Birnenbaum blüht jetzt im September schon das 2. x heuer

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jef1
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Birnenbaum blüht jetzt im September schon das 2. x heuer

Beitrag von jef1 »

Mein junger Birnenbaum blüht heuer bereits das 2. x, also jetzt wieder im September zu meiner Überraschung.
Er wurde zusammen mit einem 2. Baum vor ca. 3 Jahren gepflanzt und ist noch recht zart.
Der andere hat keine Blüten und auch sonst blüht bei mir kein anderer Obst- oder Laubbaum.

Für mich ein Wunder der Natur. Oder doch vielleicht einfach erklärbar?

Durch die Hitze und Trockenheit blüht die Natur aus meiner Beobachtung jetzt richtig auf. Aber das?

Wäre dankbar für fundierte Informationen zu meinem Phänomen.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

das 2. Mal bezog sich darauf, dass er im letzten Jahr auch September blühte? Hat er im Frühjahr nicht geblüht? Ist es ein ganz normaler Pyrus communis bzw. irgendeine Sorte oder etwas Exotisches?

Bei Birne habe ich das noch nicht beobachtet, aber es gibt einige Beispiele wie die Magnolia x soulangeana. Die blühte noch vor 20 Jahren im Frühling und das war's. Dann kam im Sommer eine 2. Blühperiode, nicht so üppig wie die erste, aber immerhin. Seit 2 Jahren kommen im Oktober nochmal ein paar Blüten, also 3. Blüte. Das hat sicher mit dem Klima zu tun, das in unserer Region noch wärmer ist als im Rest von Deutschland.

Eine andere Ursache gibt es bei den Rosskastanien. Seit die von der Kastanienminiermotte traktiert werden, die Blätter viel zu früh braun werden, scheint der Baum darauf zu reagieren und blüht noch einmal mitten im Herbst.

Das erklärt noch nicht das Phänomen bei Deinem Birnbaum, aber mit einigen Zusatzinfos können die Experten sicher etwas anfangen. Wichtig wäre auch zu wissen, in welcher Region der Baum steht.

Gruß Frank

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo jef1,

viele Pflanzen legen nach der Frühjahrsblüte irgendwann im Laufe des Sommers ihre Blüten (für das nächste Jahr) schon in den Knospen an.
Das gilt insbesondere für Obstbäume, aber auch für viele andere.
Ein sehr trockener Sommer kann für viele Pflanzen zu einer Phase der Vegetationsruhe führen - wie ein kalter Winter (der für Pflanzen bei gefrorenem Boden ja auch trocken ist!).
Wenn es dann zum Ende des Sommers feucht wird, ist das für manche Pflanzen dann tatsächlich ein neuer Vegetationsbeginn - wie im Frühjahr! - und Knospen beginnen ggf. auszutreiben.
Einzelne Blüten können sich dann öffnen.
Die Neigung dazu ist je nach Art und Sorte verschieden; möglicherweise ist Dein Birnbaum auch einer, der besonders dazu neigt.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Hat er nach der ersten Blüte Früchte ausgebildet?

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Stefans Ausführungen ist nichts mehr hinzu zu fügen, nur, dass das bei ganz vielen Gehölzen ( z.B. Magnolien u.a. ) und auch Stauden ( z.B. Fingerhut u.a. ) es genauso vorkommt.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

jef1
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Beitrag von jef1 »

Danke Frank für die 1. AW für mich auf diesem Forum. Ich habe mich auch über die weiteren recht gefreut.

Zu Deiner Frage, die ich dachte durch meine Formulierung klar gestellt zu haben (oder eben doch nicht):
Der Birnenbaum blüht wie all meine anderen Obstbäume jährlich im Frühling. Heuer das 1. x dass ich einen Birnenbaum zusätzlich zum Frühling auch im September blühen sehe. Und das genau so intensiv wie im Frühjahr.

Sorte Williams. gekauft bei Hofer (Aldi) und steht im Donautal ca. 60 km östlich von Wien in einem Weinbaugebiet.

Wegen eines anderen Beitrages muss ich gestehen, dass die Fruchtansätze schon ganz klein mit max. 2 cm dm abgefallen sind (Hagel, Vögel oder ???).

lg

jef

jef1
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Beitrag von jef1 »

Hallo Stefan,

danke für Deine AW. Ich habe das auch so gedacht. Allerdings habe ich das noch bei keinem Obstbaum bei mir oder anderswo vorher entdeckt. Meine Sorte ist eine Williams, gekauft bei Hofer und steht im Donautal 60 km westlich von Wien. Meine Conference macht gar nichts.

Wegen des Beitrages von AndreasG. muss ich gestehen, dass die Fruchtansätze schon ganz klein mit max. 2 cm dm abgefallen sind (Hagel, Vögel oder ???). Dasselbe allerdings auch bei der Conference Birne und meinen Kriecherlbäumen ohne dass diese erneut Blüten zeigen würden.

lg

jef

jef1
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Beitrag von jef1 »

Danke für Deine Frage AndreasG..

Vielleicht hast Du in meinen AW schon die AW auf Deine Frage gelesen.

Also er hat die Fruchtansätze mit max. 2 cm dm verloren. Verstehe ich den Hintergrund Deiner Frage richtig, dass Du meinst er hat noch (zu) viel Energie dafür gehabt? Stimmt wohl, doch wie gesagt waren auch die Conference-Birne, Kriecherl usw. gleich betroffen.

jef1
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Beitrag von jef1 »

Hallo und danke Cryptomeria/Wolfgang.

Tja 2015 war wohl ein besonderes Jahr betreffend Witterung. Bei uns fast ganzjährig viel Trockenheit, dann die Hitze und anfangs Mai Hagelunwetter.

Die wunderbare Natur ist mir bewusst und hatte ich das für andere Pflanzenarten nicht ausgeschlossen. Nur bei Obstbäumen und insbesondere Birnen habe ich es noch nie erlebt. Auch nicht bei meinem anderen gleichaltrigen Birnenbaum (Conference statt der jetzt blühenden Williams) oder anderen meiner Obstsorten wie z. B. Kriecherl oder Äpfel.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Dass ein Obstbaum seine Früchte teilweise abwirft, ist nicht ungewöhnlich. Wenn sie aber komplett abgeworfen werden, leidet der Baum unter Streß.
Die Trockenheit hast du bereits selbst erwähnt.

Man rechnet bei gepflanzten Bäumen damit, dass bis zu zwei, teils sogar bis zu drei Jahre nach der Pflanzung gegossen werden muss, insbesondere natürlich bei lang anhaltender Trockenheit. Erst dann ist sind die Bäume ausreichend eingewurzelt, um sich selbst versorgen zu können.

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

jef1 hat geschrieben:Hallo und danke Cryptomeria/Wolfgang.

Tja 2015 war wohl ein besonderes Jahr betreffend Witterung. Bei uns fast ganzjährig viel Trockenheit, dann die Hitze und anfangs Mai Hagelunwetter.

Die wunderbare Natur ist mir bewusst und hatte ich das für andere Pflanzenarten nicht ausgeschlossen. Nur bei Obstbäumen und insbesondere Birnen habe ich es noch nie erlebt. Auch nicht bei meinem anderen gleichaltrigen Birnenbaum (Conference statt der jetzt blühenden Williams) oder anderen meiner Obstsorten wie z. B. Kriecherl oder Äpfel.
Servus,

Ich hab vorige Woche das selbe "Phänomen" in Graz bei Rosskastanien-Bäumen beobachtet und dachte, ich trau meinen Augen nicht.

Irgendwie muss das anscheinend wirklich mit der Witterung im heurigen Jahr zusammenhängen.

Auch ein Feldahorn-Bonsai ist bei mir bei der Belaubung ganz braun geworden. Plötzlich hat er im August an allen Stellen neu ausgetrieben...

Lg

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo Reindl,

s. mein Beitrag oben. War die Kastanie von der Kastanienminiermotte befallen? Diese zweite Blüte im Herbst hatten wir vor ein paar Jahren schon mal diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass der Baum mit einer weiteren Blüte im Herbst auf diesen Angriff reagiert.

Gruß Frank

Reindl86
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Beitrag von Reindl86 »

LCV hat geschrieben:Hallo Reindl,

s. mein Beitrag oben. War die Kastanie von der Kastanienminiermotte befallen? Diese zweite Blüte im Herbst hatten wir vor ein paar Jahren schon mal diskutiert und sind zum Schluss gekommen, dass der Baum mit einer weiteren Blüte im Herbst auf diesen Angriff reagiert.

Gruß Frank
Achso, das hab ich wohl nicht gesehen. Im Nachhinein werd ich das wohl nicht mehr feststellen können, ob da eine Motte dran war, oder?

Die Kastanien stehen auf einem öffentlichen Platz, sind aber eher "jünger".

Direkt bei uns in der Nähe stehen alte "Kaliber" (sicher mindestens ~ 200 Jahre alt), welche durchwegs nicht geblüht haben.

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LCV
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Beitrag von LCV »

Wenn diese Motte Rosskastanien befällt, werden die Blätter vorzeitig welk und rostbraun. Deshalb sehen viele Kastanien so krank aus, seit dieser Schädling hier eingeschleppt wurde.

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

LCV hat geschrieben: Deshalb sehen viele Kastanien so krank aus, seit dieser Schädling hier eingeschleppt wurde.
Die haben sich, glaub ich, von selbst ausgebreitet, ohne Zutun des Menschen.
Hatten wir nicht mal vor ein paar Jahren das Thema, wie sich die heimische Natur in Gestalt von Blaumeisen allmählich an diese Viecher anpasst?
Finde den Beitrag gerade nicht mehr.
Aber in ihrer Heimat koexistieren Kastanien und Motten schon eine Weile.

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