LCV hat geschrieben: ↑08 Mai 2019, 21:08
... sieht man denn Veredelungsstellen? Die Aesculus x carnea ist doch eine
Kreuzung aus weißer und roter Rosskastanie. Kann denn nicht das eine
oder andere Elternteil durchschlagen?
...
Bekannt sind Rückschläge bei besonderen Formen, die durch "Krankheit" oder Mutation in einzelnen Trieben entstanden sind und nur vegetativ vermehrt werden können. (besondere Wuchsformen, besondere Blattvarianten, ...)
Formen, die als Hybriden entstanden sind, sollten genetisch stabil sein und nicht in eine Elternform zurückschlagen können.
Aber auch diese Formen werden normalerweise vegetativ vermehrt, da bei Sämlingen eine Aufspaltung zu erwarten ist.
Daher muss eine Aesculus x carnea normalerweise veredelt sein; außer es handelt sich um Stecklingsvermehrung - ich weiß nicht, ob das bei Kastanien üblich oder auch nur möglich ist.
Ich habe ähnliche Fälle schon bei Japanischen Kirschen gesehen, dort war es eindeutig, dass die Prunus serrulata-Form auf Prunus avium veredelt war und Triebe der Unterlage durchgetrieben sind.
Bei dieser Rosskastanie halte ich auch die Erklärung Aesculus x carnea auf Aesculus hippocastanum veredelt mit Austrieb der Unterlage für die wahrscheinlichste.
Gruß
Stefan