Mir unbekannte Eiche aus Pillnitz ---> Quercus palustris (?)

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Simsalo
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Mir unbekannte Eiche aus Pillnitz ---> Quercus palustris (?)

Beitrag von Simsalo » 23 Feb 2009, 20:14

Hallo,
bin mir sicher, dass Ihr mir wieder helfen könnt. Diesmal suche ich den Namen einer Eiche, die im Schlosspark Pillnitz steht. Die Blätter sind so schön, dass ich mir damals ein paar aufgehoben und mitgenommen hatte. Also ich meine die tief eingeschnittenen braunen Blätter. (Das grüne Eichenblatt stammt von Quercus cerris aus meinem Garten). Später habe ich mit anderen Blättern eine Collage erstellt. Im Internet habe ich keine "Bestandsliste" o.ä. über Eichen in Pillnitz gefunden. Es könnte Quercus shumardii sein, bin mir aber nicht sicher. Bei Quercus palustris passt die Herbstfärbung nicht.
Danke für Eure Hilfe
Grüße aus dem verschneiten Vogtland
Sabine
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campoverde
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Beitrag von campoverde » 23 Feb 2009, 23:31

Hallo,
ich habe einen kleinen "Schlosspark Pillnitz. Gehölzführer" von Gliemeroth/Puppe, Verlag Edition Leipzig.
Von den dort angegebenen Eichenarten kommt wohl nur palustris in Frage.
(Führer muss natürlich auch nicht richtig und vollständig sein).

Ansonsten überlasse ich das Thema lieber anderen, die mehr von Eichen verstehen.

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LCV
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Beitrag von LCV » 24 Feb 2009, 00:16

Hallo,

ich kenne mich mit Eichen auch nicht gut aus. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass in solchen Parkanlagen oft Exoten stehen.
Die Anlagen in Pillnitz dürften in etwa unter August dem Starken entstanden sein. Rein von der Blattform würde ich auf Quercus coccinea tippen (Ursprung USA, Canada, eingeführt 1691). Könnte also passen. Q. shumardi wurde erst 1897, Q. palustris 1800 eingeführt, weshalb das Alter der Eiche interessant wäre.

Gruß Frank

wolfachim_roland
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Beitrag von wolfachim_roland » 24 Feb 2009, 07:53

Wir haben im Forum kürzlich festgestellt, dass die zwei Arten Q. palustris und Q. coccinea nur aufgrund der Blätter schwer zu unterscheiden sind.
Trotzdem würde ich spontan bei Deinem Bild auf Q. palustris tippen.

Wolf
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Eichenspezi

Beitrag von Kiefernspezi » 24 Feb 2009, 08:58

Eichenspezialisten findest Du im Forstbotanischen Garten Tharandt. Die haben eine Sammlung davon und kennen sich sicher gut aus. Wenn Du also wieder mal in Dreschden bist... :)

Ansonsten würde ich schnell die Blätter laminieren, dann hält auch die Farbe Länger. Und so, wie sie zusammengestellt wurden, finde ich sie sehr dekorativ. Das sollte nicht nur als Foto erhalten bleiben.

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Beitrag von LCV » 24 Feb 2009, 09:22

Hallo Wolf,

es ist mir klar, dass man nur anhand des Blattes die beiden Arten schwer unterscheiden kann. Meine Überlegung ist aber, dass Pillnitz unter August dem Starken erbaut wurde, der Schlosspark wurde 1780 angelegt. Stammt die fragliche Eiche aus der Erstbepflanzung, was ja nicht unwahrscheinlich wäre, kann es nicht Q. palustris sein, da die ja erst 1800 in Europa eingeführt wurde. Q. coccinea gab es bereits ab 1691.

Es wäre also hilfreich, wenn man herausfinden könnte, wie alt der Baum ist. Das könnte bereits alles klären. Dazu müsste Sabine den genauen Standort noch wissen und beschreiben können. Ein Forumsmitglied aus Dresden könnte dann bei Gelegenheit nachschauen. Ist der Baum jünger, benötigen wir natürlich weitere Fotos.

Gruß Frank

Harztroll
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Beitrag von Harztroll » 24 Feb 2009, 09:25

Der gefranselte Ginkgo ist für einige Leute sicher interessant (obwohl ich selbst ja nicht sooo sehr auf irgendwelche gezüchteten Sorten stehe) ;) Weiß jemand was das für ne Sorte ist?

(Tschuldigung...eigentlich gings ja um die Eichenblätter ;) )
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

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Beitrag von Kiefernspezi » 24 Feb 2009, 09:29

Ich tippe mal grundsätzlich auf Gingko biloba :lol:

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Beitrag von Kiefernspezi » 24 Feb 2009, 09:30

Äh Ginkgo biloba :oops:

Sebastianii
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Beitrag von Sebastianii » 24 Feb 2009, 10:51

Ja, aber welche Sorte?

Mich würde interessieren erstens, woran man palustris und coccinea denn besser unterscheiden kann,

und zweitens, woher Du, Frank, die Einführungs-Jahre kennst. Hast Du die selbst zusammengetragen oder hast Du da eine Quelle wo man sowas nachschlagen kann?

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Beitrag von wolfachim_roland » 24 Feb 2009, 10:54

Unterschiede sind hier beschieben:
viewtopic.php?t=4183&highlight=coccinea


[edit moderator stefan: link repariert]
Wolf Roland

Sebastianii
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Beitrag von Sebastianii » 24 Feb 2009, 11:03

Danke!

(((Der Link hat nur entweder ein "h" zu wenig oder ein "ttp://" zu viel.)))

wolfram
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Beitrag von wolfram » 24 Feb 2009, 11:13

Interessante Diskussion um zwei Blätter, die auch für mich zu Quercus palustriis gehören.
Ich glaube kaum, daß es noch viele Bäume aus der Zeit des guten August in Pillnitz gibt, so daß man an Hand der von Frank vorgeschlagenen Vorgehensweise kaum zu einem Resultat kommen kann.

Aber wie wäre es, wenn Sabine mal ein Bild von der Eiche machen würde oder machen ließe. Vielleicht erkennt man dann am Stamm die typischen herabhängenden, vertrocknet wirkenden Äste der palustris.
Viele Grüße, Wolfram

wolfram
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Beitrag von wolfram » 24 Feb 2009, 11:36

Hier ein Bild dieser wirren Äste im unteren Stammbereich:
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Quercus palustris3.JPG
Quercus palustris3.JPG (112.41 KiB) 5192 mal betrachtet
Viele Grüße, Wolfram

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Beitrag von LCV » 24 Feb 2009, 11:40

@ Sebastianii: Im Riesenwälzer "Bäume & Sträucher" von John Kelly & John Hillier sind die Einführungsjahre vermerkt. Es ist anzunehmen, dass sich die in erster Linie auf England beziehen, wo man eine Zeit lang sehr viele Pflanzen aus aller Welt zusammen trug. Im übrigen Europa könnten diese Pflanzen dann noch etwas später auftauchen.

@ Wolfram: Ich denke, wir sind uns einig, dass die Blätter der beiden Arten sehr ähnlich sind. Da sie ja auch innerhalb der Arten, sogar von einem Baum, ziemlich variieren können, dürfte eine Bestimmung nur nach diesen Blättern kaum sicher sein. Weitere Bilder von Baum, Knospen, Früchten wären hilfreich. Sollte aber diese Eiche tatsächlich bereits vor 1800 gepflanzt worden sein, wäre das eine zusätzliche Bestimmungshilfe. Man kann ja wohl nichts pflanzen, bevor man es hat.

Gruß Frank

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