Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Zaunwicke
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Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von Zaunwicke »

Standort: Hessen, bei Darmstadt, Griesheimer Sand, kalkreicher Sandboden, sehr heiße und trockene Lage.
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bee
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Re: Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von bee »

Hallo Zaunwicke,
wir sehen, dass sich alle bisher vornehm zurückhalten :wink: .
Wir sehen, dass die fraglichen Eichen in "Reih und Glied" stehen. Kann man von einer forstwirtschaftlichen Anpflanzung ausgehen?
Dann sehen wir, dass sowohl der Blattschnitt (Anzahl der Lappen), als auch die Blattgröße als auch der Blattspreitengrund ziemlich variabel erscheinen. Wie groß waren denn ungefähr die größten Blätter im ausgewachsenen Zustand?

Ich gehe davon aus, dass es Traubeneichen sind (Quercus petraea):
wg. forstlicher Nutzung, wg. durchschnittlicher Blattgröße und Lappenzahl (und obwohl manchmal der Blattspreitengrund ein wenig geöhrt ist).
Vor allem habe ich aber noch mal zu Quercus macranthera nachgelesen (ob in D. außerhalb von Parks angepflanzt? Nichts gefunden).
Aber vor allem sollen die Blätter bei Q. m. oberseits sehr dunkelgrün und unterseits filzig sein und junge Trieb auch deutlich filzig. Bei den eingestellten Bildern sieht das alles aber recht glatt aus, Behaarung auf der Blattunterseite kann ich nicht wirklich beurteilen, aber jedenfalls nicht deutlich filzig. Bei Q. m. sollten die Knospen bleibende fadenförmige Nebenblätter (Stipel) haben. Haben sie aber nicht. Auf dem Austriebsbild sieht man fädige Stipel, das ist aber nicht gemeint, diese fallen schnell ab.

Zum Vergleich (Bilder kann man ganz groß machen):
http://www.oaknames.org/images/leafpics ... 09_01a.jpg (Q. petraea, junge Zweige kahl, Blatt unterseits mit ein paar Haaren höchstens)
http://www.oaknames.org/images/leafpics ... 010_01.jpg (Q. macranthera, Zweig sehr filzig)

Hier die fädigen Stipel bei Q. macranthera:
https://www.bomengids.nl/vanafjuni2006/ ... g_6849.jpg
http://quercus.myspecies.info/sites/que ... k=cmN-rR5L

Die komischen Erscheinungen auf dem vorletzten Bild sind Gallen.
Wenn man hier https://www.pflanzengallen.de/suche.php
Quercus petraea eingibt, erhält man jede Menge Suchergebnisse.
Das könnten Gallen an den Knospen sein, erzeugt von Biorhiza pallida
https://www.pflanzengallen.de/gallen/bi ... 513opt.jpg
Aber es gibt in den Suchergebnissen noch ähnliche Knospendeformationen, wo andere Tierchen Ursache sind, ich bin da nicht ganz sicher.
Viele Grüße von bee

Zaunwicke
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Re: Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von Zaunwicke »

Vielen Dank für die Beurteilung!
Ich nehme auch an, dass diese Bäume zum Testen angepflanzt wurden, um zu sehen und zu experimentieren, welche Baumarten geeignet sind für trockene und heiße Sandgebiete?
In besagter Gegend finden sich neben alt eingesessenen Kiefern auch Götterbäume, Robinien und auch mindestens eine Zerreiche, die ich ebenfalls in diesem Forum schon erfragt habe.
Wie groß das einzelne Blatt ist kann ich nicht sagen, es erschien mir nicht überdurchschnittlich groß oder lang, aber ich werde nächste Woche, die trockenen Blätter einmal untersuchen und messen und auch den Baumstamm fotografieren. Die Bäume sind nicht groß, das ist dem Standort gezollt und nicht ihrem Alter. Alle Baumstämme tragen Flechten und Moose. Ich melde mich dann noch einmal...
Eigentlich hatte ich noch mehr Bilder heruntergeladen, ich kann sie allerdings hier im Forum nicht alle sehen?

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LCV
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Re: Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von LCV »

Hallo,

pro Beitrag sind 10 Fotos möglich.
Die restlichen kannst Du in einem weiteren Beitrag
zeigen oder an Deinem letzten noch anhängen.

Gruß Frank

Yogibaer
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Re: Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von Yogibaer »

Im Januar 2020 hatte ich den Gutspark Cösitz besucht um Material für eine Bestimmungsanfrage zu finden. Hier das Bild eines Blattes dieser Eiche:
Quercus macranthera, Gutspark Cösitz.jpg
Quercus macranthera, Gutspark Cösitz.jpg (60.76 KiB) 220 mal betrachtet
Und hier die Vergrößerung der Unterseite mit Behaarung:
Quercus macranthera Blattunterseite.jpg
Quercus macranthera Blattunterseite.jpg (57.52 KiB) 220 mal betrachtet
Noch ein Bild des Habitus im Winter, etwa von der gleichen Stelle wie das letzte Bild auf der verlinkten Seite.
Quercus macranthera, Habitus,  Gutspark Cösitz.jpg
Quercus macranthera, Habitus, Gutspark Cösitz.jpg (156.02 KiB) 220 mal betrachtet
Ich gehe davon aus das es sich bei der Anpflanzung um eine forstwirtschaftliche Kultur von Quercus petraea mit einem Alter von 10 - 15 Jahren handelt. Sie kommt ebenso wie Quercus macranthera mit trockenen Standorten zu Recht wächst aber schneller. Das oben genannte Exemplar wächst auf einen relativ grundwassernahen Standort und hat nach ca. 145Jahren gerade mal einen Umfang von 3,15 m. Daher würde ich sagen das sich diese Eiche nicht bzw. nur bedingt für den forstwirtschaftlichen Anbau eignet.
Die Pflanzengalle wird wohl eher von Andricus foecundatrix verursacht worden sein.
Gruß Yogi

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bee
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Re: Sind das Persische- oder doch eher Trauben-Eichen?

Beitrag von bee »

Bei der Galle stimme ich Yogibaer zu, da hatte ich gestern noch andere Bilder vergleichen sollen.
Bei Pflanzengallen.de sieht das so extrem gleichmäßig "ordentlich" aus, deshalb tippte ich auf die andere Galle.
Die Schuppung stimmte natürlich sehr gut.
Nun habe ich noch weitere Bilder angeschaut und da sieht man auch diese Form wie in der Anfrage abgebildet.
https://www.naturespot.org.uk/species/a ... all-wasp-0
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... tor_02.JPG
Viele Grüße von bee

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