ich hab im Magdeburger Herrenkrugpark eine Färber-Eiche Quercus velutina gefunden, zumindest stand das so auf dem Schildchen, was ihren recht umfangreichen Stamm zierte. Ich muß gestehen, ich hätte/hab sie im ersten Augenblick für eine Rot-Eiche gehalten. (Die folgenden Angaben entstammen den Wald- und Parkbäumen Europas von Mitchell, bearb. u. übers. von Krüssmann.)

Die Blattoberseite ist recht dunkel und glänzend, und auch der gelbe Blattstiel ist ganz gut zu erkennen. Etwas derb waren die Blätter auch. Nur sind die Grannen der Blattzähne nicht überall sonderlich ausgeprägt.

Unten paßt die matt graugrüne Farbe eher zur Rot-Eiche, ist aber vielleicht auch Auslegungssache. Ich meine aber ein paar bräunliche Haarbüschel in den Nervenwinkeln ausmachen zu können, ganz im Gegensatz zur Abbildung des Roteichenblattes in den Baumlisten (laut o.g. Buch Q. rubra mit winzigen Achselbärten, Q. velutina mit braunen Haarbüscheln in den Nervenachseln der älteren Blätter). Deutlich sichtbar wieder der hervortretende reingelbe Blattstiel, der bei Q. rubra eine verdickte rötliche Basis haben sollte (was das Baumlistenblatt aber auch nicht hat). Hier etwas sichtbarer auch die Grannen an den Blattspitzen, die aber auch für die Borsten der Rot-Eiche gehalten werden können.

Auffällig ist der mächtige Stammfuß, der so ein bissl an die Brettwurzeln der Regenwaldriesen erinnert. Die kambiumgelben Risse der Rinde sind zumindest teilweise recht gut zu erkennen, so man sie denn erkennen will. Ich denke, wie die auch im Alter eher grau erscheinende glatte bis flachrissige Rinde der Rot-Eiche sieht das nicht aus.
Wenn ich mir jetzt so die aufgezählten Merkmale durchlese, tendiere ich wohl doch zur Färber-Eiche, auch wenn nicht alle Merkmale hundertprozentig stimmen. Da ja die Erscheinungsbilder der Bäume eh immer mehr oder weniger veränderlich sind, denk ich, paßt das schon.
Was meint ihr?
Viele Grüße