Picea abies aus Stecklingen?

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Andreas75
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Picea abies aus Stecklingen?

Beitrag von Andreas75 »

Hallo, liebe Mit- Dendrologen =)!

Ich habe ein verlängertes Wochenende im Windecker Ländchen (im untersten Zipfelchen von Nordrhein- Westfalen) verlebt, und da bei einem Streifzug durch die fichtenbestandenen Berge (die mich sehnsüchtig an meine osthessische Heimat erinnerten) unter einer dicken Altfichte einen abgebrochenen Zweig gefunden, der neben zwei reinen Albino- Trieben auch noch 7 mehr oder minder panaschierte Triebe auweist, von denen einige gleichmäßig weißgrün marmoriert sind, andere sind eher in weiße und grüne Nadeln zweigeteilt.

Da ich nun mit Fichtenveredlung keinerlei Erfahrung habe (auch über keine Unterlagen verfüge), möchte ich sehr gerne erfahren, ob denn jetzt noch die Zeit günstig wäre, um Stecklinge draus zu machen, was ich da beachten muss, und ob das überhaupt Aussicht auf Erfolg hat.
Glücklicherweise stammt der Zweig aus der oberen Spitzenregion, das heißt, er ist eher terminal veranlagt, und besteht nicht aus den hängenden Seitenzweigen.

Vielen Dank für Tipps und Grüße, Andreas
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Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Andreas,

ich habe selbst keine Erfahrung mit Picea-Stecklingen. Schreibe dir aber was in Gehölzvermehrung von A. Bärtels steht: Die Sorten aller Arten lassen sich von August bis Oktober und Februar bis April, vor dem Austrieb stecken. Von verzweigten Stecklingen werden die unteren Seitentriebe entfernt, die Nadeln brauchen nicht entfernt zu werden. Eine seitliche Verwundung ist ebenso überflüssig wie Wuchsstoffe. Im Frühjahr sind Bodentemperaturen von 12 - 15 °C günstig. Stecklinge, die von Februar bis April gesteckt werden, treiben aus, bevor sie Wurzeln gebildet haben. Sie müssen sorgfältig schattiert werden. Stecklinge von jungen Pflanzen bewurzeln sich viel besser als von alten Pflanzen.

Wie bei allen Stecklingen würde ich für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, also Plastiktüte drüber oder Minigewächshaus, ab und zu lüften.

Viel Erfolg, sehr schöner Fund

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Oh danke, Wolfgang ^^!
Da passt die Zeit ja noch, und die Temperaturen demnächst auch, suuuper *freu*!
Dann mache ich das gleich morgen wie beschrieben, und hoffe, daß die Zweige, da ja vom jüngeren Holz der Krone stammend, doch recht gut anwurzeln werden. Es wäre fein, gelängen von den so 7- 8 steckbaren Trieben so 2- 3 =)!

Lieben Gruß, Andreas

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Wenn die Stecklinge aus dem Kronenbereich kommen, sind auch sehr früh Zapfen dran, manchmal schon bei 1/2 m hohen Bäumchen.

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

ist hohe Luftfeuchtigkeit bei stecklingen unbedingt nötig?
Ich habe noch gar keine Erfahrungen mit Stecklingen gemacht

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo David,
JA!
Stecklinge müssen aus ihren Reserven neue Wurzeln bilden. Dabei haben sie - weil sie keine Wurzeln haben - nur sehr beschränkte Möglichkeiten Wasser aufzunehmen. Deshalb ist die größte Gefahr, daß Stecklinge vertrocknen!
Damit sie nicht zu viel Wasser verlieren, werden auch die Blätter teilweise entfernt!, ein Teil muß aber als Assimilationsfläche aber erhalten bleiben!
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

stefan hat geschrieben:Hallo David,
JA!
Stecklinge müssen aus ihren Reserven neue Wurzeln bilden. Dabei haben sie - weil sie keine Wurzeln haben - nur sehr beschränkte Möglichkeiten Wasser aufzunehmen. Deshalb ist die größte Gefahr, daß Stecklinge vertrocknen!
Damit sie nicht zu viel Wasser verlieren, werden auch die Blätter teilweise entfernt!, ein Teil muß aber als Assimilationsfläche aber erhalten bleiben!
Gruß, Stefan
Aso
Ich möchte nähmlich eine Rotblättrige Birke und noch ein paar andere Bäume durch Stecklinge vermehren.
Was sollte ich noch außer der Luftfeuchtigekeit beachten? Ist der Zeitpunkt in Ordnung?

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo David,

kann dir auch nur aus Bärtels Tipps geben. Noch nicht selbst ausprobiert. Mai von vorgetriebenen Mutterpflanzen, Juni von Freilandpflanzen. Die 10-15 cm langen Stecklinge von Seitentrieben befreien,an der Basis seitlich verwunden und Blätter so weit bis oben entfernen, dass sie keinen Kontakt zum Substrat haben. Stecklinge mit Bewurzlungspulver behandeln, da die Birke nur ein sehr geringes Bewurzelungspotential besitzt. Stecklinge unter Folie häufig lüften. Frostfrei überwintern.

Geht am besten von sehr jungen ( 2-5 Jahre) Pflanzen.

Wenn die Pflanze älter ist, kannst du ja auch versuchen auszusäen. Vielleicht bekommst du auch rote Sämlinge.

Viel Erfolg

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

Wusste gar nicht dass auch rote Sämlinge rauskommen können ?

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Wenn Du Glück hast, kommen auch rote, wenn sich die rote Birke selbst bestäubt hat (man kann da ohne weiteres manuell etwas nachhelfen ^^). Ansonsten werden wohl erst in der F2 wieder rote Sämlinge fallen.

Wenn meine B. pubescens 'Rubra' soweit ist (die soeben austreibt *jieper*), dann werde ich mir mal Zweige von B. pendula 'Dalecarlica' holen, oder von dieser zwergwüchsigen geschlitztblättrigen Birkensorte (davon dann allerdings lieber gleich eine ganze Pflanze, von meinem Lieblings- ebay- Gärtner) ^^!

Die Fichtenstecklinge stehen übrigens, und sehen noch sehr saftig aus, was für die recht lange Zeit, die sie schon vom Baum sind, sicher ein zumindest nicht ganz schlechtes Zeichen ist =).

Grüße, Andreas

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

Kiefer hat geschrieben:Hy!

Wenn Du Glück hast, kommen auch rote, wenn sich die rote Birke selbst bestäubt hat (man kann da ohne weiteres manuell etwas nachhelfen ^^). Ansonsten werden wohl erst in der F2 wieder rote Sämlinge fallen.
Was meinst du mit F2?

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Ist ein Begriff aus der Tier- und Pflanzenzucht...
F2 bezeichnet die zweite Nachkommengeneration einer Kreuzung/ Verpaarung...

Will heißen, bestäubt sich die rote Birke selbst, dann gibts bereits in der ersten Nachkommengeneration/ Filialgeneration (F1) rote Sämlinge. Wird die rote aber von einer grünen Birke bestäubt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß die F1 grün wird, und erst aus deren Nachkommen, der F2, wieder rote Birken fallen ^^.

Grüße, Andreas

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

jetzt ist alles klar :D

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

vorige Woche habe ich Stecklinge von der rotblättrigen Birke gemacht Cryptomeria schrieb Mai aber leider werde ich erst wieder im Juli dort sein
Gibt es trotzdem eine Chance dass die Stecklinge Wurzeln bilden ?

ApachePine
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Beitrag von ApachePine »

vor 3 Wochen habe ich die Stecklinge in die Erde gebracht
Sie sehen prächtig aus haben vor einer Woche ihre Blätter entfaltet
Kann man zu diesem Zeitpunkt schon an einen Erfolg glauben?

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