Kann mir jemand sagen, warum die Kiefer Krummförle in Bonndorf so merkwürdig gewachsen ist?
Baumlaeufer
Krummförle in Bonndorf Nr 2068
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Krummförle in Bonndorf Nr 2068
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
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Re: Krummförle in Bonndorf Nr 2068
Naja, ich würde mal vermuten, dass die in jungen Jahren ein- oder mehrmals gekappt wurde. Aber so ein Baum lässt das Herz jeden Bonsaifans höher schlagen!
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Cryptomeria
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Re: Krummförle in Bonndorf Nr 2068
Auch der Wind kann eine Rolle spielen.
VG wolfgang
VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Krummförle in Bonndorf Nr 2068
Bei Drehwuchs von Stämmen können wohl verschiedene Auslöser ursächlich sein. Einige Baumarten sind dafür ja empfänglicher und zeigen häufiger mehr oder weniger ausgeprägten Drehwuchs.
Zum einen kommen genetische, zum anderen wohl klimatische (Freistand, Wind) und geologische (moorige Böden) in Frage.
https://www.nationalpark-saechsische-sc ... ne-kiefer/
Bei exponiertenm Stand und fehlender Tiefwurzel ist Drehwuchs wohl stabiler.
Bei Moorkiefernform ist zunächst die Wurzel betroffen (auch nach späterer Austrocknung des Moorbodens wird die Kiefer sich nicht mehr in einen normalen Hochstamm verwandeln.
https://e-docs.geo-leo.de/bitstream/han ... sAllowed=y
Wenn solche geologischen, hydrologischen Besonderheiten und windexponierter Stand mit genetischer Veranlagung zusammentreffen, mag es solchen Extremwuchs hervorrufen.
Wäre interessant ob es Anzeichen (zumindest ansatzweise) bei weiteren Kiefern im näheren Umfeld gibt.
LG Spinnich
Zum einen kommen genetische, zum anderen wohl klimatische (Freistand, Wind) und geologische (moorige Böden) in Frage.
https://www.nationalpark-saechsische-sc ... ne-kiefer/
Bei exponiertenm Stand und fehlender Tiefwurzel ist Drehwuchs wohl stabiler.
Bei Moorkiefernform ist zunächst die Wurzel betroffen (auch nach späterer Austrocknung des Moorbodens wird die Kiefer sich nicht mehr in einen normalen Hochstamm verwandeln.
https://e-docs.geo-leo.de/bitstream/han ... sAllowed=y
Wenn solche geologischen, hydrologischen Besonderheiten und windexponierter Stand mit genetischer Veranlagung zusammentreffen, mag es solchen Extremwuchs hervorrufen.
Wäre interessant ob es Anzeichen (zumindest ansatzweise) bei weiteren Kiefern im näheren Umfeld gibt.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
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- baumlaeufer
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Re: Krummförle in Bonndorf Nr 2068
Ich glaube, wir kommen dem Phänomen näher mit der Vermutung : Ein Schmetterling war' s !
Zitat aus der Badische Zeitung vom 10.05.2012 - auszugsweise / immerhin habe ich 2,14 € als Download für den Artikel ausgegeben - . Ich versuche demnächst mal, das als Kosten bei meinem Buchprojekt abzuschreiben
Die dicke Knolle in der Mitte des Baumes ist keine Krebswucherung, sondern ein einst posthornartig gedrehter Ast, der erst im Laufe der Jahrzehnte zusammengewachsen ist......
...Ein Schmetterling als Ursache klingt kaum weniger glaubhaft als Hexen oder Erdstrahlen. Trotzdem dürfte auch beim Bonndorfer Krummen Föhrle der Schmetterling mit dem Namen Kiefernknospentriebwickler der Grund für den Drehwuchs sein....
...An einem lauen Sommerabend vor etwa 200 Jahren muss also ein Schwarm dieser Winzlinge über das junge Föhrle hergefallen sein und dort Eier abgelegt haben. Aus den Eiern schlüpften Larven, die sich in die sich streckenden jungen Triebe hineinfraßen. Die Triebe knickten, richteten sich aber langsam wieder bogenförmig auf und bildeten so eine Art Posthorn und verholzten schließlich. Damit waren die Weichen für eine Karriere als Krummes Föhrle gestellt...
Weiter steht da noch:
..... kommt wahrscheinlich auch noch ein genetischer Defekt der Kiefer hinzu, der verhindert, dass das Krumme Föhrle nach oben durchwächst.
Im obigen Zeitungsartikel erscheint auch noch ein Foto aus 1903, das den Baum schon " mißgebildet" zeigt. Apropos Mißbildungen : An die deformierten Kiefer im "Crooked Forest" bei Gryfino in Polen - huch, der Registereintrag fehlt ja noch !
- hatte ich auch schon gedacht. Da hatten wir im Forum sehr, sehr lange gerätselt.
Könnte der Schmetterling auch hier der tatsächliche Verursacher sein und ist was anderes auszuschließen ? Ich kann mir vermutlich jetzt sparen, die Gemeinde oder den Heimatverein anzuschreiben.
Baumlaeufer
Zitat aus der Badische Zeitung vom 10.05.2012 - auszugsweise / immerhin habe ich 2,14 € als Download für den Artikel ausgegeben - . Ich versuche demnächst mal, das als Kosten bei meinem Buchprojekt abzuschreiben
Die dicke Knolle in der Mitte des Baumes ist keine Krebswucherung, sondern ein einst posthornartig gedrehter Ast, der erst im Laufe der Jahrzehnte zusammengewachsen ist......
...Ein Schmetterling als Ursache klingt kaum weniger glaubhaft als Hexen oder Erdstrahlen. Trotzdem dürfte auch beim Bonndorfer Krummen Föhrle der Schmetterling mit dem Namen Kiefernknospentriebwickler der Grund für den Drehwuchs sein....
...An einem lauen Sommerabend vor etwa 200 Jahren muss also ein Schwarm dieser Winzlinge über das junge Föhrle hergefallen sein und dort Eier abgelegt haben. Aus den Eiern schlüpften Larven, die sich in die sich streckenden jungen Triebe hineinfraßen. Die Triebe knickten, richteten sich aber langsam wieder bogenförmig auf und bildeten so eine Art Posthorn und verholzten schließlich. Damit waren die Weichen für eine Karriere als Krummes Föhrle gestellt...
Weiter steht da noch:
..... kommt wahrscheinlich auch noch ein genetischer Defekt der Kiefer hinzu, der verhindert, dass das Krumme Föhrle nach oben durchwächst.
Im obigen Zeitungsartikel erscheint auch noch ein Foto aus 1903, das den Baum schon " mißgebildet" zeigt. Apropos Mißbildungen : An die deformierten Kiefer im "Crooked Forest" bei Gryfino in Polen - huch, der Registereintrag fehlt ja noch !
Könnte der Schmetterling auch hier der tatsächliche Verursacher sein und ist was anderes auszuschließen ? Ich kann mir vermutlich jetzt sparen, die Gemeinde oder den Heimatverein anzuschreiben.
Baumlaeufer
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