Hallo,
letzte Woche habe ich im Wald (nahe Kreuzeiche Lörrach/Rheinfelden - in der Nähe vom Tulpenbaum im Wald) direkt am Wegrand ein paar angepflanzte junge Bäume gesehen, die mir etwas rätselhaft sind.
Es waren relativ hohe (2-3 m hoch), sehr dünne Stämme (mit dicker Stütze jeweils), wo nur ganz oben ein Tuff von großen gefiederten Blättern war.
Auffällig war, dass die wechselständigen Blätter aus vielen Einzelblättchen bestanden (oft 9, eventuell auch 10 Blattpaare, vermutlich eigentlich unpaarig aber mit reduziertem Endblättchen), wobei die Blättchen sehr gegeneinander verschoben waren. Die jungen Blätter waren deutlich behaart, die Stiele bedrüst.
Der Geruch erinnerte an Walnuss, war aber nicht sehr deutlich und auch "irgendwie" anders.
Bei Blumen in Schwaben kam ich wegen der versetzten Blättchen auf Juglans microcarpa, das kann aber von der Blattbreite (siehe Fitschen) her eigentlich nicht sein.
http://www.blumeninschwaben.de/Hauptgru ... lans.htm#3
Ich habe dann weitergesucht, was es für Dokumente gibt, wo eine forstwirtschaftliche Nutzung eine Rolle spiel.
Bei Waldwissen.net bin ich auf die forstwirtschaftlich genutzten Intermedia-Hybriden, Juglans nigra x Juglans regia und auf die Garavel-Hybriden, Juglans major x Juglans regia gestoßen.
https://www.waldwissen.net/dossiers/fva ... e/index_DE
https://www.waldwissen.net/waldwirtscha ... e/index_DE
Juglans major zeigt solche Behaarung/Bedrüsung, einen gesägten Rand und oft scheinbar paarige Fiederung, hat auch oft verschobene Blättchen.
Was haltet ihr von der Hybrid-Idee (Juglans major x Juglans regia) ?
Juglans (Hybride ?) angepflanzt als Forstbaum --> Juglans nigra (soweit per Bild einschätzbar)
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Juglans (Hybride ?) angepflanzt als Forstbaum --> Juglans nigra (soweit per Bild einschätzbar)
Zuletzt geändert von bee am 17 Aug 2020, 01:18, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße von bee
Re: Juglans (Hybride ?) angepflanzt als Forstbaum
Hallo,
es gibt hier Neuigkeiten.
Ich hatte noch ein weiteres Dokument zum Thema gefunden (Anbau von Schwarznuss und Hybridnuss von 06-2019)
http://www.ig-nuss.de/index_htm_files/A ... marten.pdf
Zur Abklärung meiner Frage hatte ich einen Mitautor des Dokumentes angeschrieben, Herrn Steinacker von der TU München, welcher mir auch sehr freundlich und ausführlich geantwortet hat, vielen Dank noch mal dafür.
Aufgrund der sichtbaren Merkmale und des beschriebenen Geruchs handelt es sich seiner Meinung nach um eine Schwarznuss, Juglans nigra (und keine Hybride).
es gibt hier Neuigkeiten.
Ich hatte noch ein weiteres Dokument zum Thema gefunden (Anbau von Schwarznuss und Hybridnuss von 06-2019)
http://www.ig-nuss.de/index_htm_files/A ... marten.pdf
Zur Abklärung meiner Frage hatte ich einen Mitautor des Dokumentes angeschrieben, Herrn Steinacker von der TU München, welcher mir auch sehr freundlich und ausführlich geantwortet hat, vielen Dank noch mal dafür.
Aufgrund der sichtbaren Merkmale und des beschriebenen Geruchs handelt es sich seiner Meinung nach um eine Schwarznuss, Juglans nigra (und keine Hybride).
Beigefügt war auch ein Bild, was 3-jährige Bäume zeigte, die sehr ähnlich aussahen in ihrem Habitus.... ähnlich Walnuss, drüsig behaart, sehr viele Fiederblätter, unpaarig, Endfiederblättchen am kleinsten, Mitte bzw. hinteres Drittel sind die größten Blätter, Rinde nicht ganz glatt (wie bei Walnuss und den meisten Nusshybriden, wo Walnuss mit als Vater dabei ist )
Dafür spricht auch, dass manche Bäumchen schon abgebrochen sind. Die Schwarznuss ist bei Einzelstand windgefährdet, die Hybridnuss sind da viel biegsamer und brechen selten ab.
Die Schwarznuss wird zunehmend im Wald gepflanzt, wo der Boden tiefgründig, nährstoffreich und ausreichend wasserversorgt ist. Sie vertragen sehr gut ein wärmeres Klima.
Viele Grüße von bee