Welcher Baum ist das? Nevada ---> Pinus flexilis

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch ausserhalb Europa, z.B. Afrika, Asien gesehen, und möchtet ihn bestimmen, dann könnt ihr hier fragen.

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Kiefernspezi
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Welcher Baum ist das? Nevada ---> Pinus flexilis

Beitrag von Kiefernspezi »

Wie in den vorangegangenen Rätseln/Berichten zu erkennen war, baut sich in den Höhenlagen die Bewaldung schichtenartig in ganz bestimmten Waldgesellschaften auf. Dabei löst an der unteren Gebirgsgrenze die einnadelige Kiefer Pinus monophylla die "Wüstenvegetation" ab (Stufe 1)und tritt im Grenzbereich in interessanter Mischung mit ihr auf.
Die 2. Stufe bildet die Gelbkiefer, die zunächst in Mischung mit Pinus monophylla, aber sehr schnell in Monokultur vorkommt.
Die nächsten Stufen (mind. 2), kann ich nur erahnen, aber noch nicht dokumentieren, da der hohe Schnee ein Weiterkommen über ca. 2000 m hinaus unmöglich gemacht hat. Aber zumindest habe ich als Beimischung zum Gelbkieferwald eine weitere Kiefer entdeckt. Inwiefern diese sich in größerer Höhe komplett durchsetzt, vermag ich momentan nicht zu sagen.
Aber ich betrachte die beobachtete Mischung als den Ansatz zur Stufe 3. Leider habe ich nur scheußliche Bäume gefunden, aber immerhin sollte es zur Bestimmung reichen. Diese Kiefer ist 5-nadelig, die Zapfen werden bis zu 18 cm lang. In Deutschland ist diese Kiefer winterhart, allerdings anfällig gegen Blasenrost. Außer in Sammlungen ist sie aber nur seeeehr selten zu finden. Tolle Bäume gibt es im Arboretum Eschborn.
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Krücke im tiefsten Schnee.
Krücke im tiefsten Schnee.
DSC09708.JPG (55.53 KiB) 3217 mal betrachtet
Zum Glück sind die Zapfen gut zu erkennen.
Zum Glück sind die Zapfen gut zu erkennen.
DSC09709.JPG (56.72 KiB) 3216 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Kiefernspezi am 28 Mai 2010, 22:07, insgesamt 2-mal geändert.

wolfram
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Beitrag von wolfram »

Hallo,
die Gelbkiefernwälder werden in Kalifornien nach oben hin durch Pinus contorta-Formationen abgelöst, die dann in baumlose Vegetation der Gebirge übergehen.
Viele Grüße, Wolfram

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Das kann man so nicht verallgemeinern. So liegen z.b. die Zuckerkiefermischwälder oberhalb der Gelbkieferwälder im südlichen Yosemite-National-Park.
Da gab es sogar noch mehr Stufen: 1. Stufe: Pinus monophylla, 2. Stufe: Pinus sabiniana, 3. Stufe: Pinus ponderosa, 4. Stufe: Pinus lambertiana...
auch hier kann ich nur Aussagen bis zu einer gewissen Höhe treffen. Aber es war zu erkennen, dass Pinus lambertiana in Mischung mit anderen Koniferen die Gelbkiefer-Stufe komplett ablöst.
Inwiefern noch eine Hochwald-Stufe darüber hinaus folgt, kann ich nicht einschätzen.
In Nevada wird aber die Hochwaldstufe (dort Stufe 4) angeblich von Pinus aristata gebildet. Konnte ich aber nicht nachprüfen.

Dieser ständige Wechsel der Waldgesellschaften hat den Ausflug auch wahnsinnig interessant gemacht. Leider war viel zu wenig Zeit, um vernünftig zu dokumentieren und Foto´s aufzunehmen.
Ich kann jedem nur empfehlen, einmal selbst hinzufahren.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hier noch einmal ein größeres Foto von den Zapfen.
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102_1385.JPG
102_1385.JPG (62.65 KiB) 3180 mal betrachtet

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Na, dann löse ich auf: Es ist Pinus flexilis, die im Dichtstand nicht schön aussieht.

Viele Grüße

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