Bezugsquellen für Saatgut

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sgz
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Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 12 Mär 2019, 23:07

Welche Bezugsquellen für Saatgut von Gehölzen könnt ihr empfehlen?
Besonders für Kleinmengen?

Leider haben die großen Saatguthändler mit großen Sortimenten kein Interesse am Verkauf von Kleinmengen.

Wer könnte sich vorstellen, Saatgut von seltenen Gehölzen zu sammeln und zu verschicken?

Könnte man vielleicht bei baumkunde.de eine Saatgutbörse einrichten?

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LCV
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von LCV » 12 Mär 2019, 23:28

Hi,

schau mal ganz unten auf dieser Seite. Da gibt es eine Rubrik hierfür.
Allerdings sind nur selten Angebote zu finden. Du kannst dort aber auch
auflisten, was Du suchst.

Was meinst Du mit seltenen Gehölzen? Solche, die hier bei uns
im Freien überwintern können oder auch im Kübel und dann im
Winter im Keller oder Wintergarten? Das Vogtland ist ja nun nicht
gerade für mildes Klima bekannt.

Ich befasse mich in erster Linie mit Exoten, z.B. Papaya oder
Cherimoya. Da kann man einfach Früchte kaufen und es probieren.
Auch Eriobotrya japonica kann man im Supermarkt als Loquat oder
Nespolo finden. Keimt gut, wächst auch ziemlich zügig. Wir mussten
eine Pflanze für den Vorraum einer Institution spenden, da für
die Wohnung zu groß geworden. 4 Mann mussten den Kübel tragen.

Gruß Frank

sgz
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 13 Mär 2019, 00:06

Ich hab hier ein großes Grundstück und würde gern neue Baumarten ausprobieren.
Also sollten sie schon recht frosthart sein. :wink:
Speziell interessieren mich momentan Zuckerahorn und "Schiffsmast"-Robinie.

Welche Rubrik meinst du?
Ich find nix passendes.

Mein Nachbar hat schon einige Jahre im Freien eine Bananenstaude.
Die verpackt er aber im Herbst immer gut unter Laub und Grasschnitt.

Hast du schon mal versucht, ein Mangobäumchen zu ziehen?
Gekeimt hatte der Kern schon.
Doch dann ist der Keimling eingegangen ...
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LCV
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von LCV » 13 Mär 2019, 00:21

Na hier: https://www.baumkunde.de/forum/viewforum.php?f=13

Mango habe ich schon mal probiert, aber der Riesenkern war wohl
nicht keimfähig. Man soll den vorsichtig knacken und die dünne
Schale ablösen. Dann in ein feuchtes Küchenpapier einpacken und
in einem verschlossenen Plastikbeutel für ein paar Tage aufbewahren.
Die Erde muss durchlässig sein. Da ich aber kein Mango-Fan bin,
kann es dauern, bis ich wieder einen Kern bekomme.

Ahorn sollte doch kein Problem sein. Wir haben in den Parkanlagen
alle möglichen Arten. Wenn Du ein großes Grundstück hast, wäre
auch ein Carpinus betulus nicht schlecht. Wenn sich die Hainbuche
frei entfalten kann, bekommt sie eine tolle Form.

In der nächsten Woche soll es wieder wärmer werden. Dann kann
ich mal schauen, ob man noch keimfähige Samen findet. Könnte
aber schon zu spät sein.

Gruß Frank

Yogibaer
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von Yogibaer » 13 Mär 2019, 08:27

Von einen seriösen Saatguthändler wirst du keinen Samen der Schiffsmastrobinie erhalten. Robinia pseudoacacia var. rectissima kann nur vegetativ vermehrt werden. Bei einer Aussaat gehen die Varietätseigenschaften weitgehend verloren.
Gruß Yogi

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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 13 Mär 2019, 12:54

Das war dann auch meine Erkenntnis,
nachdem ich diese Quelle gefunden habe:

http://www.silvaselect.com/baumarten/robinie/
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AndreasG.
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von AndreasG. » 13 Mär 2019, 17:02

Ich weiß nicht, wie du dir das vorstellst. In Klingenthal wachsen bestimmt nicht so viele Exoten. Da habe bereits ich weiter unten Probleme. :lol:
Aber schau mal bei Köhres Kaktus vorbei. (Musst du googlen, denn ich will hier keinen Link reinstellen.) Die haben neben Kakteen auch eine Rubrik mit allen möglichen Exoten.

Neulich habe ich im Supermarkt einen Granatapfel gekauft und da sind mindestens 20 Sämlinge aufgelaufen. (Falls das exotisch genug ist.) Aus gleicher Quelle stammen die Physalis, von denen man prima ein paar Samen aussäen kann. Nur die Jungpflanzen sind dann etwas sensibel.

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bee
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von bee » 14 Mär 2019, 23:28

Hallo,
zur Mangoanzucht: das habe ich zweimal probiert.
Einmal hatte ich eine Pflanze (ca. 70 cm hoch, schön verzweigt) mehrere Jahre, einmal ein "Mickerding", das immer nur 3-4 Blätter hatte.
Mangopflanzen sind extrem empfindlich, man hat nicht den geeigneten Platz in der Wohnung (oder hast du einen beheizbaren Wintergarten ?).
Sie brauchen viel Licht (also Fenster), aber keine heiße Sonne direkt durch die zu nahe Scheibe, keine Zugluft beim Lüften (im Winter keine Kaltluftströme vor allem, doch vielleicht ist alles unter 15-16 Grad schon zu kalt), sie vertragen keine Heizungsluftströme und brauchen hohe Luftfeuchtigkeit.
Vielleicht kommt es auch auf die Varietät (Sorte) an, teilweise stammen die Früchte (und die Mutterpflanze) aus tropischen Gebieten, wo es auch nachts nicht unter 20 Grad wird, teilweise werden aber auch Mangos in Spanien ("Costa tropical") angebaut, die müssten etwas kühlere Luft vertragen.
Wenn man nicht den idealen Platz hat, werden sie sehr empfänglich für irgendwelche saugenden Insekten (was es genau bei meiner großen Pflanze war, fand ich damals nicht heraus).
Kommt man morgens ins Zimmer und es liegt "Mangoduft" in der Luft, dann wurden die Blätter angesaugt.
Diese Blätter welken dann sofort und völlig ... wenn es nur wenige Blätter sind, dann ist es noch o.k. (Ich spülte immer nur ab, verwendete keine Chemie.)
Während eines Urlaubs und Pflanzenpflege durch Verwandte es dann passiert ... es wurde nur alle paar Tage gegossen und geschaut (nicht täglich mehrfach :wink: ) , da habe die Sauger der Pflanze in kürzester Zeit den Garaus gemacht.
Das war ein sehr trauriger Anblick. Seitdem habe ich es nicht wieder probiert.
Viele Grüße von bee

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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 15 Mär 2019, 16:59

Nee, solche Exoten versuche ich nicht mehr. ^^
Höchsten nochmal Kumquats oder Nashibirnen.

Zuckerahorn wäre hier schon ein absoluter Exot. :)

Danke zum Bericht über die Mango!
Ein Schulfreund (ich selbst auch) hatte mal eine zum Keimen gebracht.
Aber der Keimling ist dann sehr schnell eingegangen.

@AndreasG.
Dieses Jahr möchte ich noch Akazien säen.
Auch wegen der Bienen ... :wink:
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von Yogibaer » 15 Mär 2019, 18:36

Versuch macht zwar klug aber ich glaub nicht das sich Acacien in Klingenthal lange behaupten können.
Gruß Yogi

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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 15 Mär 2019, 18:54

Ohh, war ein Fehler von mir.
Ich meine natürlich die Robinie, Robinia pseudoacacia.

Weshalb kennst du dich so gut mit Klingenthal aus?
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von Cryptomeria » 15 Mär 2019, 19:37

Akazien sind in Deutschland nicht winterhart. Die härteste , Acacia dealbata , kann man im Frühjahr im Mittelmeerraum oder Blütensträuße auch in Gärtnereien bewundern. Immer mal wieder werden auch Pflanzen angeboten, auch winterhärtere Selektionen, aber eine Überwinterung im Kalthaus ist sinnvoll. Es sei denn, man wohnt z.B. direkt in Köln. Bei den letzten Wintern konnte man sie sicher auch an einer Hauswand draußen überwintern.
VG wolfgang
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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von LCV » 15 Mär 2019, 19:58

Hallo,

ich wüsste jetzt in meiner Region keinen einzigen Zucker-Ahorn.

Aber dafür Acer saccharinum, der die gleiche Winterhärte aufweist,
noch interessantere Blätter hat und sehr schön blüht. Da wäre es
auch möglich, Samen zu finden. Allerdings animiert das Wetter im
Augenblick nicht zu Ausflügen. Es ist zwar relativ warm, aber sehr
stürmisch und regnerisch, wobei es plötzlich ein Gewitter gibt
mit Graupel- und Schneeschauern. Vielleicht wird es in der nächsten
Woche wieder frühlingshafter. Ob aber noch Samen zu finden sind,
muss man abwarten.

Gruß Frank

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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von Yogibaer » 15 Mär 2019, 20:04

@sgz als gelernter, schon etwas älterer Ossi weiß ich natürlich dass es in der Geburtsstadt von Harry Glaß nicht so sehr warm sein kann, zu Beginn seiner Karriere war er ja noch auf Schnee angewiesen.
Gruß Yogi

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Re: Bezugsquellen für Saatgut

Beitrag von sgz » 15 Mär 2019, 21:29

Da wäre ja auch noch der Henry Glaß!
Und ich heiße auch Glaß, bin aber mit keinem von beiden verwandt oder verschwägert. :wink:

Zuckerahorn scheint echt ein Problem zu sein.
Im Netz hab ich noch jemanden gefunden, der seit 2018 Zuckerahornsaatgut sucht.
Seine Versuche der Anzucht mit Samen von Internethändlern hatten mehrfach keinen Erfolg.
Ich denke, je frischer der Samen (und möglichst in der Natur stratifiziert),
desto besser das Ergebnis.
Im Baumregister sind leider nur besondere Exemplare der Art aufgelistet.
Sind die Samen hier wachsender Bäume eigentlich wieder Zuckerahorne
oder kreuzt er sich mit heimischen Arten?

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