Hallo Baumkundler
noch am Wochenende stand ich fasziniert in einer Linde- Tilia- und konnte die Innenwurzeln sehen, die in dem hohlen Exemplar den Baum sozusagen von innen regenerieren. Wieso schafft das eigentlich die Linde, und andere heimische Baumarten nicht ?
An der Schnitt-/Bruchkante entstehen so was wie Luftwurzeln, streben in die Erde und geben dem Baum Halt. Wie schafft sie das nur ?
Baumlaeufer-Wolfgang
Tilia, Innenwurzeln
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Tilia, Innenwurzeln
Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt (Khalil Gibran)
www.na-tour-denkmal.de
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Hallo Baumläufer Wolfgang,
das Phänomen gibt es bei zahlreichen Baumarten, es ist also nicht auf die Linde beschränt.
Voraussetzung ist, dass der Baum die Fähigkeit zur autovegetativen Vermehrung aufweisen kann. In den 1980er Jahren als die Baumendoskopie noch gängige Diagnosemethode war, konnte man an verschiedenen Arten solche Phänomene sehen. Leider war das Auftreten einer solchen Innenwurzel gleichzeitig auch oft das Todesurteil für den Baum (Restwandstärke unterschritt 1/3 Radius etc.)
Gesehen habe ich das wie schon beschrieben bei Linden, aber auch gelegentlich bei einer der wenigen Ulmen, die Edelkastanie und sogar die Rosskastanie kann das auch.
Entscheidend dafür ist, dass der Baum den durch die Fäule entstehenden Mulm als Substrat akzeptiert und in der Lage ist sein Kambizum so zu stimulieren, dass es Wurzeln entwickelt.
Diese inneren Wurzeln ermöglichen den sogenannten tausendjährigen Bäumen oftmals erst das Überleben. Vom Prinzip sind es im Verlauf der weiteren Entwicklung weitere Metamorphe die dann zu Tage treten wenn der Rest des Baumes abstirbt und somit dafür sorgen dass dieser als scheinbar ewiger Baum dort steht.
Ich schaue in den kommenden tagen einmal, ob ich davon noch Fotos habe, wenn ja stelle ich eine Auswahl hier im Thread ein.
Viele Grüße aus dem Ruhrtal,
Bernd
das Phänomen gibt es bei zahlreichen Baumarten, es ist also nicht auf die Linde beschränt.
Voraussetzung ist, dass der Baum die Fähigkeit zur autovegetativen Vermehrung aufweisen kann. In den 1980er Jahren als die Baumendoskopie noch gängige Diagnosemethode war, konnte man an verschiedenen Arten solche Phänomene sehen. Leider war das Auftreten einer solchen Innenwurzel gleichzeitig auch oft das Todesurteil für den Baum (Restwandstärke unterschritt 1/3 Radius etc.)
Gesehen habe ich das wie schon beschrieben bei Linden, aber auch gelegentlich bei einer der wenigen Ulmen, die Edelkastanie und sogar die Rosskastanie kann das auch.
Entscheidend dafür ist, dass der Baum den durch die Fäule entstehenden Mulm als Substrat akzeptiert und in der Lage ist sein Kambizum so zu stimulieren, dass es Wurzeln entwickelt.
Diese inneren Wurzeln ermöglichen den sogenannten tausendjährigen Bäumen oftmals erst das Überleben. Vom Prinzip sind es im Verlauf der weiteren Entwicklung weitere Metamorphe die dann zu Tage treten wenn der Rest des Baumes abstirbt und somit dafür sorgen dass dieser als scheinbar ewiger Baum dort steht.
Ich schaue in den kommenden tagen einmal, ob ich davon noch Fotos habe, wenn ja stelle ich eine Auswahl hier im Thread ein.
Viele Grüße aus dem Ruhrtal,
Bernd
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wolfachim_roland
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Im Schlosspark Düsseldorf-Benrath gibt es eine alte Linden-Allee. An einigen Bäumen treten die innen gebildeten neuen Wurzeln nach außen. Wegen dieser Verjüngungsaktionen kann man sich gut erklären, warum Linden sehr alt werden.
Wolf
Wolf
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- Linde Benrath
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Wolf Roland