Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Liebe Baumfreunde,
bei den folgenden Bildern handelt es sich um einen Spitzahorn und eine Eiche. Ich verrate es erstmal nicht, welcher ist welcher:)
Ich möchte wissen, ob es möglich ist, eindeutig die Zugehörigkeit festzustellen: die Tiefe der Falten, der Verlauf der Konturen, andere Merkmale? Gibt es mehr Hinweise, wenn ich mit dem Zoom häher rangehen würde?
Ich als Laie hätte beide Fotos für Eichen gehalten.
Viele Grüße
Aras
bei den folgenden Bildern handelt es sich um einen Spitzahorn und eine Eiche. Ich verrate es erstmal nicht, welcher ist welcher:)
Ich möchte wissen, ob es möglich ist, eindeutig die Zugehörigkeit festzustellen: die Tiefe der Falten, der Verlauf der Konturen, andere Merkmale? Gibt es mehr Hinweise, wenn ich mit dem Zoom häher rangehen würde?
Ich als Laie hätte beide Fotos für Eichen gehalten.
Viele Grüße
Aras
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- Baum - 1
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- Baum - 2
- 2.jpg (235.21 KiB) 1024 mal betrachtet
Dendrologe-Azubi
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo Aras,
Wenn du nichts dazu gesagt hättest, hätte ich auch beide als Eiche akzeptiert.
Nach deiner Erläuterung halte ich Baum 2 für den Spitzahorn.
Die Furchen sind etwas geradliniger und kaum vernetzt im Unterschied zur Eiche.
Gruß
Stefan
Wenn du nichts dazu gesagt hättest, hätte ich auch beide als Eiche akzeptiert.
Nach deiner Erläuterung halte ich Baum 2 für den Spitzahorn.
Die Furchen sind etwas geradliniger und kaum vernetzt im Unterschied zur Eiche.
Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)
https://baum-des-tages.blogspot.de/
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Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo Aras,
diese Frage finde ich hier bei den Beispielen unglaublich schwierig. Die Borke verändert sich beim Baum über sehr sehr viele Stadien, ein Baum im Wald hat oft eine etwas andere Borke als einer im Freistand.
Wenn ich versuche, mir vorzustellen, wie sich die abgebildeten Borken im Laufe der Zeit noch weiter zerklüften könnten, dann halte ich auch das obere Bild für die Eiche - und zwar weil es da mehr Stellen gibt, wo ein so ein "zipfeliges Stückchen" auf eine Linie trifft (also insgesamt weniger gradlinig).
Ich habe in deinem Bild etwas herumgemalt ... nur als Beispiel
diese Frage finde ich hier bei den Beispielen unglaublich schwierig. Die Borke verändert sich beim Baum über sehr sehr viele Stadien, ein Baum im Wald hat oft eine etwas andere Borke als einer im Freistand.
Wenn ich versuche, mir vorzustellen, wie sich die abgebildeten Borken im Laufe der Zeit noch weiter zerklüften könnten, dann halte ich auch das obere Bild für die Eiche - und zwar weil es da mehr Stellen gibt, wo ein so ein "zipfeliges Stückchen" auf eine Linie trifft (also insgesamt weniger gradlinig).
Ich habe in deinem Bild etwas herumgemalt ... nur als Beispiel
Viele Grüße von bee
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo,
um aufzuzeigen, dass die Borke ein sehr unsicheres Erkennungsmerkmal ist,
hatte ich vor längerer Zeit mal ein Rätsel mit 4 Fotos zusammengestellt.
https://www.baumkunde.de/forum/viewtopi ... ilit=borke
Es gibt natürlich einige Ausnahmen, die man ziemlich eindeutig zuordnen kann,
aber auch nur nach Gattung. Platane, Birke (da gibt es auch viele Arten mit ähnlicher
Borke), Schlangenhautahorn, einige Eukalyptus und Arbutus.
Bei der Art wird es schon sehr schwierig, zumal (wie Bee schon erklärte) das
Erscheinungsbild alters- und standortbedingt variieren kann.
Gutes Beispiel ist Populus alba. Da sieht man bei alten Bäumen unten die sehr
stark zerklüftete Borke, während weiter oben noch alles glatt und silber schimmernd
ist. So sehen die Bäume in der Jugend auch unten aus.
Gruß Frank
um aufzuzeigen, dass die Borke ein sehr unsicheres Erkennungsmerkmal ist,
hatte ich vor längerer Zeit mal ein Rätsel mit 4 Fotos zusammengestellt.
https://www.baumkunde.de/forum/viewtopi ... ilit=borke
Es gibt natürlich einige Ausnahmen, die man ziemlich eindeutig zuordnen kann,
aber auch nur nach Gattung. Platane, Birke (da gibt es auch viele Arten mit ähnlicher
Borke), Schlangenhautahorn, einige Eukalyptus und Arbutus.
Bei der Art wird es schon sehr schwierig, zumal (wie Bee schon erklärte) das
Erscheinungsbild alters- und standortbedingt variieren kann.
Gutes Beispiel ist Populus alba. Da sieht man bei alten Bäumen unten die sehr
stark zerklüftete Borke, während weiter oben noch alles glatt und silber schimmernd
ist. So sehen die Bäume in der Jugend auch unten aus.
Gruß Frank
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hi,
Ich würde eher beim ersten Bild auf Ahorn und beim zweiten auf Eiche tippen, sofern die Bäume etwa gleich stark waren.
Mir scheint die Borke bei Bild 1 mehr in Richtung graugrün und die Borke in Bild 2 auch etwas tiefer eingekerbt im Vergleich zur Breite der Borkenbänder.
Die Variationsbreite lässt aber immensen Spielraum.
LG Spinnich
Ich würde eher beim ersten Bild auf Ahorn und beim zweiten auf Eiche tippen, sofern die Bäume etwa gleich stark waren.
Mir scheint die Borke bei Bild 1 mehr in Richtung graugrün und die Borke in Bild 2 auch etwas tiefer eingekerbt im Vergleich zur Breite der Borkenbänder.
Die Variationsbreite lässt aber immensen Spielraum.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo Aras,
ich bin gespannt auf die Auflösung
ich bin gespannt auf die Auflösung
Viele Grüße von bee
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Da auf dem ersten Bild Nägel zu erkennen sind halte ich diesen Baum für eine Eiche.
Gruß Yogi
Gruß Yogi
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo zusammen,
sorry für die späte Antwort, ich lag leider einige Tage flach und konnte nichts produktives machen:(
Danke für eure Beiträge. Hier nun endlich die Auflösung:
1-Ahorn
2-Eiche
Anbei poste ich Bilder der selben Bäume in gleicher Reihenfolge: Der Stamm der Eiche ist fast doppelt so dick wie der Stamm des Ahornbaumes. Aus der Diskussion habe ich mitgenommen, dass es äußerst schwierig ist, die Bäume eindeutig zu bestimmen. Ich hatte gehofft, dass es IMMER irgendwelche typische Muster und Verläufe gibt, die zweifelsfrei auf den einen oder anderen Baum schließen lassen. Diese gibt es sicherlich, aber anscheinend nicht bei jedem Baum.
Viele Grüße
Aras
sorry für die späte Antwort, ich lag leider einige Tage flach und konnte nichts produktives machen:(
Danke für eure Beiträge. Hier nun endlich die Auflösung:
1-Ahorn
2-Eiche
Anbei poste ich Bilder der selben Bäume in gleicher Reihenfolge: Der Stamm der Eiche ist fast doppelt so dick wie der Stamm des Ahornbaumes. Aus der Diskussion habe ich mitgenommen, dass es äußerst schwierig ist, die Bäume eindeutig zu bestimmen. Ich hatte gehofft, dass es IMMER irgendwelche typische Muster und Verläufe gibt, die zweifelsfrei auf den einen oder anderen Baum schließen lassen. Diese gibt es sicherlich, aber anscheinend nicht bei jedem Baum.
Viele Grüße
Aras
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- Ahorn.jpg (179.88 KiB) 895 mal betrachtet
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- Eiche.jpg (190.81 KiB) 895 mal betrachtet
Dendrologe-Azubi
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo Aras,
danke für die ergänzenden Fotos.
Ich habe bisher den Eindruck gewonnen (weiß es aber nicht genau), dass die Bäume im Freistand schneller eine rissige dicke Borke bekommen, und dass die Borke bei Waldbäumen normalerweise auch im höheren Alter noch ein gleichförmigeres (typisches), leichter erkennbares "Muster" zeigen.
Vor einiger Zeit hatte ich da mal einiges fotografiert (alles noch mit meiner alten Kamera), aktuelle Borkenfotos habe ich gar nicht.
Ich stelle mal etwas zum Vergleichen ein (wobei das, was ich oben sagte, gar nicht mal so zutreffend ist
) :
Alles Spitzahorn:
jüngerer Spitzahorn im Freistand
älterer Baum im Freistand Detail davon
Borke von dickem Waldbaum
Ein Waldbaum, BHU 250 cm
eine Stelle eine andere Stelle (Detail) direkt oberhalb des Wurzelbereichs
danke für die ergänzenden Fotos.
Ich habe bisher den Eindruck gewonnen (weiß es aber nicht genau), dass die Bäume im Freistand schneller eine rissige dicke Borke bekommen, und dass die Borke bei Waldbäumen normalerweise auch im höheren Alter noch ein gleichförmigeres (typisches), leichter erkennbares "Muster" zeigen.
Vor einiger Zeit hatte ich da mal einiges fotografiert (alles noch mit meiner alten Kamera), aktuelle Borkenfotos habe ich gar nicht.
Ich stelle mal etwas zum Vergleichen ein (wobei das, was ich oben sagte, gar nicht mal so zutreffend ist
Alles Spitzahorn:
jüngerer Spitzahorn im Freistand
älterer Baum im Freistand Detail davon
Borke von dickem Waldbaum
Ein Waldbaum, BHU 250 cm
eine Stelle eine andere Stelle (Detail) direkt oberhalb des Wurzelbereichs
Viele Grüße von bee
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Ähm, ich halte das für einen Weberknecht.
Langfristig bietet sich hier für die Baumerkennung anhand von solchen Rindenbildern ein dankbares Feld für künstliche Intelligenz heraus. Anfangs muss die Software nur mit einer gewissen Anzahl von Bilder gefüttet werden, später liefert sie in Sekundenschelle die korrekte Baumart. Und sollte das System einmal falsch liegen, wird ihr die Korrektur bekannt gemacht. Das System wird schlauer und denselben Fehler nie wieder machen...
Grüße voller Vorfreude
Langfristig bietet sich hier für die Baumerkennung anhand von solchen Rindenbildern ein dankbares Feld für künstliche Intelligenz heraus. Anfangs muss die Software nur mit einer gewissen Anzahl von Bilder gefüttet werden, später liefert sie in Sekundenschelle die korrekte Baumart. Und sollte das System einmal falsch liegen, wird ihr die Korrektur bekannt gemacht. Das System wird schlauer und denselben Fehler nie wieder machen...
Grüße voller Vorfreude
Re: Eindeutige Erkennung anhand von Borke
Hallo,
ähm, nach dem Weberknecht hatte ich damals nicht Ausschau gehalten, aber gut erkannt
- ich habe ihn erst später auf dem Bild entdeckt!
Seltsamerweise sehe ich extrem selten Weberknechte - und in die Bestimmung mag ich mich da auch nicht vertiefen.
Das mit dem Lernen der Software, da träumen viele von, vor allem bei der Pilzbestimmung ...
ähm, nach dem Weberknecht hatte ich damals nicht Ausschau gehalten, aber gut erkannt
Seltsamerweise sehe ich extrem selten Weberknechte - und in die Bestimmung mag ich mich da auch nicht vertiefen.
Das mit dem Lernen der Software, da träumen viele von, vor allem bei der Pilzbestimmung ...
Viele Grüße von bee