Behandlung von Sorbus domestica und Sorbus torminalis-Früchten für die Keimung

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ortbauer
Beiträge: 2
Registriert: 10 Dez 2009, 22:09
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Behandlung von Sorbus domestica und Sorbus torminalis-Früchten für die Keimung

Beitrag von ortbauer »

Hallo,

eine praktische Frage stelle ich mir seit einigen Tagen: ich habe einige Sorbus domestica und Sorbus torminalis-Früchte gesammelt und bin mir nicht sicher, wie ich diese zum Keimen bringen kann.
Einfach die Erde bringen und in den Garten über Winter stellen und abwarten, was dann kommt?

Vielleicht weiss jemand Rat.

Besten Dank schon im voraus!
:?

Buck
Beiträge: 446
Registriert: 19 Mai 2010, 11:45
Wohnort: Nähe Echternach. Luxembourg

Beitrag von Buck »

Salut ortbauer,

generell kannst du beide Sorbus-Arten leider meist nur mit mässigem Erfolg aussäen (das heisst: weniger als die Hälfte des Saatgutes keimt). Es klappt aber, nur musst Du Geduld haben:

Sorbus domestica und S. torminalis: Früchte anrotten lassen, dann auswaschen, wenn das Fruchtfleisch mürbe geworden ist (ca. 10 Tage). Saatgut dann in einem kleinen Plastiktütchen in den Kühlschrank legen und bis März dort drin lassen. Dazu gibst du ein feuchtes - nicht nasses!- Stück Küchenpapier. Wichtig ist, dass die Saat nicht austrocknet - die Keimfähigkeit wird in solchem Falle nicht zerstört, aber die Samen werden sehr hartschalig, und es dauert ein weiteres Jahr, bis die Samen keimen. Du kannst auch die Früchte komplett in Plastiktütchen geben und alles bis in den März in den Frigo machen, aber dann hast du im Frühjahr einen ziemlich matschigen Brei, der die Aussaat erschwert. Beides ist eine "Kalt-Feucht-Stratifikation".
Wenn Du im März aussäst, kannst Du am besten die Saat in Multitopfplatten (oder kleine Töpfe) aussäen, und vor Mäusen geschützt draussen aufstellen, oder im Kalthaus bzw Folientunnel. Beide Sorbus-Arten keimen dann ab April zu einem Teil, ein weiterer Teil keimt erst im Jahr darauf, also die Töpfe nicht wegschmeissen! Am besten Aussaatsubstrat dazu verwenden, das einen geringen Tonanteil enthält.
Vor allem bei Sorbus domestica ist es wichtig, die Sämlinge nach dem Keimen noch ein Jahr im (11er-)Topf zu behalten und dann vorsichtig in grössere Töpfe zu topfen - die Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden, dies könnte einen sogenannten Umpflanzschock auslösen und die Speierlinge dann möglicherweise sehr schorfanfällig werden lassen (deshalb auch nicht in Kisten aussäen und später pikieren, wie man dies gut mit anderen Sorbus machen kann). Im ersten Jahr werden beide Sorbus nur 10-15 cm hoch (es gibt einzelne Ausreisser, die schneller sind).
In den Folgejahren beim Aufschulen sollten die Speierlinge NICHT geschnitten werden. Der Trieb wird duch die Terminalknospe hochgezogen zu einem Stamm. Erst wenn die Speierlinge ca. 150 cm hoch sind, sollten sie hochgeschnitten werden (also Formieren).

Gute Formen (grossfrüchtig) vom Speierling werden veredelt, am besten durch Okulation auf Kirchensaller Mostbirne, eine Sämlings-Birnenunterlage. Sorbus torminalis ist in dieser Hinsicht noch schwieriger, es gibt kaum gute Veredlungsunterlagen, am besten gelingt es hier auf Sorbus latifolia.

So, ich hoffe, Du hast Erfolg mit Deinen Sorbus-Aussaaten,
Schöne Grüsse,
Schöne Grüße,
Buck

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