Pinus peuce

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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wolfachim_roland
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Pinus peuce

Beitrag von wolfachim_roland »

Im Bot. Garten Würzburg gibt es einen "Tertiär-Wald". Dort sind viele der Bäume angepflanzt worden, die vor ca. 50 Mio Jahren - im Klimahöhepunkt des Tertiärs - auch bei uns heimisch waren. Diese Gattungen sind entweder ganz verschwunden oder nur noch in Parks und (Bot.) Gärten zu finden, wie z.B. Carya, Catalpa, Parrotia etc.

Pinus hat sich behauptet. Ein noch lebender Vertreter mit Verwandschaft in USA ist die Rumelische Kiefer, Pinus peuce.

Wolf
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Pinus peuce
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Tertiärwald-Bäume in Europa
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Wolf Roland

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Eine sehr schöne Kiefer, ein Kunde von uns hat eine im Garten, die sich da auch ordentlich breit macht und gegen die viel zu dichte Nachbarbefplanzung durchsetzt.
Pinus peuce bleibt sehr lange bis nach unten beastet, wenn sie nicht allzu eng steht.
Sie ist deutlich weniger anfällig für Weymouthkiefernblasenrost als P. strobus, allerdings nicht so resistent wie P. wallichiana.

Sie wird meineserachtens - genau wie z.B. Pinus cembra oder Pinus ponderosa - hierzulande viel zu selten gepflanzt.

Leider werden gerade Kiefern in Gartenanlagen immer weniger gepflanzt, weil sie nadeln ...
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Da kann ich nur zustimmen. Andererseits werden die meisten Kiefern auch wirklich sehr groß.
Pinus peuce findet man aber immerhin öfters.
Ich persönlich würde aber - wegen des helleren Gesamterscheinungsbildes und der hübscheren, hängenden Nadeln - eher die Tränenkiefer pflanzen.

Die m.E. schönste Mazedonische Kiefer steht im Forstbotanischen Garten Köln.

Viele Grüße

campoverde
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Beitrag von campoverde »

In dem Zusammenhang ein Hinweis auf einen m.E. sehr schönen Artiktel in den Mitteilungen der DDG:
F.-G. Schröder: Warum verarmte Europas Gehölzflora in der Eiszeit? Zur Entstehung und Kritik der Barriere-Hypothese, MDDG 87, 2002, S. 7-17.
Kurz: Die noch manchmal genannte West-Ost-Ausrichtung der Gebirge in Europa ist nicht Grund, vielmehr das damalige Wüstensteppenklima im Mittelmeergebiet.

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo
Ich kenne den Artikel natürlich nicht, denke aber, dass diese West-Ost-Ausrichtung zumindest die spätere Wiederbesiedlung aus dem Süden behindert und verlangsamt hat.

Gruss
Kurt

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Stimme kurt zu.

Viele Grüße

campoverde
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Beitrag von campoverde »

Hallo Kurt,

die Rückwanderung aus den Refugialstandorten ist natürlich auch interessant, aber eigentlich eine andere Geschichte.
Am Beispiel der genannten Carya und Catalpa (hoffentlich gilt das auch so für diese, sonst zumindest für viele Gattungen): Viele Gattungen haben eben an gar keinem Standort überlebt, so daß sich die Frage der Rückwanderung für diese gar nicht gestellt hat.

(Parrotia (lt R/B monotypisch, natürlich im Iran) passt für mich nicht so in das typische Bild: Gegensatz von Artenvielfalt in Nordamerika und Ostasien im Gegensatz zu Europa)

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo, ein konkretes Beispiel ist z.B. das Aussterben der Paläo-Pinus canariensis auf dem Festland Europas. Die Gletscher haben sich von den Alpen aus ins nördliche und südliche Europa ausgebreitet. Die kanarische Kiefer ist eine Gebirgsart, die in den Gebirgen Europas nicht überleben konnte. Erst im wärmeren Himalaya konnte sie Fuß fassen.
In den amerikanischen Gebirgen konnten sich Gebirgsarten tatsächlich in südlichere Bereiche zurückziehen, die die gewohnten Bedingungen geboten haben.
Bei den Nadelhölzern spielt natürlich auch die Erstarkung der Laubgehölze eine Rolle, die teilweise die Rückausbreitung in die Schranken verwiesen haben.

Viele Grüße

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland »

Interessanterweise wurde 1992 in China ein weiterer Vertreter der Gattung Parrotia entdeckt: P. subaequalis. Ein guter Artikel dazu von Li and Del Tredici: Suche bei Tante G. nach Chinese Parrotia.

Wolf
Wolf Roland

Buck
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Beitrag von Buck »

Salut Wolf,

habe Parrotia subaequalis gerade eben an drei unabhängigen Standorten in und bei Paris gesehen. Dort ohne Problme winterhart (-17°C überstanden), die grösste Pflanze bereits 250 cm hoch. Da schon viele Jungpflanzen im Umlauf sind, werden wir die bald auch bei uns sehen.
Schöne Grüße,
Buck

zorromitzett
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Beitrag von zorromitzett »

Wir haben so einen Pinus peuce in unserem Stadtgarten, als Hauptattraktion sozusagen.
Meine Frage: wie spricht man dieses "peuce" aus? Pe-uze? Poiss?

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

korrekt wohl "Peuke". Sag ich aber auch nicht.

zorromitzett
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Beitrag von zorromitzett »

Dankeschön, Kiefernspezi.

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Der Altlateiner spricht es Peu-ke wie Caesar Käsar und Cicero Kikero ausgesprochen wurden, die Botaniker sprechen aber mittelalterliches Kirchenlatein und da spricht man es Peu-ze.
eu wird im lateinischen immer eu und nie e-u ausgesprochen außer es entsteht durch Prä-, Suffix oder andere Composita.
Will der Lateiner die Aussprache e-u erzwingen, setzt er ein Trema über dem zweiten Vokal, wie wir es alle von der Automarke Citroën kennen. Es ist also kein Zi-trön, sondern ein Zi-tro-en.
Bei den Umlauten verhält es sich genauso ... es sind also Pi-na-ze-ä und nicht Pi-na-ze-a-e.
Bei beidem ist es unbedeutend, ob es sich um Kirchenlatein oder echtes Latein handelt.
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Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Aha, na Gott sei Dank. Dann kann ich ja weiter Peuze sagen. :P

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