Chelterrar hat geschrieben: ↑30 Jan 2020, 20:56
Moin Spinnich,
Tja, Kürbisse sind bei mir meist schiefgegangen. April Samen gesteckt, Mai große Pflanzen ausgepflanzt, Ende Mai gab es 2 Tage Regen und dann fand ich nur noch ein Gestänge. Da ich aber jetzt ein Gewächshaus habe, dürfte sowas leichter zu verhindern sein. Was hältst du von "Uchiki Kuri" und "Muscat de Provence"? Und wo wir gerade dabei sind, welche Melonen würdest du in einem GW anbauen? Galiamelonen, Charentaismelonen, Futuro-Melonen, Cantaloupe Melonen oder gar Honigmelonen? Was sagst du zu den Sorten der Wassermelonen? Eignen sich auch größere Sorten wie "Crimson sweet"? Meine Erfahrungswerte zu den Melonen sind übrigens identisch zu denen der Kürbisse. Aber dieses Jahr bin ich sehr guter Dinge.
LG Chelterrar
Hi, den Beitrag hatte ich wohl überlesen, daher meine Antwort erst jetzt.
Also "Uchiki Kuri" baue ich jetzt schon seit mehreren Jahren an, meist mit gutem Erfolg. Mit dem Anbau vom
"Steirischen Ölkürbis" (Cucurbita pepo var. styriaca) hatte es auch geklappt (schon länger her, Anbau wegen der Kerne), weniger mit einer mittelgroßen Sorte der "Butternuss" (C. moschata), die lange brauchten und wenig ergiebig waren.
Mit Melonen hatte ich
bisher noch keinen Erfolg, weder
normale Wassermelonen noch eine "
Cream of Sasketchewan".
In meinem Gewächshäuschen baue ich keine Kürbisse/Melonen an, nur im Freiland, dort auch Gurken. z.B. (Riesen-) Schäl/Senfgurke u. Delikateß, bei denen ich selbst im letzten Jahr massenhaft Ertrag hatte, leider viele mit Bitterstoffen. Daher werde ich mir auf jeden Fall heuer wieder Saatgut von Netzgurken besorgen, damit hatte ich beste Erfahrung (absolut bitterfrei), obwohl die (vom Bruder) kleinere gelbliche Sorte vermutlich hybridisiert waren. Auch "
Inkagurken" ranken bei mir jedes Jahr am Zaun und es gab schon gigantisches Wachstum und Ernten, aber im letzten Jahr war es doch so trocken, dass selbst meine größten Kartoffeln nicht größer als die Saatkartoffeln wurden, die meisten waren in der Größe von Schussern oder Kastanien und natürlich gab es dann auch keine eimerweise Ernte an Inkagurken.
Gegessen wurden unsere Minikartoffel dennoch, samt Schale als Bratkartoffeln. Die Ernte der "Uchiki Kuri" war auch nicht berauschend, keine 10 kg, im trockenen Jahr zuvor noch fast das 3-fache. Meine Yacon-Knollen (hatte schon welche mit 750 g) waren dieses Jahr praktisch nicht vorhanden, die dickste wie ein Bleistiftstummel! Die waren auch im Vorjahr nicht groß (wie mittlere Kartoffeln) aber diesmal habe ich die sofort in einen Blumentopf gesteckt um im Frühjahr überhaupt Pflanzgut zu haben.
Die Hauptgefahr bei vorgezogenen Kürbisgewächsen sehe ich zum einen in der Umfallkrankheit und in der Vergeilung der Pflanzen.
Das kann an einem sonnigen Pflanztag die Pflanzen killen, genauso Spätfrost oder Schnecken; ich habe z. Glück seit Jahren keine (Nacktschnecken) mehr im Garten. Bei mir gibt es dafür
Werren (Maulwurfsgrillen - Hilfe, wo bleibt der Wiedehopf), die schon mal halbwüchsige Kohlpflanzen zur Strecke bringen, auch Saatreihen komplett auslichten und frisches Grün (Setzlinge) sehr gerne an der Wurzel oder direkt am Stängel abfressen und selbst Kartoffeln anknabbern.
Also lege ich meine vorgekeimten Gurken und Kürbiskerne erst wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, die Kürbisse bevorzugt in kleine Draht oder Kunststoffkörbchen, darum herum wird Reisig eingesteckt wegen der scharrenden Amseln. Gibt es doch noch mal unerwartet Spätfrost kommen Säcke u/o Töpfe über die jungen Pflanzen.
Heuer werde ich jedenfalls trotz der längeren Vegetationszeit mal Muskatkürbisse erproben (zusätzlich), denn die Mitbringsel von einem Kürbishof hatten mich geschmacklich begeistert.
Dabei handelt es sich aber um kleinfrüchtige Sorten, denn was will ich im 2-Personenhaushalt mit einem Kürbis der 5.0 kg - 10.0 kg auf die Waage bringt, wie der leckere "Muscade de Provence".
Meine Muskatkürbissse, "Hidemi=Hayato" u. "Crowning" bleiben deutlich kleiner, ähnlich "Uchiki Kuri".
Schau Dir mal die Artenvielfalt von Kürbissen, seien es Muskat-, Hokkaido- oder Garten (Pepo-) Kürbisse an, hier auf dieser
tollen Seite!
Ob ich es dieses Jahr auch nochmal mit Wassermelonen (gelbfleischige Sorte vom Kürbishof) versuche, mal sehen, der graue Kürbis muss jedenfalls noch ein Jahr warten, das wird mir sonst zu viel.
Demnächst muss ich mal die Tomatenaussaat vorbereiten, Paprika-Sorten und Chili (selbst Jahre alte "China-Mix") haben bis auf "Joe's Long" schon alle gekeimt. Nachzügler war auch hier 3 Jahre alter Same von "Giant Rocoto" (C. pubescens). Die Sorte "Canario" hat dagegen im kalten Treppenhaus gut überwintert. Auch meine Zierchilis von Frank und meine C. baccatum "Criolla Sella" sowie "Bischofsmütze" und die C. chinense "St. Lucia", haben den Winter überstanden. Auberginen habe ich auch zwei durchgebracht (eine 2m hoch, drittes Jahr), die Keimung einiger Sorten ist allerdings bisher noch unvollständig.
LG Spinnich

Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -