Begrüßung, Lob und Frage

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Brötchen
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Begrüßung, Lob und Frage

Beitrag von Brötchen »

Hallo
ich war schon lange hier nicht mehr on, da ich sehr viel zu tun hatte. Ich hoffe, ich habe jetzt wieder mal mehr Zeit. Ich muss schon einmal das neue Layout loben. Es ist super umgestaltet worden (und ich musste mich ersteinmal umsehen, wo was ist :oops: ).

Hier nun meine Frage:
Wenn ihr von irgendeinen Baum wisst, wie lang er so ca (+/- 10-20Jahre) zum auswachsen braucht, bitte hier reinposten. Ich hoffe, dass ihr von ein ein paar Bäumen das wisst. Mir wäre sehr geholfen.

Grüße Brötchen

EDIT: Natürlich mit botanischen oder deutschem Namen und der Größe.
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hi, da der Baum beständig "wächst", sprichst Du bestimmt vom Höhenwachstum, dass zu 90 % nach relativ kurzer Baumlebenszeit abgeschlossen ist?

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,

bei den meisten Baumarten werden die produktiven Zuwächse, also messbare Langtriebzuwächse höchst unterschiedlich verlaufen. Ein paar Beispiele:

Der Bergahorn braucht zirka 80 Jahre für 30m, die Birke 40 Jahre für 25m, Hainbuche 70 Jahre für 20m, Buchen rund 100 Jahre für 30m. Stieleichen rund 90 Jahre für 25m, Eschen haben 28m nach rund 60 Jahren, Rosskastanien nach 70 Jahren 25m und Winterlinden nach rund 80 Jahren 25m erreicht.
Bei denen mit den Methusalem-Genen ist das tatsächlich etwa 1/5 bis 1/10 der möglichen Gesamtlebensphase, bei zahlreichen Anderen aber nicht selten schon Halbzeit.

Ihre tatsächliche Endhöhe ist das aber nicht selten nicht, Buchen mit 37m sind keine Seltenheit, so dass der Alterszuwachs bei Bäumen auch noch mit den Jahren ganz interessant sein kann, aber i.d.R. etwa 4x langsamer abläuft.

Nur die Pappel ist da fixer, die ist mit 30 (30m) für diesen Lebensabschnitt schon fertig. :twisted:

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baumlaeufer
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Beitrag von baumlaeufer »

Mahaleb hat geschrieben:Hallo,


Bei denen mit den Methusalem-Genen ist das tatsächlich etwa 1/5 bis 1/10 der möglichen Gesamtlebensphase, bei zahlreichen Anderen aber nicht selten schon Halbzeit.
Nette info, danke... wie ist es denn bei der Douglasie, die immerhin fast 15 % des Forstbestandes ausmacht und die einheimischen Gehölze überragen kann ?

Und....Versteh ich das recht, das der Buchen-Forstbesitzer erst ab ca 100 Jahren sich freut , wenn das Buchenholz in Sachen Dickenwachstum in seine Geldbörse wächst?

Baumlaeufer-Wolfgang
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de

Brötchen
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Beitrag von Brötchen »

Danke! Also kann ich davon ausghen, dass so bei 1/5 der Lebenszeit der Baum schon ausgewachsen ist?
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

campoverde
Beiträge: 1185
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Beitrag von campoverde »

Hallo,
allgemein ist das ein recht komplexes Thema, das Höhenwachstum ist stark standortabhängig, auch starke Unterschiede verschiedener Herkünfte (im Unterschied zum Durchmesser, der auch stark durch Standraum beeinflußbar). Tendenz aber klar.

Zur Douglasie:
- Laut Bundeswaldinventur flächenmäßiger Anteil 1,7%, Wolfgangs Zahl ist auf jeden Fall deutlich zu hoch. http://www.bundeswaldinventur.de/enid/7 ... ,0/53.html
- Höhenwachstum: in alter Info habe ich für gute Standorte in einer Ertragstafel für Deutschland Höhe von 46m im Alter von 100 gefunden, keine Angaben, wie es sich dann fortsetzt..
- Alter: Im Lexikon der Nadelbäume gefunden, für Küstendgl an der Westküste USA: >500J nicht selten, verbürgtes Höchstalter 1400J!

Zur Buche:Genau, Buche ist ziemlicher Spätstarter. Forstlich wird oft mit einem Zieldruchmesser gearbeitet, früher mit einer sogenannten Umtriebszeit, die bei Buche oft bei ca 140 Jahren lag.

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Schnelles Geld wird eben nur mit Nadelbäumen verdient. :D
Deswegen gelten diese als "Brotbäume", während der eine oder andere, der auf Buche oder Eiche gesetzt hat, schon verhungert ist. :twisted:

Mahaleb
Beiträge: 853
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Beitrag von Mahaleb »

Brötchen hat geschrieben:Danke! Also kann ich davon ausghen, dass so bei 1/5 der Lebenszeit der Baum schon ausgewachsen ist?
Für eine Pauschalaussage ein leider klares Nein.
Ein Beispiel: Eine Pappel hat bei 1/5 ihres möglichen Lebensalters rund 20m, ist aber auch erst 20 Jahre alt. Die Umtriebszeit beträgt 30 Jahre, dann hat die Pappel zirka 25 bis 30m und das beste Holz, hat aber auch schon 3/10 ihrer durchschnittlich möglichen Lebensspanne erreicht.
Alles hängt tatsächlich sehr stark vom Lebensumfeld ab.
Ein guter Boden sorgt für frühere Erträge, Lichtkonkurrenz beschleunigt das Längenwachstum, bei dem es um das Überleben geht, wer zuerst oben ist hat quasi gewonnen. Eine Pappel auf freier Flur hingegen läßt sich viel Zeit, sie wird nicht gedrägt und kann sich in aller Ruhe entwickeln.
Wie bei vielen Dingen, so steigt mit dem eigenen Wissensstand auch die Erkenntnis über die tatsächlich vorhandenen weißen Flecken ohne Inhalte :shock:

Brötchen
Beiträge: 1191
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Wohnort: Hahnbach

Beitrag von Brötchen »

ich brauche ja nur so pi mal daumen einen Richtwert. Es muss nicht genau sein, aber so ca.
Auch ein kleiner Baum ziert einen großen Garten.

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