Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Sehr geehrte Damen und herren,
Wir waren pandemiebedingt viele Monate nicht zu Hause und haben den befall am Baumstamm jetzt entdeckt.
Wir übersenden Fotos des Schadens und hoffen, dass Sie uns Moeglichkeiten zur Bekämpfung des befalls aufzeigen.
.Mit freundlichen gruessen
Ruediger albach
Wir waren pandemiebedingt viele Monate nicht zu Hause und haben den befall am Baumstamm jetzt entdeckt.
Wir übersenden Fotos des Schadens und hoffen, dass Sie uns Moeglichkeiten zur Bekämpfung des befalls aufzeigen.
.Mit freundlichen gruessen
Ruediger albach
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Hallo und Willkommen im Forum,
ich halte es nicht für einen Befall, der dem Baum schadet, sondern für Flechten.
Allerdings kann ich keine Details erkennen.
Schadpilze an lebenden Bäumen treten normalerweise auch nicht "einfach so" auf, meistens hatte der Baum eine Wunde, durch die der Pilz eindringen konnte.
Ich sehe neben Moosen und möglicherweise Algen einerseits einen weißlichen Belag und auch etwas Gelbliches (?).
Möglicherweise handelt es sich beim weißen Belag um Phlyctis argena und bei den gelblichen Strukturen um Xanthoria parietina (wird bei Nässe grün-gelb). Beides wären sehr häufige Flechten an Baumrinde. Maßnahmen sind dagegen nicht notwendig und auch nicht möglich.
Vielleicht bringt ein Bildvergleich schon Klarheit (diese Flechten sehen nicht immer gleich aus!) , ansonsten bräuchten wir Nahaufnahmen, die diese Dinge detaillierter zeigen.
PS: im Forum hier geht's nicht sehr förmlich zu, im Allgemeinen läuft es hier per "du"
(reimt sich ...)
ich halte es nicht für einen Befall, der dem Baum schadet, sondern für Flechten.
Allerdings kann ich keine Details erkennen.
Schadpilze an lebenden Bäumen treten normalerweise auch nicht "einfach so" auf, meistens hatte der Baum eine Wunde, durch die der Pilz eindringen konnte.
Ich sehe neben Moosen und möglicherweise Algen einerseits einen weißlichen Belag und auch etwas Gelbliches (?).
Möglicherweise handelt es sich beim weißen Belag um Phlyctis argena und bei den gelblichen Strukturen um Xanthoria parietina (wird bei Nässe grün-gelb). Beides wären sehr häufige Flechten an Baumrinde. Maßnahmen sind dagegen nicht notwendig und auch nicht möglich.
Vielleicht bringt ein Bildvergleich schon Klarheit (diese Flechten sehen nicht immer gleich aus!) , ansonsten bräuchten wir Nahaufnahmen, die diese Dinge detaillierter zeigen.
PS: im Forum hier geht's nicht sehr förmlich zu, im Allgemeinen läuft es hier per "du"
Viele Grüße von bee
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Ich sehe hier auch nur Flechten, die ja streng genommen zu den Pilzen gehören und mit Algen in Symbiose lebend als Pioniere Oberflächen besiedeln.
Am bekanntesten wohl die Rentierflechte, ohne die im hohen Norden selbst die genügsamen Rentiere nicht überleben würden.
In letzter Zeit sind leider viele Flechtenarten durch landwirtschafliche Überdüngung bedroht, da viele den überhöhten Stickstoffeintrag (in der Luft) nicht ertragen. Mit am robustesten ist hier noch die bereits angesprochene Gewöhnliche Gelbflechte.
Feuchte Witterung, stehende Luft und zerklüftete Rinde sind natürlich ansonsten eine gute Grundlage für das wachstum von Algen, Moosen und Flechten.
Bei der oder den grauen Belägen sind es vermutlich Blattflechten die früher oft zur Gattung Parmelia heute aber teilweise in weitere Gattungen gestellt we(u)rden. Eine Übersicht über die Vielfalt an Flechtenarten gibt es hier.
An Laubbäumen u.a.:
Sulcatflechte, Lindenflechte, Eichen-Schüsselflechte, Soredians Blattflechte, Caperatflechte, Blattförmige Blasenflechte, Zarte Schwielenflechte, Lederschild Blattflechte, Großlappige Punktflechte, Kleine Punktflechte, Breitlappige Blattflechte...
Einige Arten wachsen eher auf saurer Rinde, die anderen oft auch auf Dachziegeln, Mauern, Gestein.
Interessant ist hier dass im Azteken-Kalender (Mesoamerika) im 12. der 18 Monate Teotleco auch Pachtontli oder Pachtli gefeiert wird, was bedeutet Ankunft der Götter (Teotleco, Return of the Gods) und (Pachtontli) Pachtli (kleines) Baumflechten-Fest!
Das fällt dieses Jahr auf den 4.-23. Oktober.
LG Spinnich
Am bekanntesten wohl die Rentierflechte, ohne die im hohen Norden selbst die genügsamen Rentiere nicht überleben würden.
In letzter Zeit sind leider viele Flechtenarten durch landwirtschafliche Überdüngung bedroht, da viele den überhöhten Stickstoffeintrag (in der Luft) nicht ertragen. Mit am robustesten ist hier noch die bereits angesprochene Gewöhnliche Gelbflechte.
Feuchte Witterung, stehende Luft und zerklüftete Rinde sind natürlich ansonsten eine gute Grundlage für das wachstum von Algen, Moosen und Flechten.
Bei der oder den grauen Belägen sind es vermutlich Blattflechten die früher oft zur Gattung Parmelia heute aber teilweise in weitere Gattungen gestellt we(u)rden. Eine Übersicht über die Vielfalt an Flechtenarten gibt es hier.
An Laubbäumen u.a.:
Sulcatflechte, Lindenflechte, Eichen-Schüsselflechte, Soredians Blattflechte, Caperatflechte, Blattförmige Blasenflechte, Zarte Schwielenflechte, Lederschild Blattflechte, Großlappige Punktflechte, Kleine Punktflechte, Breitlappige Blattflechte...
Einige Arten wachsen eher auf saurer Rinde, die anderen oft auch auf Dachziegeln, Mauern, Gestein.
Interessant ist hier dass im Azteken-Kalender (Mesoamerika) im 12. der 18 Monate Teotleco auch Pachtontli oder Pachtli gefeiert wird, was bedeutet Ankunft der Götter (Teotleco, Return of the Gods) und (Pachtontli) Pachtli (kleines) Baumflechten-Fest!
Das fällt dieses Jahr auf den 4.-23. Oktober.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Vor ein paar Jahren hatte ich mal Bilder eines Pilzbefalles an Flechten eingestellt, dass leider verschwunden ist.
Identifiziert wurde der Übeltäter als Athelia arachnoidea, der aber für den Baum harmlos ist.
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Hallo Andreas, das ist ja mal hochinteressant.
Ausgerechnet ein Bodenpilz der u.a. im asexuellen Stadium als Rhizoctonia carotae Karotten befallen und eine Lagerfäule verursachen kann, ist dann im sexuellen Stadium als Algenfresser auf Baumrinde aktiv und verschmäht auch die symbiotisch in den Flechten(-pilzen) lebenden Algen nicht.
Im unteren Bereich (schwer ohne gute Detailfotos) könnte das durchaus hinkommen.
Wieder was dazu gelernt.
LG Spinnich
Ausgerechnet ein Bodenpilz der u.a. im asexuellen Stadium als Rhizoctonia carotae Karotten befallen und eine Lagerfäule verursachen kann, ist dann im sexuellen Stadium als Algenfresser auf Baumrinde aktiv und verschmäht auch die symbiotisch in den Flechten(-pilzen) lebenden Algen nicht.
Im unteren Bereich (schwer ohne gute Detailfotos) könnte das durchaus hinkommen.
Wieder was dazu gelernt.
LG Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
- Georg Christoph Lichtenberg -
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Ich hatte die Fotos hier vor ein paar Jahren mal hochgeladen, aber sie sind wohl verschwunden. Der Pilz existiert übrigens auch nicht mehr. Das war vor 4 oder 5 Jahren, dass ich das Foto geknipst hatte.
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Die Idee ist tatsächlich nicht schlecht, daran hatte ich gar nicht gedacht.
Von Nahem müsste man es aber erkennen können, ob da so ein fein spinnwebartiges Geflecht ist, was leicht ablösbar ist.
Die von mir genannte weiße Flechte (und ähnliche Arten) sitzen sehr fest auf.
Das, was auf den angefragten Bildern diese gelblich-rosa-bräunliche (?) Tönung hat, könnten auch durch den Befall abgestorbene Flechten sein. Aber es ist alles, wie gesagt, nicht gefährlich für den Baum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Athelia_arachnoidea
Zu Athelia bei Arbofux (die Artbezeichnungen sind nicht ganz klar, ob A. arachnoidea und epiphylla eventuell eine Art sind, es soll ein schwieriger Artkomplex sein.)
https://www.arbofux.de/athelia-arachnoidea.html
Athelia epiphylla wächst normalerweise auf morschem Totholz und sieht dann von Nahem so aus:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... phylla.php
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... ylla00.php
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... la0201.php
Von Nahem müsste man es aber erkennen können, ob da so ein fein spinnwebartiges Geflecht ist, was leicht ablösbar ist.
Die von mir genannte weiße Flechte (und ähnliche Arten) sitzen sehr fest auf.
Das, was auf den angefragten Bildern diese gelblich-rosa-bräunliche (?) Tönung hat, könnten auch durch den Befall abgestorbene Flechten sein. Aber es ist alles, wie gesagt, nicht gefährlich für den Baum.
https://de.wikipedia.org/wiki/Athelia_arachnoidea
Zu Athelia bei Arbofux (die Artbezeichnungen sind nicht ganz klar, ob A. arachnoidea und epiphylla eventuell eine Art sind, es soll ein schwieriger Artkomplex sein.)
https://www.arbofux.de/athelia-arachnoidea.html
Athelia epiphylla wächst normalerweise auf morschem Totholz und sieht dann von Nahem so aus:
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... phylla.php
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... ylla00.php
http://www.pilzflora-ehingen.de/pilzflo ... la0201.php
Viele Grüße von bee
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
@AndreasG:
... jetzt erinnere ich mich
deine Bilder waren aber im Pflanzenbestimmungsforum :
https://forum.pflanzenbestimmung.de/for ... it=athelia
und das war der gute Link von damals:
http://www.lichens.lastdragon.org/liche ... oidea.html
... jetzt erinnere ich mich
https://forum.pflanzenbestimmung.de/for ... it=athelia
und das war der gute Link von damals:
http://www.lichens.lastdragon.org/liche ... oidea.html
Viele Grüße von bee
Re: Befall eines Amberbaumes (Pilz oder Flechten?)
Deshalb habe ich hier nicht wiedergefunden. 