Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

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LCV
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von LCV »

Chelterrar hat geschrieben:
29 Nov 2020, 20:54

Ja, aber warum? Wer sagt nicht, dass die Wiese, Verbuschung, was da halt ohne Menschen jetzt wäre, nicht artenreicher ist?


Hierzu gab es vor längerer Zeit eine interessante Dokumentation im TV.

Eine naturbelassene Wiese hat eine sehr große Artenvielfalt. Aber durch
zunehmende Verbuschung nimmt diese stark ab. Schuld ist der Kampf um
das Licht. Entsteht dann Wald, wird es noch schlimmer. Vom Waldrand bis
ins Innere nimmt die Artenvielfalt immer mehr ab. Als es noch große Flächen
ohne menschliche Besiedlung gab, hat das Wild die Verbuschung eingedämmt.
Durch Wölfe, Bären und andere Tiere stellte sich ein gewisses Gleichgewicht
ein. Weil der Mensch immer mehr Lebensräume der Tiere für sich beansprucht,
muss man jetzt die Wildwiesen in Bergregionen von Schaf- und vor allem
Ziegenherden abweiden lassen. Ziegen halten Sträucher niedrig, auch Dornen
machen ihnen nichts aus. Aber durch die massiven Eingriffe in die Natur, ziehen
sich viele Wildtiere immer mehr zurück, um schließlich ganz zu verschwinden.
Andere (sog. Kulturfolger) arrangieren sich mit den neuen Bedingungen und gehen
direkt in Städte (Füchse, Steinmarder, die eingeschleppten Waschbären oder
Wildschweine). Kritisch sind vor allem diverse Nager wie Mäuse und Ratten, da
zu den angerichteten Schäden auch noch die Übertragung von gefährlichen
Krankheiten kommt.

Die Entwicklung ist nicht umkehrbar. Wenn man es vorher gewusst hätte, könnte
man das sehr gut filmisch darstellen. Bin ich 1960 auf der B3 von Freiburg nach
Lörrach gefahren, kam alle 5 - 10 km Dörfer. Diese wurden durch Neubaugebiete
immer mehr vergrößert. Vor allem wegen der Gewerbesteuer wiesen viele Bürgermeister
Industriegebiete aus, wodurch inzwischen zahlreiche Dörfer schon fast zusammen
gewachsen sind. Das betrifft aber nicht nur den Streifen links und rechts der B3,
es gibt auch Ausdehnungen quer zum Straßenverlauf. Kein Wunder, dass viele
Tiere verschwinden und andere sich anpassen. Die Schäden durch Wildschweine
sind erheblich. Fressfeinde fehlen, denn vor Wölfen haben die Leute große Angst
und wehe, es wagt sich mal ein Bär in das Territorium. Dabei wäre bei dem
Futterangebot von Wolf und Bär absolut nichts zu befürchten.

Es spielt alles zusammen. Verschwinden Tiere, hat es Auswirkungen auf Pflanzen
und umgekehrt.

Den Wald in gemäßigten Zonen darf man aber nicht mit dem Regenwald am
Amazonas vergleichen. Der kann auf weitgehend unfruchtbaren Böden nur bestehen,
weil viele Tiere und Pflanzen sich gegenseitig helfen. Vernichtet man nur eine
Insektenart, kann man nicht abschätzen, welche anderen Tiere und Pflanzen dann
indirekt vernichtet würden. Weil der Boden unfruchtbar ist, wird brandgerodet.
Dadurch entsteht kurzfristig fruchtbarer Boden für die Ernte im Folgejahr. 1 Jahr
später nimmt es schon stark ab, im dritten Jahr lohnt es sich nicht mehr. Also brennt
man das nächste Stück nieder. Dieser Möchtegern-Trump in Brasilien sieht das alles
als interne Angelegenheit an. Aber das Klima wird weltweit beeinflusst. Gegen solche
Diktatoren würde nur ein totaler Wirtschaftsboykott helfen. Wenn die Probleme
immer größer werden, gibt es eine Revolution. Dann muss man hoffen, dass ein
anderer Präsident es besser macht.

Wir hatten gegen E10 eine Aufkleber-Aktion gestartet, weil das auch so eine
Augenwischerei war und zusätzlich Regenwald zerstört. Zum Glück hat sich E10
zum Flop entwickelt. Nur durch politischen Druck wird es noch angeboten. Aber
selbst 4 - 5 ct. billiger wollen es die meisten Leute nicht haben.

biloba
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von biloba »

Habe jetzt mal meine Heimatstadt Gera gesucht und dann auf die Landkarte geklickt. Schwupps - war ich in Jordanien, wo es offenbar eine Klitsche namens "Gerasa" gibt. Dafür interessiere ich mich aber weniger.


Einheimische Grüße!

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stefan
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von stefan »

biloba hat geschrieben:
30 Nov 2020, 23:31
Habe jetzt mal meine Heimatstadt Gera gesucht und dann auf die Landkarte geklickt. Schwupps - war ich in Jordanien, wo es offenbar eine Klitsche namens "Gerasa" gibt. Dafür interessiere ich mich aber weniger.


Einheimische Grüße!
google weiß eben, wo Du wohnst, und sortiert nach dieser "Relevanz" die Ergebnisse :?

Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

biloba
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von biloba »

Spinnich hat geschrieben:
29 Nov 2020, 17:37
@ Chelterrar
Nein, die werden den Regenwald bei ihren Aktivitäten sicher nicht wieder herstellen,
kurzfristig keinesfalls - schon gar nicht durch irgendeine Pflanzaktion.
Doch für ebenso sicher halte ich, dass diese Landstriche, wenn sie sich nur lange genug selbst überlassen werden, eine Sukzession durchleben werden, die letztendlich nach vielen Jahren auch zu einer Entstehung von Wäldern führen wird. Ausgestorbene Arten werden wohl nie wieder kommen. Aber verdrängte Arten können wieder einwandern oder ausgesetzt werden. Und wo dann noch ökologische Nischen entstehen, werden wieder neue Arten entstehen. Alles Andere wäre in diesen klimatischen Bedingungen weltfremd.
Sehr wohl wird die Pflanzerei die Sukzession beschleunigen können - wenn die Einheimischen nicht irgendwann mal Brennholz zum Kochen brauchen sollten.

Spinnich hat geschrieben:
29 Nov 2020, 17:37
bedenke aber, dass Menschen auf diesem Planeten von etwas existieren müssen.
Richtig. Nicht nur die dort heimische Bevölkerung, sondern Milliarden Menschen auf der ganzen Welt.

Diese Milliarden Menschen wollen aber nicht nur "existieren", sondern leben. Und wenn der Lebensstandard in Gefahr gerät, wird es garantiert Bambule geben. Das erkennst Du jetzt schon daran, welche Widerstände es hervorruft, wenn die Lebensqualität durch das Tragen einer Maske eingeschränkt werden soll. Aus diesem Grunde halte ich es für illusorisch, größere Massen der Weltbevölkerung von Fleischkonsum, Mobilität usw. fernhalten zu wollen - nur wegen ein paar Gramm CO²-Einsparung. In einer Demokratie halte ich das für nicht durchsetzbar. Und ob ein grüner Diktator kommen wird, der das durchsetzt, mag ich nicht prophezeihen.


Generell müssen wir zwei Probleme unterscheiden, die die Menschheit getrennt voneinander angehen muss, sofern der politische Wille dazu besteht.
a) Artensterben und
b) Klimawandel

Solche Pflanzaktionen, wie hier beschrieben, können sehr gut geeignet sein, einige Arten zu retten. Sie sind allerdings völlig ungeeignet, einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem CO² gebunden wird. Die Mengen, die damit realisierbar sind, die sind ein Witz im Vergleich zu den Millionen Tonnen Kohle, die tagtäglich verfeuert werden.
Na gut, zum Geld verbrennen taugen solche Aktionen auch.



Spinnich hat geschrieben:
29 Nov 2020, 17:37
Projekte in der Sahelzone in Burkina Faso können schon gar nicht an einer gelungenen Wiederherstellung des "Urwaldes" in der Wüstenregion am Rande der Sahara gemessen werden.
Da geht es darum das Vordringen der Wüste zu stoppen, Ackerbau etc. erst wieder zu ermögliche und den Wasserhaushalt in der Region zu verbessern.
Das ist ein richtiger Weg. Nur eine wichtige Maßnahme hast Du nicht genannt. Was muss dort noch massenhaft gepflanzt werden?

Richtig, Solarzellen! Quadratkilometerweise! Und mehr davon. Möglichst direkt in die Wüste hinein. Da Solarzellen in den letzten Jahren immer billiger wurden, wird das wirtschaftlich interessant und dürfte weniger Geld verbrennen, um echten Klimaschutz zu betreiben.
Diese Solarfelder hätten viele Vorteile.
  • In der Wüste ist nur wenig Vegetation durch den Schattenwurf beeinträchtigt.
  • Die gewonnene Energie kann in reicheren, dichter besiedelten Gebieten verwendet werden. Natürlich wäre es nicht praktikabel, die Energie durch eine lange Leitung nach Europa zu transportieren. Vielmehr sollte sie in Form von Wasserstoff oder flüssigen synthetischen Kraftstoffen transportiert werden.
  • In Europa können diese synthetischen Brennstoffe genutzt werden, um die Verbrennung von Kohle, später auch von Öl und Erdgas zu ersetzen. Daraus würde eine echte und nachhaltige CO²-Ersparnis entstehen. Es existiert zum Beispiel ein riesiges Potential, den Koks für die Roheisenproduktion durch Wasserstoff zu ersetzen.
  • Solarzellen haben eine Wirkungsgrad von um die 25%. Wenn die Dinger also 25% der Strahlungsenergie in Strom verwandeln, so wird auf den Solarfeldern nur noch 75% Wärme aus der Sonnenstrahlung ankommen. Auf größeren Solarfeldern ist demnach eine Reduktion der Temperaturen zu erwarten. Letztendlich reduziert das die Verdunstung und Niederschläge werden etwas wahrscheinlicher, wenn es kälter ist.
    Verbunden mit den von Dir genannten Aktionen könnten die Solarparks die Ausbreitung der Wüsten bremsen.

Spinnich hat geschrieben:
29 Nov 2020, 17:37
Es ist zu erwarten, dass bei gleicher Wasserwirtschaft und Wasserverschwendung ausreichend Wasser bald nur noch für 60% der Erdbevölkerung zur Verfügung stehen wird.
Vorübergehend JA.
Wir müssen nur noch etwas Geduld haben, bis die Chinesen noch mehr und noch billigere Solarzellen produzieren. Wenn die Energie billig genug ist, dann wird die Meerwasserentsalzung billiger. Denn bisher ist die vor allem wegen des hohen Energieverbrauches so teuer.


Optimistische Grüße!

biloba
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von biloba »

So geht Klimaschutz!

Ökostrom wird dort produziert, wo es Energie im Überfluss gibt. Hier ein Beispiel: Windkraft in Chile. Dort in Chile wird aus dem Ökostrom ein Öko-Treibstoff hergestellt, der mit einer bereits vorhandenen Tankerflotte und einem bereits vorhandenen Tankstellennetz in klimafreundliche Dieselfahrzeuge getankt werden kann. Denn der bisher verwendete Kraftstoff stammt bekanntlich aus fossilem Mineralöl und ist nicht klimaneutral.


Der Haken an der Geschichte wird in diesem Artikel verschwiegen: Zur Produktion von Methan, Methanol oder flüssigem Treibstoff ist nicht nur Wasser, sondern auch Kohlenstoff (zum Beispiel aus CO²) erforderlich.

Lösung 1: Wasserstoff in Reinform transportieren. Leider nur unter hohem Druck oder bei tiefsten Temperaturen möglich, auf jeden Fall teuer und nur mit teuren, noch nicht existierenden Spezialschiffen möglich.

Lösung 2: Man bindet die Wasserstoffatome nicht an Kohlenstoffatome, sondern an Stickstoff. Ammoniak ist vergleichsweise leicht zu transportieren. So geht das.


Optimistische Grüße!

AndreasG.
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von AndreasG. »

Zurück zur Suchmaschine.
Derzeit funktioniert die leider nicht richtig. Die Bildersuche stoppt bei mir nach einer Seite, die folgenden werden nicht mehr angezeigt und es erscheint eine Fehlermeldung. Deshalb werde ich sie wohl wieder deinstallieren.

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LCV
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von LCV »

Damit dies keine Augenwischerei wird, müssten die vorhandenen Tanker klimaneutral
betrieben werden. So viel kann man garnicht an einem Diesel verbessern, dass dafür diese
Schiffe von Chile nach Europa fahren. Selbst Kreuzfahrtschiffe sind schon eine Sauerei,
aber die Tanker und Containerschiffe sind der Gipfel. Also müssten die erst einmal
umgerüstet werden, damit sie auch mit diesem Kraftstoff fahren können. Da wäre es
eher angebracht, E-Fuel an der Nordsee zu produzieren, wo durch die Windparks
ein Überangebot besteht.

Prinzipiell sind ja alle aktuellen Bestrebungen zur CO²-Reduzierung ein fauler Zauber,
incl. Elektroauto. Nur weil da kein Auspuff dran ist, ist die Gesamtbilanz (Herstellung
des Autos und der Batterien, Strom, spätere Entsorgung) mehr als fragwürdig. Etwas
besser, wenn man das Auto mit dem Strom vom eigenen Dach betreibt und die Kiste nur
im Kurzstreckenbereich nutzt. Dagegen sind Super-E-Sportwagen mit über 500 PS sicher
nicht die Lösung.

biloba hat geschrieben:
02 Dez 2020, 21:46
So geht Klimaschutz!

Ökostrom wird dort produziert, wo es Energie im Überfluss gibt. Hier ein Beispiel: Windkraft in Chile. Dort in Chile wird aus dem Ökostrom ein Öko-Treibstoff hergestellt, der mit einer bereits vorhandenen Tankerflotte und einem bereits vorhandenen Tankstellennetz in klimafreundliche Dieselfahrzeuge getankt werden kann. Denn der bisher verwendete Kraftstoff stammt bekanntlich aus fossilem Mineralöl und ist nicht klimaneutral.


Der Haken an der Geschichte wird in diesem Artikel verschwiegen: Zur Produktion von Methan, Methanol oder flüssigem Treibstoff ist nicht nur Wasser, sondern auch Kohlenstoff (zum Beispiel aus CO²) erforderlich.

Lösung 1: Wasserstoff in Reinform transportieren. Leider nur unter hohem Druck oder bei tiefsten Temperaturen möglich, auf jeden Fall teuer und nur mit teuren, noch nicht existierenden Spezialschiffen möglich.

Lösung 2: Man bindet die Wasserstoffatome nicht an Kohlenstoffatome, sondern an Stickstoff. Ammoniak ist vergleichsweise leicht zu transportieren. So geht das.


Optimistische Grüße!

biloba
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von biloba »

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 12:13
Damit dies keine Augenwischerei wird, müssten die vorhandenen Tanker klimaneutral
betrieben werden.
Nichts leichter als das!
Die Tanker müssten einfach nur mit dem dort produzierten Ökotreibstoff fahren und wären auf der Stelle sofort klimaneutral.

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 12:13
So viel kann man garnicht an einem Diesel verbessern, dass dafür diese
Schiffe von Chile nach Europa fahren.
Wieso noch verbessern?
Entgegen aller Diskriminierung IST der Dieselmotor schon heute die klimafreundlichste Art eines Verbrennungsmotors.

Gerade wenn man in fachkundigen Kreisen wie einem Automobilclub unterwegs ist, sollte man keinerlei Halbwissen durchgehen lassen. Deshalb fasse ich es noch einmal für Dich zusammen, welche verschiedenen Arten von Schadstoff aus einem Auspuff kommen:
  1. Kohlendioxid CO² als Schadstoff für das Klima
  2. Feinstaub
  3. Stickoxid NO² und NO³ sind für unsere Gesundheit schädlich, wenn sie in erhöhter Konzentration auftreten
  4. Giftstoffe (Schwefelverbindungen, unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Bleiverbindungen...)
Zu a.
Der Ausstoß von a. lässt sich ganz einfach festmachen an der Hohe des Kraftstoffverbrauches. Je mehr Kraftstoff verbraucht wird, desto mehr CO² entsteht. Und wie Du weißt, schlucken Dieselfahrzeuge auf 100km weniger Liter, als ebenbürtige Benziner. Eben deshalb sind die Dieselmotoren wegen der effektiveren Verbrennung unter höheren Drücken klimafreundlicher, als gleich große Benziner. Das ist ein Fakt, der in den Lückenmedien nicht präsent ist.

Zu b.
Feinstaub wird in modernen Dieselfahrzeugen weitgehend ausgefiltert. Aktuelle Dieselfahrzeuge werden schon seit Jahrzehnten nicht mehr ohne Feinstaubplakette ausgeliefert. Wenn Du an einem Winterabend durch eine Wohnsiedlung fährst, in der die Leute gemütlich am Kamin sitzen, dann kommt das Abgas mit weniger Feinstaub aus dem Auspuff, als im Luftfilter angesaugt wird. Klingt komisch, ist aber so.
Feinstaub in Siedlungsgebieten ist ein Problem für die Atemwege der Menschen, die das einatmen. Feinstaub auf den Weltmeeren ausgestoßen ist völlig schnuppe. Er wird über kurz oder lang zu einem Kondensationskern für Nebel oder Wolken und mit diesem Niederschlag zu Boden oder ins Wasser fallen.

Zu c.
Der Dieselmotor ist in den letzten Jahren ins Gerede gekommen, weil er, bedingt durch höheren Druck und höhere Verbrennungstemperaturen mehr Stickoxide erzeugt, als vergleichbare Benziner. Dieser Stickoxidausstoß ist in der Tat ein Problem an solchen Stellen, wo bedingt durch eine Tallage nur ein geringer Luftaustausch stattfindet und dadurch eine höhere Konzentration von Nitrit und Nitrat in der Umgebungsluft entsteht. Das ist eine Gesundheitsgefahr für die Anwohner, zum Beispiel am Stuttgarter Neckartor.
In den Lückenmedien verschwiegen wird allerdings, dass Nitrat und Nitrit auf der freien Strecke überhaupt kein Problem, sondern einen wertvollen Pflanzennährstoff darstellen. Ein einziger Gülletanker versprüht mehr Nitrit und Nitrat in die Umwelt, als ein Dieselmotor zeitlebens ausstößt.

Zu d.
Wenn irgendwo auf der Welt Öko-Treibstoffe hergestellt werden, so wird man von vorn herein vermeiden, Schadstoffe wie Schwefel dahinein zu mischen, die bei Mineralöl natürlicherweise enthalten sind. Kraftstoff wird heutzutage ohnehin nicht mehr verbleit.
Würden die Tanker am Ort der Erzeugung mit Öko-Treibstoffen betankt, dann würde auch dieser Teil der Schadstoffe entfallen.


LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 12:13
Selbst Kreuzfahrtschiffe sind schon eine Sauerei,
aber die Tanker und Containerschiffe sind der Gipfel.
Hier verwechselst Du verschiedene Dinge.
Die Motoren dieser Schiffe haben zwei verschiedene Aufgaben, die Du nicht vermischen darfst. Zum Einen ist das der Antrieb der Schiffe.

Die zweite Aufgabe dieser Motoren ist gegenwärtig die Entsorgung der vielen im natürlichen Schadstoffe, die in natürlichem Mineralöl vorkommen. Das Öl wird destilliert und raffiniert, damit Du an der Tanke einen relativ sauberen Kraftstoff tanken kannst. Aber was soll denn mit den ganzen Destillationsrückständen passieren, die die ganzen Schadstoffe enthalten? Einfach in den Kanal kippen, das geht auch nicht. Deshalb subventionieren die Mineralölkonzerne diese diese Brühe und verkauft sie eben billig an die Reedereien, viel billiger als der saubere Kraftstoff an Deiner Tanke.

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 12:13
Also müssten die erst einmal umgerüstet werden, damit sie auch mit diesem Kraftstoff fahren können.
Das stimmt so nicht.
Diese Motoren benötigen diesen Dreck und die Schadstoffe im Treibstoff nicht, sondern tolerieren sie nur. Diese Schiffe könnten umgehend und sofort mit sauberen Kraftstoffen oder Öko-Kraftstoffen betankt werden. Das wird nur deshalb nicht gemacht, weil kein Reeder dieser Welt mit einer Vervielfachung der Kraftstoffkosten leben und auf die Subventionen aus der Mineralölindustrie verzichten mag.
(Allenfalls einige Schläuche und Dichtungen müssten ausgetauscht werden, wenn Methanol oder Ethanol als etwas aggressiverer Treibstoff verwendet werden soll. Wir kennen das von der Verträglichkeit von E10-Treibstoff. Verglichen mit den Betriebskosten eines Schiffes eher Pillepalle.)
Das trifft vor allem auf die Verwendung von Öko-Methanol oder synthetischem Öko-Diesel zu. Wollte man Ammoniak nutzen, wäre in der Tat eine Umrüstung erforderlich.

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 12:13
Da wäre es eher angebracht, E-Fuel an der Nordsee zu produzieren, wo durch die Windparks
ein Überangebot besteht.
Ein Überangebot sehe ich nicht, weil sich in den kommenden Jahrzehnten innerhalb von Deutschland die benötige Menge an Strom vervielfachen wird. Dafür ist die Nordsee einfach zu klein. Und für die Polen steht erst recht zu wenig nutzbare Fläche auf den Meeren zur Verfügung.


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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von LCV »

Vielleicht habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt.
Mit Diesel meinte ich nicht den Motor, sondern die Gattung Fahrzeug.
Wird nun mit besserem Kraftstoff beim hiesigen Auto der Schadstoffausstoß
reduziert, so stehen dem die Belastungen durch die lange Fahrt über die
Ozeane gegenüber.

Die Politiker vergleichen ja auch Benziner, Diesel und E-Autos. Klimaneutral ist
überhaupt nichts, wenn man auch Herstellung und Entsorgung mit einbezieht.
Noch nicht mal die Solarzellen auf dem Dach oder die Windräder. Es ist wohl eher
die Frage, nach wievielen km oder Betriebsstunden das kompensiert wird.

Auch zu viel Konjunktiv: Würden die Tanker betankt ...
Aber sobald dies teurer ist, weigern sich die Betreiber.
Helfen könnte nur, dass man sie gesetzlich dazu zwingt.
Staaten, die bei ihrer eigenen Flotte das durchgehen lassen,
würden für eine Wettbewerbsverzerrung sorgen. Man könnte
denen aber die Einfahrt in die Häfen verweigern.

AndreasG.
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von AndreasG. »

Ich habe die Suchmaschine noch einmal mit Google und anderen verglichen. Die Ergebnisse waren inakzeptabel. Wesenliche Artikel wurden nicht gefunden, die anderswo recht weit vorne aufgelistet werden. Tut mir leid, aber da greife ich doch lieber auf herkömmliche Suchen zurück.

biloba
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Re: Eine Suchmaschine, die Bäume pflanzt

Beitrag von biloba »

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 20:52
Vielleicht habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt.
Mit Diesel meinte ich nicht den Motor, sondern die Gattung Fahrzeug.
Wird nun mit besserem Kraftstoff beim hiesigen Auto der Schadstoffausstoß
reduziert, so stehen dem die Belastungen durch die lange Fahrt über die
Ozeane gegenüber.
Die Fahrt über das Meer haben wir eigentlich immer, denn in Deutschland ist die Ölförderung zu minimal.
Hier geht es nur darum, Treibstofftransporte aus Arabien durch Treibstofftransporte aus Chile zu ersetzen, während letztere sogar durch den eigenen klimaneutralen Treibstoff effektiv klimaneutral gestaltet werden könnten.

LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 20:52
Die Politiker vergleichen ja auch Benziner, Diesel und E-Autos. Klimaneutral ist
überhaupt nichts, wenn man auch Herstellung und Entsorgung mit einbezieht.
Dass die derzeit hoch gejubelten Lithium-Bomber nicht klimaneutral oder klimaschonend sind, darüber sind wir uns einig.
Doch das ist für mich kein Grund, andere Technologien der CO²-Einsparungen ebenso zu verteufeln.


LCV hat geschrieben:
09 Dez 2020, 20:52
Auch zu viel Konjunktiv: Würden die Tanker betankt ...
Aber sobald dies teurer ist, weigern sich die Betreiber.
Helfen könnte nur, dass man sie gesetzlich dazu zwingt.
Ich mag keine Diktatoren.
Auch nicht, wenn eine grüne Diktatur errichtet werden soll.



Demokratische Grüße!

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