Verwirrung bei der Elsbeere ---> Sorbus torminalis
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Verwirrung bei der Elsbeere ---> Sorbus torminalis
Hallo Zusammen,
beobachte eure Seite schon eine ganze Weile als Gast, und habe schon viele Bestimmungen dank dieser Seiten machen können.
Nun konnte ich neulich dank eurer Seite eine Elsbeere ausfindig machen.
Was mich Anfangs verunsicherte, war die Sache mit dem Stamm. Es passte alles, das Blatt, die Frucht, aber der Stamm überhaupt nicht.
Weiterhin schreibt ihr, das die Elsbeere überwiegend in den Weinanbaugebieten wächst. Ich hab diese im Elm ( liegt zwischen Braunschweig und Helmstedt entdeckt), was ja nun überhaupt kein Anbaugebiet ist. Und sie scheint prächtig hier zu wachsen, sie hat im Stammansatz einen Durchmesser von 80 cm, und ist ca. 25 bis 30 Meter hoch. Ich kann mir durchaus vorstellen, das noch mehr solcher Elsbeeren hier im norddeutschen Raum wachsen und andere da auch verunsichert sind, was die Bestimmung angeht. Vielleicht ergänzt ihr die Bestimmungsseite diesbezüglich. Oder liege ich mit der Bestimmung völlig daneben, was meint ihr dazu?
Herzliche Grüße Josh
beobachte eure Seite schon eine ganze Weile als Gast, und habe schon viele Bestimmungen dank dieser Seiten machen können.
Nun konnte ich neulich dank eurer Seite eine Elsbeere ausfindig machen.
Was mich Anfangs verunsicherte, war die Sache mit dem Stamm. Es passte alles, das Blatt, die Frucht, aber der Stamm überhaupt nicht.
Weiterhin schreibt ihr, das die Elsbeere überwiegend in den Weinanbaugebieten wächst. Ich hab diese im Elm ( liegt zwischen Braunschweig und Helmstedt entdeckt), was ja nun überhaupt kein Anbaugebiet ist. Und sie scheint prächtig hier zu wachsen, sie hat im Stammansatz einen Durchmesser von 80 cm, und ist ca. 25 bis 30 Meter hoch. Ich kann mir durchaus vorstellen, das noch mehr solcher Elsbeeren hier im norddeutschen Raum wachsen und andere da auch verunsichert sind, was die Bestimmung angeht. Vielleicht ergänzt ihr die Bestimmungsseite diesbezüglich. Oder liege ich mit der Bestimmung völlig daneben, was meint ihr dazu?
Herzliche Grüße Josh
- Dateianhänge
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- bl2a.jpg (25.39 KiB) 5304 mal betrachtet
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- Da sie mitten im Wald steht, war der ganze Baum nicht ins Bild zu kriegen.
- DSCI0004.JPG (144.93 KiB) 5304 mal betrachtet
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- hier der Stamm von der Elsbeere
- DSCI0003.JPG (290.35 KiB) 5304 mal betrachtet
Hallo Josh,
nach dem Blatt hast Du eindeutig eine Elsbeere gefunden.
Das Bild der Borke in der Baumliste sieht tatsächlich deutlich anders aus, als Deins. Ich vermute mal, daß es vom Stamm des Baumes stammt, der auch mit seinem Gesamthabitus dargestellt ist. Der ist noch relativ jung - da kann sich die Borke mit dem Alter noch deutlich ändern!
Was den Standort angeht: vielleicht hast Du da am Elm ein kleinklimatisch begünstigten Standort gefunden (Südexposition), immerhin gibt's ja auch noch an der Elbe und Unstrut Wein - Weinanbaugebiete, die auch nördlich der gängigen Weinbau-Grenze liegen.
Ich werde mal heute abend im "Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen" nachschauen, wie weit die Elsbeere nach Norden verbreitet ist.
Gruß, Stefan
nach dem Blatt hast Du eindeutig eine Elsbeere gefunden.
Das Bild der Borke in der Baumliste sieht tatsächlich deutlich anders aus, als Deins. Ich vermute mal, daß es vom Stamm des Baumes stammt, der auch mit seinem Gesamthabitus dargestellt ist. Der ist noch relativ jung - da kann sich die Borke mit dem Alter noch deutlich ändern!
Was den Standort angeht: vielleicht hast Du da am Elm ein kleinklimatisch begünstigten Standort gefunden (Südexposition), immerhin gibt's ja auch noch an der Elbe und Unstrut Wein - Weinanbaugebiete, die auch nördlich der gängigen Weinbau-Grenze liegen.
Ich werde mal heute abend im "Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen" nachschauen, wie weit die Elsbeere nach Norden verbreitet ist.
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)
https://baum-des-tages.blogspot.de/
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Cryptomeria
- Beiträge: 9539
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Erstmal herzlichen Dank, das ihr so schnell geantwortet habt.
Die Lage wo sie im Elm steht ist auf der Nordseite des Waldes, am Rand einer Schneise zwischen hohen Kiefern auf der Westseite und ehemals alten Buchen östlich. Die sind vor 20 Jahren abgeholst worden. Heute steht dort ein relativ dichter Mischwald ( Buche, Esche und Eiche). Ich denke mal das hat ihn vor den kalten Ostwinden geschützt.
Was denkt ihr denn, wie alt dieser Baum sein könnte?
Ich schätze ihn bei der dicke von 80 cm so um die 100 bis 150 Jahre.
Gruß Josh
Die Lage wo sie im Elm steht ist auf der Nordseite des Waldes, am Rand einer Schneise zwischen hohen Kiefern auf der Westseite und ehemals alten Buchen östlich. Die sind vor 20 Jahren abgeholst worden. Heute steht dort ein relativ dichter Mischwald ( Buche, Esche und Eiche). Ich denke mal das hat ihn vor den kalten Ostwinden geschützt.
Was denkt ihr denn, wie alt dieser Baum sein könnte?
Ich schätze ihn bei der dicke von 80 cm so um die 100 bis 150 Jahre.
Gruß Josh
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Cryptomeria
- Beiträge: 9539
- Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
- Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge
Schwer zu sagen, aber ungefähr kommt das hin, vielleicht ein bisschen jünger ( hängt natürlich vom Untergrund und der Vegetationsdauer ab)
Im Park von Blücherhof bei Waren stand 1999 ein Exemplar, das auf 80 Jahre geschätzt wurde. Es war 25 m hoch , die Krone 7 m breit, der Stamm hatte 1,60 m Umfang.
Viele Grüße
Wolfgang
Im Park von Blücherhof bei Waren stand 1999 ein Exemplar, das auf 80 Jahre geschätzt wurde. Es war 25 m hoch , die Krone 7 m breit, der Stamm hatte 1,60 m Umfang.
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Baumfreunde,
da die Elsbeere recht winterhart ist, gedeiht sie angepflanzt an vielen Stellen.
Ich habe jetzt mal den Atlas der Farn- und Blütenpflanzen (Häupler & Schönfelder) für die natürliche Verbreitung (BRD von 1988 !) zu Rate gezogen:
- Oberrheintal vom Bodensee bis etwa Offenburg
- Gebiet (großräumig) um Starnberger See und Ammersee
- geschlossene Verbreitung von der Donau nach Norden, mit einigen Ausnahmen: nicht im Schwarzwald, nicht in den höheren Lagen von Schwäbischer Alb und Fränkicher Alb, nicht im Bayrischen Wald
- Nordgrenze der Verbreitung im Westen: Nordrand der Eifel
- praktisch keine Vorkommen in Sauerland / Rothaargebirge, Westerwald, Taunus
- verbreitet aber ansonsten in Nord-Hessen und Süd-Niedersachsen bis zu einer Linie (grob) Osnabrück - Braunschweig.
Damit fallen also die Tieflandgebiete, die Hochlagen der Mittelgebirge und die Alpen aus.
Die Verbreitung ist also teils klimatisch und teils geologisch begrenzt.
Der Elm gehört (als Nordostecke innerhalb der alten BRD) noch zum natürlichen Verbreitungsgebiet.
Insofern ist der Fund von Josh eine sehr schöne Bestätigung und paßt zur bekannten Verbreitungskarte.
(die Angabe in unserer Baumliste müßte also tatsächlich etwas relativiert werden).
Gruß, Stefan
da die Elsbeere recht winterhart ist, gedeiht sie angepflanzt an vielen Stellen.
Ich habe jetzt mal den Atlas der Farn- und Blütenpflanzen (Häupler & Schönfelder) für die natürliche Verbreitung (BRD von 1988 !) zu Rate gezogen:
- Oberrheintal vom Bodensee bis etwa Offenburg
- Gebiet (großräumig) um Starnberger See und Ammersee
- geschlossene Verbreitung von der Donau nach Norden, mit einigen Ausnahmen: nicht im Schwarzwald, nicht in den höheren Lagen von Schwäbischer Alb und Fränkicher Alb, nicht im Bayrischen Wald
- Nordgrenze der Verbreitung im Westen: Nordrand der Eifel
- praktisch keine Vorkommen in Sauerland / Rothaargebirge, Westerwald, Taunus
- verbreitet aber ansonsten in Nord-Hessen und Süd-Niedersachsen bis zu einer Linie (grob) Osnabrück - Braunschweig.
Damit fallen also die Tieflandgebiete, die Hochlagen der Mittelgebirge und die Alpen aus.
Die Verbreitung ist also teils klimatisch und teils geologisch begrenzt.
Der Elm gehört (als Nordostecke innerhalb der alten BRD) noch zum natürlichen Verbreitungsgebiet.
Insofern ist der Fund von Josh eine sehr schöne Bestätigung und paßt zur bekannten Verbreitungskarte.
(die Angabe in unserer Baumliste müßte also tatsächlich etwas relativiert werden).
Gruß, Stefan
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Moin Moin!
Ich denke auch, daß der Standort ganz gut paßt (naja, bis auf die Nordseite, aber was ist in der Natur schon normal). Aber der Untergrund, Muschelkalk, ist für die mitteldeutschen Standorte typisch. Ich hab in Thüringen auf den gewaltigen Muschelkalkhöhenzügen Vergesellschaftungen verschiedenster Sorbus-Arten gesehen, u.a. Elsbeeren und verschiedenste Bastardierungen. Mein Botanik-Prof hat extra eine Sorbus-Exkursion dorthin angeboten.
Viele Grüße
Ich denke auch, daß der Standort ganz gut paßt (naja, bis auf die Nordseite, aber was ist in der Natur schon normal). Aber der Untergrund, Muschelkalk, ist für die mitteldeutschen Standorte typisch. Ich hab in Thüringen auf den gewaltigen Muschelkalkhöhenzügen Vergesellschaftungen verschiedenster Sorbus-Arten gesehen, u.a. Elsbeeren und verschiedenste Bastardierungen. Mein Botanik-Prof hat extra eine Sorbus-Exkursion dorthin angeboten.
Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -
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stiggsteagge
- Beiträge: 2
- Registriert: 01 Mär 2011, 13:39
- Wohnort: 35329 Gemünden
Re: Verwirrung bei der Elsbeere ---> Sorbus torminalis
Josh hat geschrieben:Hallo Zusammen,
beobachte eure Seite schon eine ganze Weile als Gast, und habe schon viele Bestimmungen dank dieser Seiten machen können.
Nun konnte ich neulich dank eurer Seite eine Elsbeere ausfindig machen.
Was mich Anfangs verunsicherte, war die Sache mit dem Stamm. Es passte alles, das Blatt, die Frucht, aber der Stamm überhaupt nicht.
Weiterhin schreibt ihr, das die Elsbeere überwiegend in den Weinanbaugebieten wächst. Ich hab diese im Elm ( liegt zwischen Braunschweig und Helmstedt entdeckt), was ja nun überhaupt kein Anbaugebiet ist. Und sie scheint prächtig hier zu wachsen, sie hat im Stammansatz einen Durchmesser von 80 cm, und ist ca. 25 bis 30 Meter hoch. Ich kann mir durchaus vorstellen, das noch mehr solcher Elsbeeren hier im norddeutschen Raum wachsen und andere da auch verunsichert sind, was die Bestimmung angeht. Vielleicht ergänzt ihr die Bestimmungsseite diesbezüglich. Oder liege ich mit der Bestimmung völlig daneben, was meint ihr dazu?
Herzliche Grüße Josh
Pflanz einen Baum und kannst Du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt.
Bedenke Mensch - es haben Deine Ahnen, bevor sie Dich kannten, auch für Dich gepflanzt.
Bedenke Mensch - es haben Deine Ahnen, bevor sie Dich kannten, auch für Dich gepflanzt.