"Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

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Moderatoren: Klaus Heinemann, baumlaeufer

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MichaS
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"Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

Beitrag von MichaS »

Die "Ahlderner Schlenke", benannt nach einem Altarm der Leine, ist einer der wenigen noch verbliebenen Auwälder an der Aller und vermutlich auch der größte noch existierende mit ungefähr 80 Hektar. Vor allem Eschen und Eichen prägen hier den Baumbestand, also charakteristisch für eine Hartholzaue. Leider haben die Waldflächen viel von ihrer Ursprünglichkeit im Zuge der Eindeichung innerhalb der siebziger Jahre einbüßen müssen, die sonst regelmäßigen Überflutungen des Gebietes sind eher selten geworden.
Stehendes und liegendes Totholz konnte ich bei meinem letzten Besuch feststellen, gut für die Artenvielfalt - Eisvogel, Austernfischer, Großlibellen und Biberspuren waren einige der Entdeckungen, ein schönes Stück Natur, wenn auch nur wenig davon offiziell begehbar ist.

Das ND "Wotanseiche" stellt wohl das Kernstück des kleinen Waldgebietes, sie steht als Einzelbaum etwas erhöht direkt am Ufer der Alten Leine, ca. 10m entfernt am Wege durch den für Publikum zugänglichen Bereich der Schlenke, uferwärts gesäumt von einem breiten Schilfgürtel.
Der Namemensgeber Wotan suggeriert ja irgendwo ein Alter aus Zeiten des Germanentums, vielleicht stammt der Name für die Eiche aber auch aus Zeiten des NS-Regimes, wo die Rückbesinnung auf solche Themen nicht unüblich war - man kann nur mutmaßen!?
Wann Herr Fröhlich dort war (und ob er dort war) kann ich nicht sagen, ich habe am 05.07.2020 einen Umfang von 5,76 m (130cm) gemessen, die genauen Koordinaten liegen bei: 52°46'24.8"N 9°31'51.5"E

Liebe Grüße

Anbei noch die Impressionen eines verhangenen Juli-Tages:
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Blick auf die Schlenke.jpg
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Klaus Heinemann
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Re: "Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

Beitrag von Klaus Heinemann »

Hallo MichaS,

mit einem Satz aus deinem unterhaltsamen Bericht und zwei Fotos habe ich den alten Fröhlich-Eintrag im Register aktualisiert.
Der ND - Eintrag lautet auf die alte Schreibweise "Wodanseiche", einer der unterschiedlichen Namen für den Germanengott Odin.
Wenn der Baumname einen sehr alten Ursprung haben sollte, müsste es sich um Nachpflanzung handeln,
dann wahrscheinlich an einem alten Gerichtsort. Dazu konnte ich nirgendwo etwas finden.
Deine Vermutung einer Namensschöpfung aus der NS-Zeit kann ich mir auch ganz gut vorstellen.
Ist die Eiche auf dem ersten Foto auch irgendwo zu erkennen?

Gruß Klaus
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MichaS
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Re: "Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

Beitrag von MichaS »

Hallo Klaus,

danke für die Ergänzung im Register! Auf dem ersten Bild ist die Wodans-/ Wotanseiche nicht zu sehen, wollte nur ein Foto vom Habitat - der Ahldener Schlenke - beifügen.

Liebe Grüße

MichaS
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Re: "Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

Beitrag von MichaS »

Anbei noch ein Update zu der Wodanseiche (ich schrieb ja, dass ich noch einmal zurückkehren werde):

Keine Ahnung ob ich mich beim ersten Mal so derbe vermessen habe oder einfach zu blöd war, meine handschriftlichen (krickikracki-) Notizen korrekt zu entziffern, aber am 01.11.2020 habe ich (3x) gemessen und bin immer zwischen 5,25m und 5,30m gelandet. Also die Angaben zum Umfang bitte korrigieren!
Ehrlich gesagt kam mir das auch komisch vor, da ich in der Zwischenzeit Eichen mit 5,5m+ vermessen habe und mir der Wert für die Wodanseiche von 5,7m dann doch übertrieben vorkam.

Noch ein paar Fotos vom letzten Besuch:

Mit dem vielen Moos und den verdrehten Ästen auch ein "urtümlich" erscheinender Baum.

Liebe Grüße
Micha
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Klaus Heinemann
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Re: "Wotanseiche" an der Ahldener Schlenke, Register-Nr.: 380

Beitrag von Klaus Heinemann »

Also die Angaben zum Umfang bitte korrigieren!
...ist erledigt!
Die neuen Fotos zeigen auch mehr vom Charakter des Baumes - das Astgeschlängel in der Krone
muss göttlichen Ursprunges sein. Da hat der alte Odin mitgestaltet.

Gruß Klaus
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