Hallo zusammen,
bei folgendem Zufallsfund dachte ich zuerst an einen Pilz.
Aber bei meiner Recherche bin ich dann bei den Eichengallen gelandet.
Sehr interessant was dazu geschrieben steht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gallapfel
Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Grüße aus der Natur
ilex
ilex
Re: Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Hallo,
Daraus hat man schon seit vorchristlicher Zeit Tinte (Gallustinte) hergestellt.
Gruss Babs
Daraus hat man schon seit vorchristlicher Zeit Tinte (Gallustinte) hergestellt.
Gruss Babs
LG Babs
Re: Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Wenn man der Tinte dann noch Wasserfirnis, d.h. in Boraxlösung aufgelösten Schellack (also harzige Ausscheidungen der Lackschildlaus Kerria lacca) hinzugefügt hat, hatte man sogar eine unzerstörbare (Gallus-)Tinte.
Heute wird der Schellack ja nicht mehr als Bestandteil für Schallplatten benötigt, findet aber weiter als Holz- oder Malerfirnis Anwendung und ebenso im Nagellack und als Überzug von Zitrusfüchten, Schokolade und anderem (nicht veganem) Naschwerk oder von Tabletten.
Auch als Emulgator in Coca Cola scheint es nicht ersetzbar.
Für 1kg dieses Zusatzstoffes E 904 müssen ca. 300.000 Lackschildläuse dran glauben.
Für was die kleinen Viecher alles nutze waren oder sind.
Wie z. B. die Cochenilleschildlaus (an Opuntien lebend) aus der roter Farbstoff Karmin (z.B. für Lippenstift) gewonnen wird. Als E 120 auch heute noch in Fleisch und Wurstwaren zum Vortäuschen von Frische etc.
Übrigens werden auch Gallen der Terebinthen (Pistacia terebinthus, Pistacia atlantica) genutzt um Wein oder Seide, Teppiche zu färben.
LG Spinnich
Heute wird der Schellack ja nicht mehr als Bestandteil für Schallplatten benötigt, findet aber weiter als Holz- oder Malerfirnis Anwendung und ebenso im Nagellack und als Überzug von Zitrusfüchten, Schokolade und anderem (nicht veganem) Naschwerk oder von Tabletten.
Auch als Emulgator in Coca Cola scheint es nicht ersetzbar.
Für 1kg dieses Zusatzstoffes E 904 müssen ca. 300.000 Lackschildläuse dran glauben.
Für was die kleinen Viecher alles nutze waren oder sind.
Wie z. B. die Cochenilleschildlaus (an Opuntien lebend) aus der roter Farbstoff Karmin (z.B. für Lippenstift) gewonnen wird. Als E 120 auch heute noch in Fleisch und Wurstwaren zum Vortäuschen von Frische etc.
Übrigens werden auch Gallen der Terebinthen (Pistacia terebinthus, Pistacia atlantica) genutzt um Wein oder Seide, Teppiche zu färben.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Hallo,
wobei es ja nicht nur eine Galle an Eichen gibt, und auch nicht nur eine einzige Gallwespenart, die an Eichen geht.
Pflanzengallen (bzw. alles, was irgendwie ungewöhnlich ausschaut) suche ich auf der Seite:
https://www.pflanzengallen.de/
Da zum Spaß mal "Quercus" eingeben, ein bisschen weniger kommt mit "Quercus robur".
Eine tolle Seite - nicht nur für Gallen - sondern vor allem auch für Blattminen und Phytoparasiten ist diese niederländische Seite (engl. Sprache anwählbar):
https://bladmineerders.nl/introduction/gallen/
Hin und wieder sehe ich auch Gallen, fotografiere sie auch. Irgendwann hatte ich mal eine "unfertige" Galle aufgeschnitten, da krabbelte dann noch das Insekt drin (sorry Gallwespchen!)
Diese stark gefärbten Gallen habe ich so noch nicht angetroffen, sie waren immer noch grünlich irgendwie.
Für die Tintenerzeugung bräuchte man ja Unmengen davon, ich glaube da werden dann Gallen von Quercus infectoria (gibt es bei uns ja nicht) benutzt. Da ist der Befall ja ganz typisch und schon im Namen verewigt.
wobei es ja nicht nur eine Galle an Eichen gibt, und auch nicht nur eine einzige Gallwespenart, die an Eichen geht.
Pflanzengallen (bzw. alles, was irgendwie ungewöhnlich ausschaut) suche ich auf der Seite:
https://www.pflanzengallen.de/
Da zum Spaß mal "Quercus" eingeben, ein bisschen weniger kommt mit "Quercus robur".
Eine tolle Seite - nicht nur für Gallen - sondern vor allem auch für Blattminen und Phytoparasiten ist diese niederländische Seite (engl. Sprache anwählbar):
https://bladmineerders.nl/introduction/gallen/
Hin und wieder sehe ich auch Gallen, fotografiere sie auch. Irgendwann hatte ich mal eine "unfertige" Galle aufgeschnitten, da krabbelte dann noch das Insekt drin (sorry Gallwespchen!)
Diese stark gefärbten Gallen habe ich so noch nicht angetroffen, sie waren immer noch grünlich irgendwie.
Für die Tintenerzeugung bräuchte man ja Unmengen davon, ich glaube da werden dann Gallen von Quercus infectoria (gibt es bei uns ja nicht) benutzt. Da ist der Befall ja ganz typisch und schon im Namen verewigt.
Viele Grüße von bee
Re: Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Hallo bee,
die "Plant Parasites of Europe - leafminers, galls and fungi" kannte ich noch nicht, könnte in Hinblick auf Minierer ja durchaus hilfreich sein.
Diverse Minierer haben sich in den letzten Jahren an Zierpflanzen extrem ausgebreitet, einige sind dabei sehr unspezifisch.
LG Spinnich
die "Plant Parasites of Europe - leafminers, galls and fungi" kannte ich noch nicht, könnte in Hinblick auf Minierer ja durchaus hilfreich sein.
Diverse Minierer haben sich in den letzten Jahren an Zierpflanzen extrem ausgebreitet, einige sind dabei sehr unspezifisch.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Eichengallen, die Kinderstube der Eichengallwespe
Vielen Dank an bee und Spinnich für die ergänzenden Beiträge. Sehr interessant und informativ.
Grüße aus der Natur
ilex
ilex