Rhus typhina

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muddymurphy
Beiträge: 4
Registriert: 07 Feb 2009, 14:20
Wohnort: Marsberg

Rhus typhina

Beitrag von muddymurphy »

Hallo!
Mir wurde angeboten, ein Rhus typhina (ca 3m hoch) auszugraben, um ihn bei mir zu setzen.
Ist das Ausgraben ohne schwere Maschinen möglich?
Wird er wieder angehen?
Wann sollte ich das tun?
Gruß muddymurphy

Myricaria
Beiträge: 1008
Registriert: 23 Feb 2008, 15:27
Wohnort: Feldkirchen an der Donau, Oberösterreich

Beitrag von Myricaria »

Hallo muddymurphy,
Also grundsätzlich bräuchtest du nicht mal den ganzen auszugraben, da er sich ja vegetativ vermehren lässt, in diesem Fall einfach z.B. durch Ausgraben eines, falls vorhandenen, Schößlings, meist bei dieser Art zur Genüge vorhanden...
Wie es mit der Teilung oder mit Wurzelschnittlingen beim Essigbaum aussieht, kann ich nicht sicher beantworten. Den ganzen auszugraben kann eine Mords-Arbeit sein, da er mit Ausläufern ein sehr ausgebreitetes Wurzelwerk hat. (Allein bei einem austreibenden, weggeworfenen Wurzelteil auf einer ungenützten Wiese hatte ich meine liebe Freude, die Wurzeln herauszubekommen- in diesem Falle hätte ich unbedingt noch Pickel und Hacke zusätzlich zu Hand und Spaten gebraucht- Dieser war übrigens ein Rhus typhina 'Laciniata'...)

Die Kehrseite der Medaille ist seine Wucherfreudigkeit. Du musst dir halt überlegen, ob dir seine zweifellos vorhandene Dekorativität wichtiger ist, als sein mitunter (nicht immer) extrem lästiges Ausläufertreiben. Wenn du dieses einschränken willst, kannst du dich ja mal nach diesen Platten umsehen, die man in die Erde rammt, sodass sie die Ausläufer verhindern. Allerdings sind diese nicht immer hilfreich, in einem Garten in der Nähe kommen trotzdem Schößlinge, in diesem Fall wurde wahrscheinlich die Platte zu wenig tief in die Erde gerammt.

Nebenbei erwähnt gehört er in M-Europa zu den invasiven Neophyten, d.h. verdrängt andere, heimische Pflanzen, zwar noch nicht in soweit läufigem Ausmaß wie Robinia pseudoacacia oder Ailanthus altissima, allerdings doch schon sehr häufig vertreten.
Im Tessin macht er schon sehr große Probleme, da er sich dort scheinbar auch generativ vermehrt.

LG.
Johannes

muddymurphy
Beiträge: 4
Registriert: 07 Feb 2009, 14:20
Wohnort: Marsberg

Rhus typh.

Beitrag von muddymurphy »

Hallo Johannes!
Danke für Deine ausführliche Antwort. Die hilft mir doch schon weiter. Die Idee mit den Schößlingen hatte ich auch schon, kenne mich mit der Botanik aber nicht aus. Ich weiß nur, was mir gefällt.... (Geht mir bei Wein übrigens auch so.)javascript:emoticon(':wink:')
Der Busch, den ich ausgraben könnte, ist übrigens ein Solitär; vielleicht ist seine Wucherfreudigkeit begrenzt. Mit Deiner Wurzelsperre scheinst Du aber recht zu haben, denn ein Gärtner, den ich erst einmal nach dem Namen der Pflanze fragen mußte, wies mich auch auf eine Rizomsperre hin.
Ein schönes Wochenende

Gabriele
Gruß muddymurphy

Myricaria
Beiträge: 1008
Registriert: 23 Feb 2008, 15:27
Wohnort: Feldkirchen an der Donau, Oberösterreich

Beitrag von Myricaria »

Hallo Gabriele,
Das mit dem Wein kenne ich... Nebenbei sind die eigenen Weintrauben im September/Oktober ein Genuss, der seinesgleichen sucht. (Die Amseln, gegen die wir ein Schutznetz installiert haben, sind mittlerweile so geschickt, dass sie ohne Probleme unter das Netz und wieder hinaus kommen. Bevor sie das gelernt haben, mussten wir sie oft aus dem Netz befreien... :wink: )

Meinst du mit Solitär, dass der angesprochene Rhus typhina keinerlei Ausläufer rundherum hat, oder dass er einstämmig, nicht strauchförmig wächst? Wenn es letzteres ist, was ich annehme, so denke ich, dass dies nichts mit der Wucherstärke zu tun hat.
Vielleicht sagen die Experten mal was dazu, falls ich mit meinen Einschätzungen falsch liege...

LG.
Johannes

muddymurphy
Beiträge: 4
Registriert: 07 Feb 2009, 14:20
Wohnort: Marsberg

Rhus typh.

Beitrag von muddymurphy »

Hallo Johannes!

Clevere Kerlchen, Deine Amseln.
"Mein" Solitär ist ein Strauch mit mehreren Stämmen(?), der an einer Staße steht. Vielleicht hindert der Asphalt ihn ja daran, sich unziemlich auszubreiten.

Gruß Gabriele
Gruß muddymurphy

Matlan
Beiträge: 258
Registriert: 30 Jul 2007, 23:16
Wohnort: Wien

Beitrag von Matlan »

Hallo,
bei meinen Eltern haben sie sich immer friedlich verhalten. Erst als einer umgeschnitten wurde, haben sich aus dem Wurzelstock Ausläufer gebildet. Das allerdings dann über Jahre hinweg. War ziemlich lästig ;) ;)
LG,
Matlan

Cryptomeria
Beiträge: 9801
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Bei mir war das kein Problem. Bei mir bildeten sich auch viele Wurzelschösslinge nach Umschneiden. Aber durch konsequentes Abschneiden direkt über der Erde war nach 2 Jahren Ruhe.
Also das war bei mir im Vergleich zu Springkraut bzw. Robinie vergleichsweise harmlos. Bei einigen Bambusarten würde ich unbedingt zur Wurzelsperre raten, bei Rhus wäre ich lockerer.

Schöne Herbstfärbung, wobei ich den geschlitzten vom Blatt her viel schöner finde.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

muddymurphy
Beiträge: 4
Registriert: 07 Feb 2009, 14:20
Wohnort: Marsberg

Rhus typh

Beitrag von muddymurphy »

Hallo!
Vielen Dank Euch allen, da weiß ich doch schon einiges mehr.
Einen schönen sonnigen Sonntag
Gabriele
Gruß muddymurphy

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