Was sind denn das für stattliche Kiefern ??

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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jantrautner
Beiträge: 197
Registriert: 31 Aug 2007, 00:46

Was sind denn das für stattliche Kiefern ??

Beitrag von jantrautner »

Ich möchte vor der Herbstpflanzzeit ;) wissen worum es sich hier handelt, komme aber nicht so recht weiter...

Kürzlich sind mir in einem nahegelegenen Waldgebiet einige wenige besonders schöne Kiefern aufgefallen, die ich zumindest in dieser Form bisher wohl noch nirgends sah. Sehr satt frischgrün im Gegensatz zu den einheimischen sylvestris, die ja beinahe blaustichig sind, und um diese Jahreszeit - im Spätsommer - die inneren Nadeln abwerfen, und dadurch bis zum Frühling etwas kränklich aussehen ;)

In der Nachbarstadt fand ich dann auch noch ein grosses Exemplar [Kamera war nicht griffbereit], das relativ frei steht und dadurch über die gesamte Stammlänge schöne Aststockwerke aufweist, fast bis zum Boden, wie andere Bäume auch wenn sie nicht in jungen Jahren in einer Plantage standen, wie diese hier auf den Fotos. Der Stamm dieser Kiefern ist durchgehend dunkelgrau, und weist im oberen Bereich deutliche, umlaufende Ringe auf. Wegen dem stattlichen Äusseren, und der offensichtlichen Robustheit gegen Klimawandel und Herbst ;), würde ich ein paar davon gerne in meinem [ausreichend dimensionierten] Garten ansiedeln [ein paar alte "normale" Kiefern hab' ich schon]... nur tappe ich völlig im Dunkeln, was die Klassifizierung betrifft. Ins Blaue geraten, und da sie wohl in einem Versuch mit amerikanischen Arten forstlich angepflanzt wurden [eine einzige bzw. letzte alte Douglasie steht ganz in der Nähe], tippe ich nicht auf etwas exotisches, sondern vielleicht doch auf Weymouths Kiefer [Pinus strobus]. Aber "ausgewachsene" Vertreter habe ich bisher noch nie zu Gesicht bekommen, daher bin ich garnicht sicher. Das Grün scheint mir etwas zu dunkel und die Krone zu dicht zu sein... aber die charakteristischen Zapfen könnten passen, soweit erkennbar. Ich muss wohl doch nochmal vor Ort ;)


Hier ein paar unterschiedliche Ansichten [Originalfotos, 6 MP, je 1,5 MB]

http://img214.imageshack.us/img214/739/ ... 002ew4.jpg
http://img477.imageshack.us/img477/5417 ... 003kz8.jpg
http://img267.imageshack.us/img267/3705 ... 005hj1.jpg
http://img503.imageshack.us/img503/1236 ... 007py1.jpg
http://img255.imageshack.us/img255/6973 ... 010bx6.jpg


...und wo wir grade dabei sind ;) - noch ein paar Riesen, einen Kilometer weiter: Douglasien oder doch Weisstannen?? Näher bin ich nicht rangekommen, sie stehen am Fuss einer Klippe voller Dornen...

http://img260.imageshack.us/img260/1527 ... 013sc7.jpg
http://img259.imageshack.us/img259/3698 ... 015ws2.jpg

Ach und die Bilder können hier nach Belieben verwendet werden. Geschossen wurden sie übrigens hier:
http://maps.google.com/?ie=UTF8&t=k&om= ... 13561&z=17

MfG ;)

wolfram
Beiträge: 3419
Registriert: 03 Mai 2007, 16:59

Beitrag von wolfram »

Hallo Jan,
nach Deinen Beschreibungen und Bildern zu urteilen kann es sich nur um Pinus strobus handeln. Zähle mal die Nadeln, die zusammen in einem Büschel stehen, es werden bestimmt 5 sein. Schade, daß Du die Zapfen nicht fotografiert hast, das wäre auch ein untrügliches Merkmal.
VG
Wolfram

Du kannst jaauch mal hier reinschauen:

http://www.baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0110

kurt
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Beitrag von kurt »

Hallo
Besonders die Erwähnung der umlaufenden Ringe im oberen, d.h. jüngeren Teil des Stammes deuten doch schon auf Weymouthkiefer hin. Die übrigen Merkmale natürlich auch.
Gruss
Kurt

jantrautner
Beiträge: 197
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Beitrag von jantrautner »

Die Nadeln kann ich in diesem Fall schlecht zählen, denn die untersten erreichbaren hängen mindestens 20 Meter hoch ;) - und Zapfen habe ich seltsamerweise auch keine gefunden... aber kein Wunder bei zwei Meter hohen Dornen :shock: . Auf einem der Fotos sind sie allerdings halbwegs erkennbar, siehe Anhang.
Jedenfalls bin ich jetzt ziemlich sicher, dass es sich um Strobe handelt. Wir haben nämlich einige TRÄNENkiefern in der Nachbarschaft, die ich bisher für strobige gehalten habe - wegen der fast identischen Zapfen, weil bei denen auch 5 Nadeln an einem Büschel stehen, und da ich bisher wohl keine richtige Strobe-Kiefer sah... irgendwie kann man als Laie junge Exemplare dieser beiden Arten, bei dem lockerem Wuchs, auch leicht verwechseln, oder nicht :wink: ?

http://baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0112
http://baumkunde.de/baumdetails.php?baumID=0110

...und das zweite sind garantiert ganz normale Weisstannen, keine Douglasien. Die enorm "puschelige" Beastung hat mich irritiert :wink:
Dateianhänge
zapfen.jpg
zapfen.jpg (52.52 KiB) 3795 mal betrachtet

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo jan,

Pinus strobus hat kürzere Zapfen, kürzere Nadeln und die Nadeln mehr gelblich grün.
Pinus wallichiana hat wesentlich längere Zapfen ( gleiche Form wie strobus), längere Nadeln, mehr hängend und andere Farbe, mehr dunkel-/blaugrün.
Bei deinen Ex. eineitig P. strobus

Viele Grüße

Wolfgang

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Im letzten Satz , es sollte " eindeutig" heißen.

jantrautner
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Beitrag von jantrautner »

>> es sollte " eindeutig" heißen

Man kann doch editieren :o !?

>> Pinus strobus hat kürzere Zapfen

Nehme ich an, so genau hab' ich sie aber nicht gesehen... auf den Fotos die ich fand, sind sie sehr ähnlich - und die von den Tränenkiefern hier, sind auch genauso stark gebogen wie die auf den Fotos in der Übersicht.

>> kürzere Nadeln

das bestimmt, sonst würden sie nicht so stark unseren einheimischen Kiefern ähneln - zumindest die grösseren Exemplare. Die der Tränenkiefer sehen ja fast aus wie die Stricknadeln von Schwarzkiefern, und baumeln genau wie Quasten ;)

>> und die Nadeln mehr gelblich grün.

Das hauptsächlich ist mir ja gleich so positiv aufgefallen, sieht gleich viel frischer und gesünder aus als unsere blaubraunen. Stimmt es dass Strobekiefern ein eher feuchtes Milieu bevorzugen? Denn weniger trocken als anderswo hier in Südbayern, jedenfalls in den letzten Jahren mit den langen Dürreperioden, ist es auf dem Hügelchen wo die stehen, auch nicht. Ganz in der Nähe musste kürzlich ein grösserer Stangenwald dem Borkenkäfer weichen...

jantrautner
Beiträge: 197
Registriert: 31 Aug 2007, 00:46

Beitrag von jantrautner »

Wen es interessiert: Die Strobekiefern sind mittlerweile genauso herbstbraun wie alle anderen Kiefern auch :wink: - und bei den unteren beiden Fotos handelt es sich tatsächlich um grosse Douglasien, nicht um Tannen! In der Nähe gibt es sogar einen grösseren Reinbestand auf einer Kuppe, sehen aber aus der Ferne fast genauso aus wie alte Weißtannen oder Fichten...

jantrautner
Beiträge: 197
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Beitrag von jantrautner »

So, das war's - hab' schon förmlich drauf gewartet. Der älteste bzw. einzige Douglasienbestand im Umland existiert nicht mehr, nur noch vier riesige Holzhaufen erinnern daran. Macht sich auch viel besser als Nummernanzeige auf einem Bildschirm irgendeiner Pleitebank. Und die kleinen gelben Fichten mit dem Springkraut dazwischen, die jetzt dort wuchern, machen doch viel mehr her. Scheiss Kapitalismus.

[zwei Fotos oben, eine Ex-Perspektive hier: http://img260.imageshack.us/img260/1527 ... 013sc7.jpg ]

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