Frucht von Torreya ? ---> Cephalotaxus harringtonia

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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ApachePine
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Frucht von Torreya ? ---> Cephalotaxus harringtonia

Beitrag von ApachePine » 20 Okt 2010, 23:28

Hallo

Heute endeckte ich im BoGa solche Früchte wie auf dem erstem Foto

viewtopic.php?t=2249&highlight=torreya
Ist es Torreya ? Es gibt in den Baumlisten keine Nusseiben zum Vergleich.
Ein paar habe ich mitgenommen aber wie die Nadeln aussahen kann ich nicht sagen da der Baum/Strauch zwischen Eiben wuchs also so gut wie unsichtbar. Nadeln ähnelten meiner Meinung nach der Eibe sehr. Ein Schild habe ich auch nicht bemerkt. Ich endeckte ihn auch nur mit viel Glück und Zufall.

Ein Foto von meinen Früchten werde ich noch nachreichen

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Beitrag von Kiefernspezi » 21 Okt 2010, 08:59

Hallo,

Torreya californica ist ein sehr attraktiver Baum mit recht langen Nadeln.
Die "Früchte" werden wallnussgroß. Es handelt sich um Nüsse, die von einem Arillus, einer Art fleischigen Hülle, ganz eingeschlossen sind - im Unterschied z.B. zu unserer heimischen Eibe (Taxus baccata).
Anbei ein paar Bilder. Leider habe ich keine Nadel detailliert fotografiert.
Aber auf einem Bild erkennt man die weiße Doppelbänderung auf der Nadelrückseite.

Viele Grüße
Dateianhänge
DSC01901.JPG
Zweige voll mit Eibennüssen
DSC01901.JPG (69.25 KiB) 3450 mal betrachtet
DSC01900.JPG
Nadeln mit Bänderung auf Unterseite
DSC01900.JPG (47.77 KiB) 3449 mal betrachtet
DSC01897.JPG
Mit dem Arillus erreichen die Nüsse Wallnussgröße
DSC01897.JPG (56.22 KiB) 3448 mal betrachtet
DSC02056.JPG
Aufgeschnittener Arillus und zwei Nüsse mit rudimentären flügelähnlichen Dingern - was ist das?
DSC02056.JPG (30.92 KiB) 3447 mal betrachtet

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Beitrag von ApachePine » 21 Okt 2010, 19:11

Dann ist es wohl keine Nusseibe.
In der Tat Torreya californica ist wirklich ein sehr attraktiver Baum.

Leider habe ich keine Angaben wie die Nadeln aussahen usw. Der Baum war ganz gut versteckt nur die Früchte habe ich dazwischen bemerkt
Hier die Fotos von den Früchten. Wenn man die Frucht aufmacht dann kommt eine glibbrige Flüssigkeit raus.
Dateianhänge
Früchte; rechts der Samen_Vga.JPG
Früchte; rechts der Samen_Vga.JPG (45.21 KiB) 3436 mal betrachtet
Frucht; rechts der Samen_Vga.JPG
Frucht; rechts der Samen_Vga.JPG (47.53 KiB) 3436 mal betrachtet
Eine leere Fruht mit Samen_Vga.JPG
Eine leere Fruht mit Samen_Vga.JPG (48.82 KiB) 3436 mal betrachtet

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Beitrag von Kiefernspezi » 22 Okt 2010, 21:35

Die Früchte sehen wie Pflaumen aus, weshalb der Baum auch "Pflaumeneibe" genannt wird. Dürfte sich um Cephalotaxus harringtonia handeln.

Viele Grüße

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Beitrag von stefan » 26 Okt 2010, 23:01

Hallo Baumfreunde,
david k. hat geschrieben: ... Hier die Fotos von den Früchten. ...
Es ist keine Rechthaberei :), aber Wolfram wies in einem anderen Thread mit Recht darauf hin, daß wir hier unter den engagierten und regelmäßigen Nutzern auf korrekte Begrifflichkeit achten sollten:
Nadelbäume haben keine Früchte!
Es sind immer nur Samen - bei Cephalotaxus etc. sind es Samen mit fleischigem Samenmantel.
Gruß, Stefan
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Beitrag von LCV » 27 Okt 2010, 06:44

> Es ist keine Rechthaberei

In die gleiche Kategorie gehört die korrekte Schreibweise.

Es heißt Walnuss, nicht Wallnuss.


Gruß Frank

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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Okt 2010, 11:18

Ist richtig. Sorry.
Gibt es für diese Samen mit fleischiger Hülle auch eine Bezeichnung?
In allen anderen Bereichen ist das ja einfach: Frucht, Zapfen, Beere, Hülse usw.
Wie ist aber die "Einwortbezeichnung" für Samen in fleischiger Hülle? :?

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stefan
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Beitrag von stefan » 27 Okt 2010, 12:09

Hallo Kiefernspezi,
bei den Früchten wird mit den verschiedenen Begriffen der morphologische Aufbau der Frucht (Beere, Steinfrucht, ...) beschrieben. Die Bescvhreibung bei wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Frucht und weiterführende links) ist ganz brauchbar.
Frucht ist ein allgemeiber Oberbgegriff;
Zapfen ist ein Begriff aus der Kategorie der morphologischen Beschreibung von Blütenständen und speziell für die Samenstände der Nadelbäume ("Zapfen" ist insofern also ein Analogon zu "Frucht").
Für die verschiedenen morphologisch unterscheidbaren Samen (fleischige Hüle, Arillus, Flügel, ...) gibt es meines Wissens keine Begriffe.
Gruß, Stefan
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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Okt 2010, 13:58

Tja, dann wird es immer etwas umständlich bleiben in der Kommunikation bzgl. der Eibengewächse, zumal auch dort die - was auch immer - m.W. nach Ergebnis einer Einzelblüte, sondern eines Blütenstands gesehen werden, auch wenn nur 1 Samen ausgebildet wurde - s. auch Microbiota.

Viele Grüße

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Beitrag von Hessekopp » 27 Okt 2010, 18:00

Hmmmmmmmm ...
in der Medizin spricht man beim ungeborenen Kind ebenfalls von Frucht, es handelt sich ja schließlich um das Resultat einer Befruchtung.
Weibliche Blüten von Koniferen werden ebenfalls befruchtet, daher hätte ich Zapfen und Co ohne mit der Wimper zu zucken ebenfalls als Frucht bezeichnet.
Sprechen wir hier jetzt nurnoch von Weinbeeren und nichtmehr von Weintrauben?
Heißen Erdbeeren jetzt aufeinmal Erdsammelnußfrüchte oder gar Erdnüsse? :D
Wenn Profis unter sich derartige Maßstäbe ansetzen, geht das in Ordnung aber gegenüber Laien sollte man doch mal die Kirche im Dorf lassen und dieses Forum ist auch Laien zugänglich.
Kennt ihr das nicht ... da unterhalten sich zwei fachlich korrekt und man selbst sitzt als nicht Eingeweihter nur kopfschüttelnd daneben.
Natürlich ist jeder Kreis auch eine Ellipse, aber wenn ich Nichtmathematikern einen Kreis als Ellipse vorstelle, fühlen die sich von mir verarscht.
Man kann auch Wurzeln aus negativen Zahlen ziehen, nur halt nicht in den reellen Zahlen und alles darüber hinaus juckt in aller Regel niemanden. Wenn sich zwei Autos mit je 100 km/h entgegen fahren, ist die Geschwindigkeitsdifferenz nicht 200 km/h (Relativitätstheorie), aber der Fehler ist im Alltag derart gering, daß er selbst Physiker bei Autos nicht juckt.
Genauso verhält es sich, wenn mir - man entschuldige bitte den Ausdruck, ich meine damit niemanden persönlich und schongarnicht jemand bestimmten - Fachidioten erzählen, Ginkgo, Taxus und Cephalotaxus hätten keine Früchte. Für weit über 99% der Bevölkerung sind das Früchte ... viel eher sogar als denn eine Walnuß eine Frucht ist. Für die Probleme und Fragestellungen, mit denen Laien hier im Forum aufschlagen, ist der Unterschied nicht wichtig.
Wenn "Hans-Martin" hier im Forum aufschlägt und von seinen Problemen mit der Entfernung der Wurzeln von Bambus erzählt und um Rat fragt, dann ist es ihm primär völlig wurscht, daß die braunen Dinger, die er da rauszieht, garkeine Wurzeln sind, sondern daß es sich dabei um Rhizome handelt. Die könnten auch Kühlschrank heißen, doch er will ja einfach nur wissen, wie er die Dinger am besten loswird. Ganz enttäuscht wird Hans-Martin sein, wenn anstatt nützlicher Tips Hinweise darauf kommen, daß Bambus garnein Gehölz und erstrecht kein Baum ist und er daher sowieso im falschen Forum sei. Für Hans-Martin ist Bambus aus Holz ... ergo ein Gehölz ... wie für fast jeden anderen auch.
Im Thread mit den "Ginkgo-Früchten" ging es um ein Schulherbarium und nicht um eine Habilitation. Ich finde, in einem solchen Thread kann ein Ginkgo ruhig auch mal Früchte haben, auch wenn eine elitäre Minderheit - zu der ich leider nicht zähle - genau weiß, daß im botanischen Sinne der Ginkgo gar keine Früchte hat.

Edit: Im Fitschen gibt es einen Früchteschlüssel und ratet mal, was da so alles aufgeführt ist ... genau ... alles Befruchtete halt, auch die "Dinger" der Nacktsamer.
Zuletzt geändert von Hessekopp am 27 Okt 2010, 18:20, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von Kiefernspezi » 27 Okt 2010, 18:09

Das Beispiel mit Hans-Martin gefällt mir besonders gut.
Deshalb bemühe ich mich auf meiner Homepage und auch hier im Forum, immer wieder auch Trivialnamen ins Spiel zu bringen, auch wenn ich selbst meine Probleme damit habe und jeder stark interessierte letztlich lat. Namen als kleinsten gemeinsamen Nenner für sich entdeckt.
Die gleichen Gedanken habe ich mir auch gemacht, als es um die "Themen des Monats" ging.
Leider hat den Probelauf ein unheimlich komplexes Thema gewonnen.
Wenn wir Zulauf haben wollen, müssen wir die Leute da abholen, wo sie stehen.

Viele Grüße

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 27 Okt 2010, 18:28

Ich schließe mich Hessekopp voll und ganz an. Wenn jemand etwas Fruchtähnliches wie David findet und fragt nach, weil er es nicht besser weiß, ist das in meinen Augen doch völlig in Ordnung. Die perfekten Botaniker können gerne richtigstellen. aber bei der nächsten Anfrage wird sich das ebenso wiederholen, weil es der nächste auch nicht weiß.
Wenn wir aber von vorneherein solche Maßstäbe setzen, traut sich mancher vielleicht überhaupt nicht mehr hier nachzufragen oder zu antworten und das wäre schade.
Im Übrigen ist David , der den Begriff " Frucht" hier brachte Schüler und ich würde mich freuen, wenn noch mehr solcher Schüler sich hier derart beteiligen und Interesse zeigen würden wie er.
Also ich würde sagen: Immer locker bleiben.

Auch Rechtschreibfehler versucht jeder zu vermeiden. Wenn sich aber welche einschleichen, was soll´s. Wer´s besser weiß, stellt sie richtig .Da sollte es doch keine Probleme geben.


Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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Beitrag von ApachePine » 29 Okt 2010, 13:21

Danke für die Hilfe, es ist also Cephalotaxus harringtonia.
Dann sind die Samen wohl leider taub da die Kopfeiben zweihäusig sind.

@stefan
Tut mir leid. Ich werde mich in Zukunft bemühen :wink:

Nochmals Danke an alle

wolfram
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Beitrag von wolfram » 29 Okt 2010, 14:15

stefan hat geschrieben: daß wir hier unter den engagierten und regelmäßigen Nutzern auf korrekte Begrifflichkeit achten sollten:
Allein darum ging es, aber das haben Hessekopp und Cryptomeria wohl nicht gelesen :wink:
Viele Grüße, Wolfram

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