Hallo,
ich suche den lateinischen Namen sowie die Familie der "Großen Grünen Reneclaude". Könnte mir vielleicht jemand helfen? Das wäre sehr nett! Vielen Dank im Vorraus.
Gruß
Michael
Reneclaude
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Raimond Mesenbrink
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Raimond Mesenbrink
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Hallo Michael,
zur Erklärung muss ich dann doch etwas weiter ausholen
:
der botanische Name einer Pflanze setzt sich immer aus mehreren Teilen zusammen, nämlich Gattung, Art, (Unterart), Sorte. Bei der Reneklode
sieht das folgendermaßen aus:
Gattung = Prunus
Art = domestica
Unterart = italica
Sorte = 'Große Grüne Reneclaude'
subsp., manchmal auch ssp. steht für Unterart. Die Unterart gleicht derselben Art in vielen Teilen, weicht aber durch bestimmte Merkmale so stark von ihr ab, dass eine klare Trennungslinie gezogen werden kann.
Also, die Pflaume heißt botanisch:
Prunus domestica subsp. domestica 'Sorte'
Beide, sowohl die Pflaume wie auch die Reneklode sind sich in vielen Teilen ähnlich, doch die Früchte unterscheiden sich ganz klar voneinander.
Beide gehören zur Familie der Rosaceae, beide gehören zur gleichen Gattung und Art, bilden aber jeweils eine eigene Unterart. Und diese Unterart kann wieder mehrere Sorten hervorbringen.
Beispiel: Prunus domestica subsp. italica 'Große Grüne Reneclaude'
oder: Prunus domestica subsp. italica 'Graf Althans'
Die Gattung wird immer groß geschrieben
Die Art wird immer klein geschrieben
Der Unterart wird immer ein ssp. oder subsp. vorangestellt
Die Sorten werden immer in einfache, obenstehende Anführungszeichen gesetzt.
Die Reihenfolge ist immer Gattug, Art, (Unterart), Sorte.
Die Sprache ist kein reines Latein, sondern setzt sich aus lateinischen und griechischen Wörtern zusammen.
Das ganze wird auch als binäre Nomenklatur bezeichnet, die haben wir Carl von Linné zu verdanken, einem schwedischen Naturforscher und Botaniker (1707-1778).
Im Mittelalter und bis Linné (1753) bestand der Name aus einer mehr oder weniger langen Beschreibung und war auch nicht einheitlich.
Beispiel:
Trifoliastrum pratense corymbiferum majus repens foliis rotundioribis alba et sagittata macula notatis, corymbis florum magis sparsis, pediculis longissimis, insidentibus, seliquis tetraspermis.
Etwa zu übersetzen mit:
Doldentrauben tragendes, größeres Wiesen-Trifoliastrum mit sehr rundlichen, weiß und pfeilförmig gefleckten Blättern, mit sehr langen gestielten, ansitzenden, mehr lockeren ebensträußigen Blüten und viersamigen Hülsen.
Da kann man nicht sagen, dass die heutigen botanischen Namen lang wären, oder
?
Viele Grüße aus Trier
Raimond Mesenbrink
zur Erklärung muss ich dann doch etwas weiter ausholen
der botanische Name einer Pflanze setzt sich immer aus mehreren Teilen zusammen, nämlich Gattung, Art, (Unterart), Sorte. Bei der Reneklode
sieht das folgendermaßen aus:
Gattung = Prunus
Art = domestica
Unterart = italica
Sorte = 'Große Grüne Reneclaude'
subsp., manchmal auch ssp. steht für Unterart. Die Unterart gleicht derselben Art in vielen Teilen, weicht aber durch bestimmte Merkmale so stark von ihr ab, dass eine klare Trennungslinie gezogen werden kann.
Also, die Pflaume heißt botanisch:
Prunus domestica subsp. domestica 'Sorte'
Beide, sowohl die Pflaume wie auch die Reneklode sind sich in vielen Teilen ähnlich, doch die Früchte unterscheiden sich ganz klar voneinander.
Beide gehören zur Familie der Rosaceae, beide gehören zur gleichen Gattung und Art, bilden aber jeweils eine eigene Unterart. Und diese Unterart kann wieder mehrere Sorten hervorbringen.
Beispiel: Prunus domestica subsp. italica 'Große Grüne Reneclaude'
oder: Prunus domestica subsp. italica 'Graf Althans'
Die Gattung wird immer groß geschrieben
Die Art wird immer klein geschrieben
Der Unterart wird immer ein ssp. oder subsp. vorangestellt
Die Sorten werden immer in einfache, obenstehende Anführungszeichen gesetzt.
Die Reihenfolge ist immer Gattug, Art, (Unterart), Sorte.
Die Sprache ist kein reines Latein, sondern setzt sich aus lateinischen und griechischen Wörtern zusammen.
Das ganze wird auch als binäre Nomenklatur bezeichnet, die haben wir Carl von Linné zu verdanken, einem schwedischen Naturforscher und Botaniker (1707-1778).
Im Mittelalter und bis Linné (1753) bestand der Name aus einer mehr oder weniger langen Beschreibung und war auch nicht einheitlich.
Beispiel:
Trifoliastrum pratense corymbiferum majus repens foliis rotundioribis alba et sagittata macula notatis, corymbis florum magis sparsis, pediculis longissimis, insidentibus, seliquis tetraspermis.
Etwa zu übersetzen mit:
Doldentrauben tragendes, größeres Wiesen-Trifoliastrum mit sehr rundlichen, weiß und pfeilförmig gefleckten Blättern, mit sehr langen gestielten, ansitzenden, mehr lockeren ebensträußigen Blüten und viersamigen Hülsen.
Da kann man nicht sagen, dass die heutigen botanischen Namen lang wären, oder
Viele Grüße aus Trier
Raimond Mesenbrink