Entwicklung einer jungen Sandbirke nach massiver Aushölung durch "Birkenbohrer"

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Accelerater
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Entwicklung einer jungen Sandbirke nach massiver Aushölung durch "Birkenbohrer" im Stamm

Beitrag von Accelerater »

In einer Höhe von ca. 2m Höhe ist ein Astloch zu erkennen, ein Draht läßt sich bis zu 10cm nach oben und unten in den Stamm einführen, dabei läßt sich fauliges Material entfernen.

5 cm unterhalb des Astloches erkennt man eine 5 Markstück große Rindennekrose, an dieser Stelle ist der Stamm sehr weich was auf eine Fäulnis von Innen nach Außen schließen läßt.

Der Baum hat dieses Jahr ca. 10 cm in der Krone ausgetrieben, wurde im Februar im Container gekauft und verpflanzt.

Kann man den Baum noch retten?
Zuletzt geändert von Accelerater am 25 Nov 2012, 15:44, insgesamt 3-mal geändert.

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,

das liest sich eher wie ein Befall mit einem holzfressenden Käferlarve bzw. einer holzfressenden Raupe, als wie eine Pilzerkrankung
Es kommt ganz auf den Baum an, mit welchen Wandstärken und welcher folgenden Schädigung dieser zurecht kommen muss. Ein alter Trick ist das Ausspülen der Gänge mit 70% Spirituslösung und das Loch anschließend mit Silkon verfüllen. Der weiche, wabbelige Bereich könnte auf das künftige Austrittslos hindeuten. Da nochmals mit ner Nadel reinstechen, ausschneiden und auch mit Silkon eine Plombe erstellen.
Ist einen Versuch wert und funktioniert tlw. recht gut.

Wenn du Pech hast, klopft die Raupe abend künftig an die Tür und will'n Schnaps, das nennt man dann einen typischen Befall mit Zeuzera alcoholica... :wink:

arbo71
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Beitrag von arbo71 »

Bei einem so jungen Baum ist es im Allgemeinen sinnvoll bei einer derartigen Schädigung den Baum aufzugeben und mit einer Neupflanzung nochmal zu starten. Gearade Birken kommen auch mit kleinen Fäulen nicht so gut zurecht und faulen gerne weiter. Wundverschlußmittel etc. neigen eher dazu die Idealbedingungen für Fäulen zu halten als die Fäule zu verhindern. Sie dazu die einschlägige Fachliteratur der letzten Jahre.
Da es sich bei dem Baum um ein recht frisch gepflanztes Exemplar aus dem Container handelt wäre evtl. eine Reklamation beim Lieferanten angebracht.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Das sehe ich ebenso, aufwendige Erhaltungsmaßnahmen lohnen hier nicht, und da der Kauf wohl noch keine sechs Monate her ist (in der Zeit kann die Wunde bei Euch nicht so groß geworden sein), kannst du versuchen, Regressansprüche zu stellen!

Wie gesagt, Birken faulen gern weiter und werden instabil/ brüchig, und da wäre Neupflanzung/ Ersatz die bessere Vorgehensweise.

Grüße, Andreas

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo,

stelle einfach ein Foto von dem Loch und der "matschigen" Stelle ein.
So einfach umsägen würde ich den Baum im eigenen Garten nicht, hat ja mal Geld und Zeit gekostet.
Ich denke nach wie vor an den Befall mit einem Insekt und nicht an eine einfaulende Schnittwunde. Wenn sich da ein Hinweis findet, dann ist es einen Versuch wert, den verkaufenden Betrieb um Ersatz zu bitten, er darf keine kranken und befallenen Pflanzen veräußern.
Ob man darüber schließlich streiten will, bleibt jedem selbst überlassen.

Accelerater
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Beitrag von Accelerater »

Mußte leider mit der Handykamera vorlieb nehmen, da die DSLR anderweitig in Gebrauch ist.
Dateianhänge
1. Bild zeigt oberes "ohne meine Einwirkung" enstandendes Loch.
1. Bild zeigt oberes "ohne meine Einwirkung" enstandendes Loch.
11-07-09_1453.jpg (73.97 KiB) 7753 mal betrachtet

Accelerater
Beiträge: 272
Registriert: 13 Okt 2007, 02:52

Beitrag von Accelerater »

..................unteres Loch entstand durch Entfernung der Rindennekrose
Dateianhänge
Falls das was noch zur Sachte tut. Vor einigen Wochen entstandener Rindendefekt in einer Stammhöhe von ca. 50 cm, wurde anschließend mit Rindenbalsam versorgt.
Falls das was noch zur Sachte tut. Vor einigen Wochen entstandener Rindendefekt in einer Stammhöhe von ca. 50 cm, wurde anschließend mit Rindenbalsam versorgt.
11-06-09_1304.jpg (37.16 KiB) 7752 mal betrachtet
Weißer Handschuh markiert die Stelle der Höhle.
Weißer Handschuh markiert die Stelle der Höhle.
11-07-09_1445.jpg (56.07 KiB) 7752 mal betrachtet
Deutliche Nekrose vor Entfernung.
Deutliche Nekrose vor Entfernung.
11-07-09_1454.jpg (25.66 KiB) 7752 mal betrachtet
Deutliche Nekrose
Deutliche Nekrose
11-07-09_1528.jpg (32.01 KiB) 7752 mal betrachtet

Accelerater
Beiträge: 272
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Beitrag von Accelerater »

Bevor es überlesen wird...............

Stamm und Höhle stehen im Verhältnis 50:50 , wobei die Wand sehr fest und nicht morsch zu sein scheint.

Mahaleb
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Beitrag von Mahaleb »

Hallo Accelerater,

Danke für die Bilder, jetzt ist's für alle ersichtlicher.

Das ist der typische Befall mit Nectria, besser bekannt als so genannte Rotpustel-Krankheit. Dieser Pilz löst solche krebsartigen Wunden aus.
Ich würde bei so eindeutigem Befall auf jeden Fall den Verkäufer kontaktieren und auf Ersatz drängen, denn so ein befallener Baum gehört und darf auch nicht mehr in den Verkauf, das besagt schon das Pflanzenschutzgesetz.

Accelerater
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Beitrag von Accelerater »

hmmmm.... .. und jetzt :roll: :?:

Baum zurück schneiden geht schlecht an der Stelle, restliche Rinde von oberer Öffnung bis zur unteren entfernen :?:

Düngung mit Kalk :?:

Hatte vor am Montag einen Teil der Rinde ins Labor zu schicken.

Andreas75
Beiträge: 3995
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Ich persönlich würde die Birke weit unter der Befallsstelle kappen, und aus den beiden untersten, vollbelaubten und gut gewachsenen Seitenästen neue Terminalen erziehen. Dazu den Baum gut pflegen und nach Bedarf düngen, damit er kräftig wächst und die Wunde möglichst schnell überwallt...
Wäre meine Vorgehensweise.
Die Rinde zu entfernen brächte nichts, da der Pilz im Holz ist, die Befallsstelle also auf jeden Fall ganz weg müßte, plus einem Gutteil des noch nicht angegriffenen Holzes.
Zudem solltest Du dringend die Aststummel abnehmen, damit diese nicht auch noch befallen werden, und die Krankheit noch weiter in den Baum tragen.

Vielleicht wissen die Kollegen noch anderen Rat.

Grüße, Andreas

Accelerater
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Beitrag von Accelerater »

Der Baum hat eine 20 cm lange Höhle, wo und was soll ich da noch entfernen.

Ich könnte nur den gesamten Gang eröffnen , d.h. die Rinde aufschneiden und Entfenen, was dann in der Praxis bedeutet, dass der Baum nur noch auf der Nordseite eine Rinde hat und das Splintholz auf der Südseite freiliegt :!:

Gibts denn keine Möglichkeit wie bei der Veredelung, den offenen Bereich mit gesundem Holz zu schließen, so eine Art Transplantation :?:

Accelerater
Beiträge: 272
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Beitrag von Accelerater »

Laut den Experten der Neustadter Gartenakademie, handelt es sich höchst wahrscheinlich um eine Raupe die den Stamm bereits verlassen hat. Falls nicht wurde sie von meinem Draht getötet.

Weiteres Prozedere: Birke düngen, Höhle mit Lehm füllen.

Mahaleb
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Wohnort: Ruhrtal

Beitrag von Mahaleb »

Hallo,

niemand kann in diesem Forum den Rat des Experten anhand aufschlüssiger Fotos ersetzen, und will das auch.
Aber, hier sind bereits Hinweise in Richtung Larve / Raupe Bestandteil der Diskussion gewesen. :roll:
Raupenbefall ist fachlich betrachtet bei Nebenästen kein Problem, man entfernt diese einfach. In der dargestellten Form jedoch gefährdet es die Bruchsicherheit des Baumes.
Man kann daher versuchen die Höhle zu säubern (Spirituslösung), diese abtrocknen lassen, die Wundränder mit Wundbalsam behandeln, den trocken lassen und dann die Höhlung mit Sanitärsilikon verfüllen, das so lebensfeindlich ist, dass Pilze und andere Organismen sich ein paar Jahre nicht daran begeben. Das ist immerhin besser als Lehm, denn der wird zur Brutstätte für Pilze.
Generell gehört eine solche Pflanze mit diesem schwerwiegenden Mangel aber zurück an den Verkäufer und eine kostenlose Ersatzpflanze dahin. Die ortsnahen deutschen Baumschulen machen das in der Regel, beim Versand bin ich mir da allerdings weniger sicher.

Accelerater
Beiträge: 272
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Beitrag von Accelerater »

Tja mit dem zurückgeben an die Baumschule dürfte schwierig werden ohne
Rechnungsbeleg.

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