Sumpf-Eiche - Quercus palustris? ---> Quercus palustris

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Botanica
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Sumpf-Eiche - Quercus palustris? ---> Quercus palustris

Beitrag von Botanica » 03 Okt 2009, 18:13

Hallo zusammen,

diese Eiche ist mir schon im Frühjahr aufgefallen. nach den Erfahrungen bei dem Thread "Quercus rubra" habe ich bis zum Herbst gewartet, um entsprechende Aufnahmen zu machen.

bei der Bestimmung tue ich mich dennoch schwer.

Q. rubra ist auszuschließen, dieser baum steht direkt vor iener Quercus rubra, der baum mit den dunkleren konturen. Somit verbleiben:

Q. palustris
Q. coccinea
Q. shumardi

Q, shumardi soll bleiche Bärtchen in den Blattnerven haben, die hier vorliegenden würde ich als hellbraun bis braun bezeichen.

Die Blattstiele waren immer zwiachen 3 und 4,5 cm, die Form des Blattgrundes war meist keilförmig. Daraus schließe ich auf Q. palustris. Am Baum waren sehr wenige Früchte zu finden, die wenn noch sehr klein waren und aüßerst kurz gestielt. Leider konnte ich keineFrüchte am Baum fotografieren, da die Äste kaum ereichbar waren. Beim Abreißen fieln die Früchte ab, diejenigen, die ich am Boden gefunden habe waren etwa 5mm lang.

Viele Grüße

Harry
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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 03 Okt 2009, 20:47

Hallo!

Ja, ist Quercus palustris =)!

Grüße, Andreas

Botanica
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Danke

Beitrag von Botanica » 03 Okt 2009, 21:26

Hallo Andreas,

herzlichen Dank für die Bestätigung.

Da ich mir aber bei der Bestimmung unsicher war, und ich für zukünftige Bestimmungen dazu lernen möchte hätte ich eine Bitte:
Könntest Du mir bittesagen woran Du das eindeutig erkennst?
Oder sind meine Schlußfolgerungen (schrittweiser Auschluß der anderen Arten) wirklich korrekt.




Viele Grüße

Harry

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 03 Okt 2009, 23:46

Hallo!

Dein Artenausschlußverfahren war schon ganz gut, und dann war für mich noch der mäßige Fruchtansatz sowie besonders die roten Milbenhäuschen, respektive Achselbärte der Blattadern, charakteristisch.
Q. coccinea hätte zudem noch feineres Laub, und keine "Achselbehaarung" ;):
Auch gibt Q. coccinea meiner Kenntnis nach allgemein keinen guten Straßenbaum ab, im Gegensatz zu Q. palustris, die man als solchen besser verwenden kann.

Auschlaggebend waren neben alledem für mich aber zur Hauptsache die, ja..., Achselbärte in rötlicher Farbe.

Grüße, Andreas

Botanica
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Q. coccinea

Beitrag von Botanica » 04 Okt 2009, 09:51

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Erläuterungen, den"mäßigen Fruchtansatz" habe ich als zusätzliches Bestimmungsmerkmal in den Roloff /Bärtels eingetragen.
(ebenso als Straßenbaum geeignet)

Aber zum Thema Achselbärte:
Genau wegen dem Merkmal war ich ja unsicher, weil im Roloff Bärtels (3. Auflage) bei Q. coccinea eben auch Achselbärte eingezeichnet sind und die anderen Unterscheidungsmerkmale eher so lala sind (Deinen Hinweis mäßiger Fruchansatz) kannte ich ja noch nicht.
Wenn da ein Fehler im RB ist, wäre die Unterscheidung ja reltiv einfach.

Viele Grüße

Harry

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 04 Okt 2009, 11:47

Hallo Harry!

Ja, ich kenne Q. coccinea nur als Achselbart- kahl, und so ist sie auch hier in den Baumlisten verzeichnet, wo Du sehr schön Blattober- und Unterseite vergleichen kannst :).

Der mäßige Fruchtansatz ist eine Eigenbeobachtung von mir selbst, da niemals so viele Eicheln angesetzt werden wie beispielsweise bei Roteichen, auch wenn, wie in Berlin, in der Regel mehrere Bäume nahe beieinander stehen.

Grüße, Andreas

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ok

Beitrag von Botanica » 04 Okt 2009, 12:15

Hallo Andreas,

alles klar,

nochmals vielen Dank


Viele Grüße

Harry

campoverde
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Re: Q. coccinea

Beitrag von campoverde » 04 Okt 2009, 19:05

Hallo,
Unterscheidung ist ja immer wieder verwirrend:
Botanica hat geschrieben:...
Aber zum Thema Achselbärte:
Genau wegen dem Merkmal war ich ja unsicher, weil im Roloff Bärtels (3. Auflage) bei Q. coccinea eben auch Achselbärte eingezeichnet sind...
Nicht nur im R/B, sondern auch im Fitschen heißt es: unterseits kahl bis braune Achselbärte.
Die Bilder in der Baumlisten weichen m.E. übrigens sehr stark von den Bildern im R/B und Fitschen ab.

Roseo-Marginata
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Beitrag von Roseo-Marginata » 04 Okt 2009, 20:17

Wir hatten Q palustris und Q coccinea früher schonmal im Detail diskutiert, hier.
Für mich ist das wichtigste Unterscheidungsmerkma: Durchgehender Stamm (Q palustris) oder nicht (Q coccinea).
LG Roseo

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Stamm

Beitrag von Botanica » 04 Okt 2009, 23:01

Hallo Roseo-Marginata,

habe den Thread durchgelesen, interessant, da die Probleme absolut ähnlich sind: In unterschiedlichen Werken unterschiedliche, z.T. widersprüchliche Angaben.

"Meine" Q. palustris hatte auch einen durchgehenden Stamm.

Die Nervatur (nicht die Achselbehaarung) kann man übrigens vergessen.
IM RB sind für, Q. coccoinea und Q. palustris unterschiedlich Nervenbahnen eingezeichnet und als Merkmal ausgewiesen.

Q. coccinea : Nerven verschoben
Q. palustris : Nerven treffen sich.

Ich habe ca. 20 Blätter als Probe mitgenommen. Bei der Hälfte treffen sich die Nerven, bei der anderen Hälfte nicht (siehe Foto)
Das Merkmal ist also ungeeignet



Viele Grüße

Harry

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stefan
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Re: Stamm

Beitrag von stefan » 04 Okt 2009, 23:19

Hallo Harry,
Botanica hat geschrieben:...
Q. coccinea : Nerven verschoben
Q. palustris : Nerven treffen sich.
...
dieses Merkmal und die Zeichnungen und Beschreibungen der Blattbasis haben mich auch immer zur Verzweifelung gebracht. Die sind nie eindeutig!
Ich komme normalerweise zu keinem sicheren Ergebnis!
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


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Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 05 Okt 2009, 00:09

Hallo!

Noch eine Frage hinterher ^^...
In der Schule habe ich diese Achselhaare als "Milbenhäuschen" kennen gelernt. War das nur eine verniedlichende Umschreibung der Lehrer, um das den Schülern besser einprägsam zu machen, oder ist das eine durchaus verbreitete Benennung der Achselbärte der Blattadern?

Danke für die Erleuchtung =)!

Grüße, Andreas

campoverde
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Beitrag von campoverde » 06 Okt 2009, 15:55

Hallo,
@Andreas: ich zumindest habe den Ausdruck "Milbenhäuschen" noch nie gehört.
Ansonsten werde ich für Thema palustris/coccinea noch etwas brauchen.
@Roseo: Danke für den Link!

JDL
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Beitrag von JDL » 06 Okt 2009, 18:40

Kiefer hat geschrieben:Hallo!

Noch eine Frage hinterher ^^...
In der Schule habe ich diese Achselhaare als "Milbenhäuschen" kennen gelernt. War das nur eine verniedlichende Umschreibung der Lehrer, um das den Schülern besser einprägsam zu machen, oder ist das eine durchaus verbreitete Benennung der Achselbärte der Blattadern?

Danke für die Erleuchtung =)!

Grüße, Andreas
yes!
these could be called 'domatia'
pit-like structures in vein axils
or
(strong) pubescence in vein axils
forming hiding-possibilities for various mites (quite often you can see these small creatures with a lens)

grts

Jan

fide wikipedia:

Als Domatien werden in der Botanik die Haarbüschel in den Achseln der Blattadern bezeichnet.

Sie können ein wichtiges Bestimmungsmerkmal bei der Unterscheidung von ansonsten sehr ähnlichen Arten sein. Beispielsweise hat die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) weiße Domatien auf den Blattunterseiten, während die Winter-Linde (Tilia cordata) braune Haarbüschel besitzt. Ein weiteres Beispiel ist die Kornelkirsche (Cornus mas).

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 06 Okt 2009, 20:18

Hello!

Thanks very much, Jan ^^! So there is really something to learn at school ;). And Domatia surely bases on the latin word Domus for House, so "Milbenhäuschen" is correctly indeed.
I 've always thought thats a cuddly Name to make the pupils learn better *lol*...

Grüße, Andreas

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