knospenweide ^^...

Stadtmutant
Beiträge: 144
Registriert: 12 Apr 2013, 09:22
Wohnort: Bremen

Beitrag von Stadtmutant »

Ach, laß ihn doch, vielleicht hat er ein komisches Kräutle geraucht oder so :lol:
Dir auf jeden Fall herzlichen Dank für den Hinweis auf Eggert. Das werde ich machen, ist ja wirklich kein Kostenfaktor. Das Freigraben werde ich auch mal einplanen.
Hier noch ein kurzer Zwischenstand zu bisher angefangenen Erhaltungsversuchen. Zum einen ist es mir gelungen, aus einem Kern einen Sämling zu ziehen - mir ist aber durchaus bewußt, daß hier mit anderen Eigenschaften des Baumes und vor allem der Früchte zu rechnen ist.
Zum anderen versuche ich deshalb in dieser Saison auch, einen Zweig abzumoosen. Ob das gelingen kann, ist vermutlich vor allem deshalb fraglich, weil ich das zuvor noch nie durchgeführt habe. Aber Versuch macht klug... werde im Herbst über den Ausgang berichten - und unabhängig davon die Profis mit einer Veredelung beauftragen.
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Abmoos-Versuch
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Sämling Zwetschge
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Remstalbewohner
Beiträge: 47
Registriert: 03 Jun 2012, 16:36
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Beitrag von Remstalbewohner »

Zur beschleunigung des Heilungsvorganges wird bei Obstbäumen manchmal das Bypassverfarhen angewendet. Man setzt dabei Edelreiser ein, die oberhalb und unterhalb der Verletzungsstlle eingepfropft werden.
Ob das hier möglich ist (alter, tiefe der Wunde) müsste ein Fachmann vor Ort entscheiden.

Auf den Bildern scheint eine deutliche Wundreaktion vorhanden zu sein, der Baum also noch vital ist, so denke ich, daß er noch lange leben kann, wenn, ja wenn es keine Probleme mit der Statik gibt, da ein Wunde so nah am Boden doch sehr stark schwächt. Ich würde mit einer erhöhten Windbruchgefahr rechnen. Daher Ich könnte mir a) ein Verjüngungsschnitt und/oder b) den Baum zu stützen oder mit Seile abzusichern vorstellen.
Wenn man dann -wie oben beschrieben- das weitermodern reduziert, und der Baum die Heilungzeit statisch übersteht, würde ich ihm noch noch lange weiterleben zutrauen, wobei derzeit natürlich auch sein kann, daß beim nächsten Sturm vorbei ist.

Stadtmutant
Beiträge: 144
Registriert: 12 Apr 2013, 09:22
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Update

Beitrag von Stadtmutant »

Heute müßte ich den Thread eigentlich umbenennen in "Opa noch zu retten?"
Wie ich heute erfahren habe, hat mein werter Herr Großvater (auf dessen Grundstück der Baum stand) die Zwetschge gestern fällen lassen! Klar war der Baum nicht mehr gesund, aber getragen hat er in diesem eigentlich noch ganz ordentlich. Es war sein Baum, somit ist es auch seine Entscheidung, keine Frage. Trotzdem habe ich mich heute ziemlich darüber geärgert, weil ich nun nicht mehr erfahren werde, ob mein Abmoosversuch erfolgreich verlaufen wäre. Und das Schlimmste: ich habe auch kein Material mehr, das ich zum Veredeln schicken könnte! Auf ein Jahr wäre es aus meiner Sicht nicht angekommen, aber gegen den Altersstarrsinn kommt man manchmal leider nicht an :cry:

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Hast Du mal nachgekuckt? An und für sich kann der schon gut gewurzelt haben, wenn Du das im März abgemoost hast. Manche Leute moosen im April und trennen im August bereits ab; eventuell hat es bei dem Baum ja auch gereicht.

Cryptomeria
Beiträge: 9539
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Es kommen evtl. in den nächsten Jahren auch wieder Wurzelschösslinge aus der Erde. Diese weiterkultivieren. Vielleicht gibt es auch wieder Hauszwetschen.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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