Hallo Accelerater,
Deine Ansicht ist sehr, sehr tolerant und respektabel. Wirklich ignorant und egoistisch ist aber, wenn Leute sich Stecklinge von Gehölzen aus fremden Gärten "nehmen", oder von Gewächsen aus Baumschulen, Gärtnereien und Baumärkten. Wobei man auch hier wieder differenzieren muss: Wenn z.B. auf dem Gehweg unter einer großen Platane massenweise Samen des Baums liegen, die bald von der Straßenmeisterei beseitigt werden...
Im uns nahegelegenen Wald beispielsweise wachsen im Unterholz oft zig Tausende Bäumchen, darunter auch vom Menschen (Rosskastanie) und von Eichhörnchen (Walnuss) verbrachte, kleine Sämlinge. Der Besitzer, also der Bauer, schlägt immer wieder einiges, sodass dabei der Großteil davon zugrunde geht. Am besten ist, man fragt einfach den Besitzer, ob man das ein oder andere Bäumchen entnehmen darf, man wird im Falle von kleineren Sämlingen wohl eher selten jemanden finden, der es einem verbietet. Ich werde das z.B. im Falle der kleinen Aesculus hippocastanum tun, um die es schade wäre.
Leider musste ich auch mitansehen, wie ein einzelnes Exemplar von Daphne mezereum, von der im Fichtenforst ein kleiner Bestand besteht, einfach ausgegraben wurde, und jetzt irgendwo in einem Garten steht. Das ist meiner Ansicht nach wirklich unerhört, besonders im Falle dieser seltenen Gehölzart.
Anders ist es z.B. rund um Autobahnraststätten und Zufahrten. Diese sind öffentlich, meist stark verschmutzt, etc. Wen soll man hier fragen, ob man sich einen der unendlich vielen Birkensämlinge neben dem Weg nehmen darf? Noch dazu werden die Gebüsche neben den Zufahrten oft einfach zur Müllentsorgung genutzt, oder (noch ekelhafter), um das eigene Geschäft zu verrichten. Das ist meiner Meinung nach ein riesiger Unterschied.
Ich wollte einfach mal meine Meinung zu diesem Thema etwas ausführlicher kundtun.
LG.
Johannes