Ich bin dieses jahr von 2 Leuten in einem Dorf gebeten worden den Führjarsschnitt im Garten vorzunehmen.
Ich bin dafür bekannt Bäumen eine besonders ästhetische Form zu verleihen. Ich selbst gestalte Gartenbonsais und Bonsai in Schalen.
Der Herr hatte eine Birke die ihm zu hoch war und durch die hohe schneelast viele abgebrochene Äste hatte und bat mich diese zu schneiden.
Da ich an meinem bonsai immer gleich feine Äste die ich nicht brauche sofort wekschneide gedeiht die ganz gut. Und verliert auch kaum Wasser. Aber unter der Birke heute dachte man es regnet.
Ich habe jetzt mal nachgeschaut und nicht wirklich gute Nachrichten bekommen...
Wir haben den stamm eingekürzt und die unteren Äste. Es sind nur ganz vereinzelt junge triebe verblieben. Treibt die jetzt wieder aus am alten holz oder geht die ein? 3. April schnittzeitpunkt
Sie sollte eigentlich zur Strafe eingehen!
Man sollte schon Ahnung von dem haben, was man da macht, und Bonsais sind ein bisschen was anderes als Gartengehölze. Nur weil man die gestalten kann und schön hinkriegt, heißt das noch lange nicht, dass man Ahnung von der Physiologie eingewachsener, frei stehender Bäume hat. Von was soll ein Birken- Bonsai groß bluten? Zum einen hat der kaum genug Feuchtigkeit dafür, zum anderen werden bei einem solchen kaum Gefäße in dem Umfang gekappt wie bei einer voll Saft schiebenden, frei stehenden großen Birke.
Birken schneidet man, wenn überhaupt, im Sommer, Juni/ Juli.
Und dann auch kein Holz über maximalstens 10 cm Durchmesser. Ansonsten fällt man das Ding lieber und pflanzt was, was auf dem Platz lebenslang nicht zu groß wird. Tut mir leid, wenn das etwas kernig rüberkommt, aber ich als Landschaftsgärtner und Gartenpfleger von erlerntem Beruf habe die Faxen von selbst ernannten Baumpflegern echt langsam bis unter die Schädeldecke gestrichen dicke- dazu zählen professionelle Firmen ebenso wie Privatleute, die meinen Ahnung zu haben. Jeder, der eine Säge richtig rum halten kann denkt, er wäre folgerichtig imstande, Gehölze zu "pflegen". Das aber aus weit, weit mehr besteht, als einfach "hier und da absägen".
Tut mir nochmals herzlich leid, aber ich hoffe, die Birke geht ein, denn Strafe muss sein. Für Besitzer wie Schneidenden...
Leider aber wird sie vermutlich überleben und den Rest ihres Lebens als kläglich verstümmelter, völlig aus dem Gleichgewicht gebrachter Kehrbesen fristen. Sei wenigstens so anständig, dass Ding dann komplett umzulegen und irgendeinen kleinen Säulenbaum, auf Deine Kosten, als Ersatz zu pflanzen. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die angegebene Größe auf Etiketten und in Katalogen in der Regel nicht die Endgröße bezeichnen, sondern die Größe nach zehn Jahren in durchschnittlichem Gartenboden.
Da kann ich Andreas75 nur zustimmen.
Leider wissen die wenigsten, dass in solchen Fällen ein Anspruch auf Schadenersatz besteht. Da fallen schnell mal mehrere Tausend Euro an.
Und falls eine Baumschutzsatzung besteht und ein ambitionierter Mitarbeiter der jeweiligen Stadt- oder Gemeindeverwaltung deren Einhaltung kontrolliert, fallen derart Habitus verändernde Maßnahmen unter die Ordnungswidrigkeiten und können nochmals seitens der Verwaltung geahndet werden. Leider wird beides viel zu selten angewendet und der Besitzer des Baumes bleibt auf seiner Baumruine mit stark verringerter Reststandzeit "sitzen".
In vielen Regionen ist ohnehin jeglicher Schnitt an Bäumen, Sträuchern oder Hecken ab 1. März verboten, um die Tierwelt zu schützen.
Man darf nur etwas absägen, wenn eine Gefahr für Menschen und Gebäude besteht.
Um einem Verfahren vorzubeugen, sollte man beim zuständigen Amt die Erlaubnis einholen.
Je nach Größe des Baumes sind Schnittmaßnahmen oder gar Fällungen
durch Laien auch mit einem hohen Risiko für Gesundheit und Leben verbunden.
Als bei uns eine marode Birke von 20 m Höhe gefällt werden sollte, prüften
die Experten zunächst, ob der Baum stabil genug zum Klettern ist. Da ein
Fällen des kompletten Baumes aus Platzgründen wegfiel, wurde ein Feuerwehrauto
herangezogen und man arbeitete sich von oben nach unten.