Kurioses aus dem Forst
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Chelterrar
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Kurioses aus dem Forst
Moin Läufer der Wälder,
Vor einiger Zeit im Schortenser Wald ein wenig genauer hingeschaut und neben Farnen, großen Stechpalmen, Eiben, Fichten, Kiefern usw. noch drei weitere Pflanzen gefunden, die ich im Wald in DE so nicht erwartet hätte.
Einerseits etwas Richtung Ginster, den ich im Schatten niemals erwartet hätte, steht er doch sonst auf sehr sonnigen Feldern oder Brachflächen und andererseits Kirschlorbeeren und einen Bambus.
Die Kirschlorbeeren sind teils schon recht groß und kommen zuweilen nicht zu selten vor, gerade im Winter wo man sie recht deutlich sieht. Sie scheinen auch recht schattenverträglich zu sein, immerhin wachsen sie mitten im Dickicht unter den Baumkronen. Das der Kirschlorbeer sich in Gärten vermehrt oder auf offenen Flächen aufgeht habe ich schon gesehen, unter dem Schatten der Bäume mitten im Wald erstaunt aber auch mich ein wenig.
Doch beeindruckter bin ich vom Bambus, welcher schon Rhizome treibt. Ich frage mich, inwiefern der dort wachsen wird und ob es ihm möglich sein wird, in den Wald weiter vorzudringen. Allerdings wird es, auch wenn es wohl ein Phyllostachys ist, wohl eine kleinere Art der Gattung sein (bisseti, aurea?) der den Bäumen kaum Konkurrenz machen wird. Dennoch wäre seine Entwicklung spannend, was er für einen Einfluss auf den Wald haben wird und ob er unter den Kronen weiter vordringen kann.
Was denkt ihr darüber?
LG Chelterrar
Vor einiger Zeit im Schortenser Wald ein wenig genauer hingeschaut und neben Farnen, großen Stechpalmen, Eiben, Fichten, Kiefern usw. noch drei weitere Pflanzen gefunden, die ich im Wald in DE so nicht erwartet hätte.
Einerseits etwas Richtung Ginster, den ich im Schatten niemals erwartet hätte, steht er doch sonst auf sehr sonnigen Feldern oder Brachflächen und andererseits Kirschlorbeeren und einen Bambus.
Die Kirschlorbeeren sind teils schon recht groß und kommen zuweilen nicht zu selten vor, gerade im Winter wo man sie recht deutlich sieht. Sie scheinen auch recht schattenverträglich zu sein, immerhin wachsen sie mitten im Dickicht unter den Baumkronen. Das der Kirschlorbeer sich in Gärten vermehrt oder auf offenen Flächen aufgeht habe ich schon gesehen, unter dem Schatten der Bäume mitten im Wald erstaunt aber auch mich ein wenig.
Doch beeindruckter bin ich vom Bambus, welcher schon Rhizome treibt. Ich frage mich, inwiefern der dort wachsen wird und ob es ihm möglich sein wird, in den Wald weiter vorzudringen. Allerdings wird es, auch wenn es wohl ein Phyllostachys ist, wohl eine kleinere Art der Gattung sein (bisseti, aurea?) der den Bäumen kaum Konkurrenz machen wird. Dennoch wäre seine Entwicklung spannend, was er für einen Einfluss auf den Wald haben wird und ob er unter den Kronen weiter vordringen kann.
Was denkt ihr darüber?
LG Chelterrar
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Re: Kurioses aus dem Forst
Bambus gehört bestimmt nicht in den Wald!
Der ist auch ziemlich invasiv und wird zwar den
Bäumen nicht schaden, wohl aber den kleinen
Pflanzen am Boden. Da hat vermutlich jemand
Gartenabfälle im Wald entsorgt. Den sollte man
vernichten, bevor er sich zu sehr ausbreitet.
Bambus bildet, so ähnlich wie Fallopia, dichte Kolonien.
Da wächst kaum noch Gras darunter.
Der ist auch ziemlich invasiv und wird zwar den
Bäumen nicht schaden, wohl aber den kleinen
Pflanzen am Boden. Da hat vermutlich jemand
Gartenabfälle im Wald entsorgt. Den sollte man
vernichten, bevor er sich zu sehr ausbreitet.
Bambus bildet, so ähnlich wie Fallopia, dichte Kolonien.
Da wächst kaum noch Gras darunter.
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Cryptomeria
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Re: Kurioses aus dem Forst
...und ergänzend zu Frank: Kirschlorbeer wird natürlich sehr häufig durch Amseln verbreitet. Allerdings muss dann auch fruchtender im nahen und weiterem Umfeld stehen.
VG Wolfgang
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
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Chelterrar
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Re: Kurioses aus dem Forst
Werde dann mal im Sommer nochmal vorbeischauen, ob der Bambus bis dahin entdeckt werden sollte.
Was hat der eigentlich für einen ökologischen Nutzen in Mitteleuropa? Der Kirschlorbeer hat immerhin eine reichhaltige Blüte und saftige Beeren aber der Bambus? Gibt es irgendein Insekt, was von ihm zehrt? Denn Pandas gibt es hier ja nicht.
LG Chelterrar
Was hat der eigentlich für einen ökologischen Nutzen in Mitteleuropa? Der Kirschlorbeer hat immerhin eine reichhaltige Blüte und saftige Beeren aber der Bambus? Gibt es irgendein Insekt, was von ihm zehrt? Denn Pandas gibt es hier ja nicht.
LG Chelterrar
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Cryptomeria
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Re: Kurioses aus dem Forst
Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich kein Insekt und auch kein Vogel, der direkt Nahrung aus Bambus herauszieht. Aber es schlafen bei uns kleine Trupps von Finkenvögeln, Drosseln und Waldkauz in den dichten Halmen, es brüten versch. Arten und es jagen von den beweglichen Halmen aus versch. Insektenfresser, die sie als Ansitzwarten nutzen. Ich rede allerdings nur von den ausläuferbildenen , hohen Arten. In den komplett dichten horstartigen habe ich noch nichts beobachtet. Natürlich, wenn sie nicht da sind, nehmen die Vögel leicht Ersatz. Deshalb bin ich im freien Gelände auch der Meinung wie Frank. Und im eigenen Garten rate ich auch nur zu horstartigem Bambus. Die ausläuferbildenden entwickeln sich zu Monstern.
In den abgeschnittenen Halmen, das ist aber auch bekannt, nisten solitäre Bienen und Wespen.
VG Wolfgang
In den abgeschnittenen Halmen, das ist aber auch bekannt, nisten solitäre Bienen und Wespen.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Kurioses aus dem Forst
Hallo Wolfgang, da sind deine Erfahrungen aber nicht up to date.Cryptomeria hat geschrieben: ↑28 Mär 2021, 10:37Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich kein Insekt und auch kein Vogel, der direkt Nahrung aus Bambus herauszieht. Aber es schlafen bei uns kleine Trupps von Finkenvögeln, Drosseln und Waldkauz in den dichten Halmen, es brüten versch. Arten und es jagen von den beweglichen Halmen aus versch. Insektenfresser, die sie als Ansitzwarten nutzen. Ich rede allerdings nur von den ausläuferbildenen , hohen Arten. In den komplett dichten horstartigen habe ich noch nichts beobachtet. Natürlich, wenn sie nicht da sind, nehmen die Vögel leicht Ersatz. Deshalb bin ich im freien Gelände auch der Meinung wie Frank. Und im eigenen Garten rate ich auch nur zu horstartigem Bambus. Die ausläuferbildenden entwickeln sich zu Monstern.
In den abgeschnittenen Halmen, das ist aber auch bekannt, nisten solitäre Bienen und Wespen.
VG Wolfgang
Ursprünglich ja nicht in Europa beheimatet hatte der Bambus bei uns zunächst keine auf ihn gemünzten Schädlinge.
Das hat sich recht schnell mit der Beliebtheit und Verbreitung der Zierpflanze Bambus geändert.
Unter anderem setzen dem Bambus mittlerweile neben Wühlmäusen und Rußtaupilzen zahlreiche Insekten zu:
Alleine Über 1100 Pilzarten sind bisher an Bambus nachgewiesen worden, von denen 440 als schädlich einzustufen sind und es ist immer nur eine Frage der Zeit bis solche Arten ggf. eingeschleppt werden, wobei einige Generalisten sicher schon vor Ort sind.
Insekten passen sich ebenfalls an oder werden eingeschleppt; neben diversen Läusen (Coccina), Spinn- und Blattmilben (Stigmaeopsis) auch Weiße Fliegen (Trialeurodes vaporariorum) und Thripse sowie Zikaden (Cicadidae) und diverse Minierfliegen, wie die asiatische Bambusminierfliege (Cerodontha unisetiorbita) .
Bei den Läusen finden sich Vertreter der Woll-, Schmier-, Schild- und Napfschildlaus, darunter die Schmierlaus/Schildlaus (Tryonymus isfarensis) u. a.:
https://www.bambus-lexikon.de/ungeziefe ... hildl.html
www.bj-final.ebs-d.de/bambus_journal/Ba ... 2008-1.pdf
Holzfressende Käferarten werden mit lebendem und totem Material eingeschleppt mit unterschiedlichem Ausbreitungspotential.
In unseren Breiten eher keine bestandsbedrohende Art ist der Bambusbohrer (Dinoderus minutus)
https://pflanzengesundheit.julius-kuehn ... ss_pra.pdf
Beim Bambusbohrer/Bambusbock (Chlorophorus annularis) sieht die Sachlage aber anders aus, allerdings wurden auch seine Schmarotzer schon eingeschleppt und in der Toscana nachgewiesen.
https://bambus-deutschland.de/index.php ... annularis/
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
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Cryptomeria
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Re: Kurioses aus dem Forst
Hallo Dieter,
danke für deine Ergänzung. Ich werde weiter beobachten und vor allem genauer Hinschauen bei der Größe deiner genannten Arten. Vielleicht entdecke ich dann noch die ein oder andere Tierart. Allerdings beziehen sich meine Beobachtungen auf die Gegend um Flensburg und das begrenzt schon klimabedingt stark.
VG Wolfgang
danke für deine Ergänzung. Ich werde weiter beobachten und vor allem genauer Hinschauen bei der Größe deiner genannten Arten. Vielleicht entdecke ich dann noch die ein oder andere Tierart. Allerdings beziehen sich meine Beobachtungen auf die Gegend um Flensburg und das begrenzt schon klimabedingt stark.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.
Re: Kurioses aus dem Forst
Bambus ist gutes Karnickelfutter für den Winter. Wachsen lassen, beernten, verfüttern.
Welche Pflanzen genau soll der da unter dem Laubdach des ohnehin Wirtschaftswaldes, der ökologisch sowieso nahezu wertlos ist, verdrängen?
Welche Pflanzen genau soll der da unter dem Laubdach des ohnehin Wirtschaftswaldes, der ökologisch sowieso nahezu wertlos ist, verdrängen?
Re: Kurioses aus dem Forst
Bei uns im Auwald wachsen Bärlauch, Maiglöckchen (nicht verwechseln!),
Anemonen, Winterlinge und vieles mehr. Da hatte so ein Spezialist den
Bambus aus dem Garten einfach in den Wald geschmissen. Habe ich in
einer großen Tüte mit heimgenommen und im Kübel auf dem Balkon
gehalten. Da war er unter Kontrolle.
Wir haben hier einige Parkanlagen, wo man auch Bambus verschiedenster
Arten hat. Zwischen den Pflanzen ist nur reine Erde, nicht mal ein Grashalm.
Der Bambus beschattet den Untergrund so extrem, dass da andere Pflanzen
keine Chance haben. Das mag in einer Gartenecke oder am Teich noch ok
sein, aber nicht im Wald, ob Wirtschaftswald oder nicht.
Anemonen, Winterlinge und vieles mehr. Da hatte so ein Spezialist den
Bambus aus dem Garten einfach in den Wald geschmissen. Habe ich in
einer großen Tüte mit heimgenommen und im Kübel auf dem Balkon
gehalten. Da war er unter Kontrolle.
Wir haben hier einige Parkanlagen, wo man auch Bambus verschiedenster
Arten hat. Zwischen den Pflanzen ist nur reine Erde, nicht mal ein Grashalm.
Der Bambus beschattet den Untergrund so extrem, dass da andere Pflanzen
keine Chance haben. Das mag in einer Gartenecke oder am Teich noch ok
sein, aber nicht im Wald, ob Wirtschaftswald oder nicht.