Elsbeere ---> Sorbus torminalis

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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waldi
Beiträge: 4
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Elsbeere ---> Sorbus torminalis

Beitrag von waldi »

Hallo,

mir wurde von einem Fachkundigen gesagt/gezeigt, dass in meinem Stück Wald eine Elsbeere steht...Es ist c.a. ein mittelgroßer Baum am Rande einer Lichtung im halbfeuchten Boden, der sich sehr seltsam dreht (also nicht schön gerade nach oben wächst). Um den Raum Richtung Unterholz stehen einige große Fichten. Bei einem geschlätzten Alter von mindestens über 100 Jahren lohnt sich dann ein Auslichtung an dieser Stelle, oder sollte ich das ganze einfach so seinem Schicksal sozusagen überlassen. Kenne mich leider nicht sehr gut aus....

Vielen Dank

Stefanie

Cryptomeria
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Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Stefanie,

meinst du Drehwuchs ( das sieht man an der sich drehenden Rinde) oder wächst er nur dort zum Licht, wo die umstehenden Fichten eine Lücke lassen, also krummschäftig.
Könnte man ein Bild sehen oder du würdest noch ein bisschen genauer beschreiben, fiele die Auskunft leichter. So, von hier aus, lässt sich das schwer beurteilen.
Grundsätzlich würde mich ein Bild der 1oo-jährigen Elsbeere erst mal interessieren.

Viele Grüße

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

waldi
Beiträge: 4
Registriert: 23 Dez 2007, 18:12

Beitrag von waldi »

Bild folgt heut abend...
vielen Dank für die Antwort

waldi
Beiträge: 4
Registriert: 23 Dez 2007, 18:12

Beitrag von waldi »

Also,

ich glaube, der Baum dreht sich nur so etwas schief zum Licht.
Der Baum dreht sich Richtung Süden, wo auch die Lichtung ist. Der Wald ist übrigens im Ammerseeraum, wo Elsbeeren anscheinend auch vorkommen. Mit dem Alter bin ich mir nicht so sicher...aber der Baum trägt /trug Früchte. Ich habe ein paar Fotos geschossen, leider sehr schwer zu erkennen, die Elsbeere ist der Baum, der (auf dem letzten Bild noch am besten zu erkennen) mit einem etwas schiefen Stamm in der Mitte des Bildes hinter dem Jägersteig und ganz vielen Ästen Richtung Lichtung (Seite des Jägersteigs) wächst. Ich habe gesehen, dass der Baum jetzt auch sehr viele neue Knospen wieder hat.
Hoffe, konnte mit der Beschreibung etwas weiter helfen.
Zurück zu der eigentlichen Frage, soll man die Fichten rechts und links abholzen, rentiert sich das, hilft das dem Baum etwas, um sich schön zu entwickeln? Oder nimmt man damit ihm eher noch den Schutz vor Wind o.Ä.?

Vielen Dank schon im Vorraus
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Kadl
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Beitrag von Kadl »

Also nachdem sich niemand meldet, versuch ichs mal. Aber gleich zu Anfang: ich habe nicht wirklich praktische Erfahrung mit dem Waldbau. Generell denke ich aber, dass Du dem Baum ruhig ein wenig Platz für die Krone verschaffen könntest, indem Du ein paar umstehende Fichten entfernst. Auch wenn ich schon öfter gehört habe, dass ein krummer Wuchs durch entsprechende Wurzelbildung ausgelichen werden kann.

Probleme mit dem Wind könnte es natürlich geben. Solange Du aber keinen Kahlschlag um den Baum veranstaltest, sollte es kein allzu großes Problem geben. Kommt aber wahrscheinlich auch darauf an, voher der Wind hauptsächlich kommt.

Aber wie gesagt, ich hab in der Hinsicht keine praktische Erfahrung. Allerdings haben wir genügend Fachleute hier (z.B. Wolfgang, Kurt, Nalis, um nur ein paar zu nennen), die sowohl über das Wissen sowie über die praktische Erfahrung verfügen sollten.

mfg

kadl
"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." (Albert Einstein)

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
ich wollte mich tatsächlich schon eher hierzu äussern, aber momentan blättere ich fast mehr in den (vollen) Pampers als in den Büchern. :wink:

Die Elsbeere kann im günstigen Fall bis zu 300 Jahre alt werden. Von daher würde sich ein Freistellen schon rentieren (für den Baum). Meiner Meinung nach sollst du auf keinen Fall sämtliche Fichten auf einen Schlag wegmachen, auch wenn sich der Baum jetzt auf diese Schieflage eingestellt hat und dementsprechend Wurzeln und Zugholz gebildet hat, so würde er aber beim Verlust des Verbundes Schwierigkeiten bekommen.

Wenn du dich für ein Freistellen entschliesst:
Zuerst würde ich die Fichten die hinter der Elsbeere stehen entfernen damit Licht an sie rankommt und damit sie sich in die Lücke entwickeln kann. Nachdem sie ein gewisses Gleichgewicht erlangt hat kann man auch die vordere Reihe der Fichten nach und nach entfernen. Die Elsbeere gehört zu den schnellwüchsigen Gehölzen, das müsste eigentlich in einer handvoll Jahren zu machen sein.
Du könntest die Elsbeere zu der freien Seite hin mittels Ableitungsschnitt verjüngen damit sie eher ins Gleichgewicht kommt.

Erstmal soviel von mir. Ich hoffe ich konnte ein wenig weiterhelfen.

LG Nalis

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo Waldi
Zuerst mal: Von der Widerstandsfähigkeit der Elsbeere weiss ich nichts. Ich kann nur allgemeines dazu sagen. Deinen Bildern entnehme ich, dass es sich um einen nach Süden offenen Waldrand handelt und die Elsbeere in vorderster Front steht. Sie ist also ein sturmerprobter "Halbsolitär". Grosse Löcher in das Kronendach dahinter zu öffnen, stellt eine Gefahr für diesen Baum dar, da sich dann bei einem Sturm dahinter Luftwirbel bilden, auf die der Baum sich nicht eingestellt hat. Also nur vorsichtig umgebende und lichtabschirmende Begleitbäume entfernen. Nicht zuviel auf einmal, nur nach und nach. Ausserdem: Pflanze, falls du geduldig genug bist und die davor liegende Lichtung dir gehört, Bäume, die nicht zu nahe beieinander stehen sollten. Sie dürfen nicht eng aneinander stehen, da sie sonst wie eine Mauer wirken und dahinter Luftwirbel entstehen. Sie sollen den Wind nur gleichmässig abbremsen und nach oben ableiten. Ich habe mich an diese Prinzipien gehalte und durch Lothar und Kyrill nicht einen Baum verloren, obwohl mein Betonmischer von Lothar 30m weit an den Rand des nördlich liegenen Gemeindewaldes geschleudert wurde.
Ich hoffe, dass du aus dem oben gesagten etwas brauchbares entnehmen kannst.
Gruss
Kurt

kurt
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Wohnort: Bresse Bourguignonne., France

Beitrag von kurt »

Nachtrag
Durch diese lockere Baumpflanzung habe ich auch mein Haus geschützt. Während von den Dächern der benachbarten freistehenden Häuser zu Lothars Zeiten die Ziegel nur so herumflogen, habe ich nicht einen einzigen verloren. Bäume weit genug entfernt, damit sie die Sonne nicht abschirmen, aber nahe und locker genug, um die Windgeschwindigkeit ausreichend abzubremsen. Funktioniert zumindest bei mir.
Gruss
Kurt

waldi
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Beitrag von waldi »

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten, werde auf jeden Fall eine langsame, vorsichtige Auslichtung beginnen.

Liebe Grüße

Stefanie

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Ich würde auch auf jeden Fall die nächststehenden Fichten zunächst vorsichtig entfernen. Mit diesem Alter dürfte die Elsbeere genug Standhaftigkeit aufweisen, um kleinere Stürme auch im Freistand zu überleben.

Viel Erfolg

Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

schulter
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Registriert: 25 Aug 2010, 15:53

Elsbeerbaum ein wertvoller Schatz

Beitrag von schulter »

Hallo,
im Hildesheimer Land sind Elsbeerbaäume Seltenheiten. Jedenfalls soweit es sich um Sorbus tormminalis handelt. Als Straßenbaum oder Anpflanzung in Orten ist die Elsbeere dagegen häufig anzutreffen. Dabei handelt es sich aber nach meiner Kenntnis um eigens dafür gezogene Arten/Sorten.
Wenn LG Nalis hier im Forum schreibt, die Elsbeere gehöre zu den schnellwüchsigen Gehölzen, dann bezieht sich das sicherlich auf die Straßenbaum-Anpflanzungen.
Als mir „meine“ Elsbeere beim Schmetterlings-Monitoring Deutschland begegnete, beschäftigte ich mich intensiv mit Sorbus tormminalis (http://www.hildesheimer-miszellen.de/01 ... lsbeerbaum) Dabei erfuhr u.a. auch, wie begehrt und teuer das Holz ist und das obgleich (oder gerade weil ?) der Baum zum Drehwuchs neigt
Also Stefanie, geht sorgsam mit Deinem Schatz um, verzichte auf die eine oder andere Fichte und gieb ein paar Laubbäumen – wie wäre es mit Traubenkirsche – eine Chance.
Mit freundlichen Grüßen vom Nordrand der Mittelgebirge

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