Strauch in der Nachbarschaft ---> Calycanthus floridus

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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wolfachim_roland
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Strauch in der Nachbarschaft ---> Calycanthus floridus

Beitrag von wolfachim_roland »

Nachdem ich den Strauch mehrfach vom Auto aus gesehen hatte, bin ich heute einmal stehen geblieben und habe ihn photographiert.
Kannte ich bisher noch nicht, habe ihn aber bei Bruns schnell gefunden.
Ihr kennt ihn sicher auch lange.

Wolf
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Wolf Roland

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

Calycanthus floridus oder occidentalis. Auch Gewürzstrauch genannt. Beliebtes Gehölz, dessen Blüten (oder Blätter?) würzig duften. Manche behaupten allerdings so gut wie gar nicht. Kommt offenbar auf die Jahreszeit an.

Absolut frostfest und einfach zu kultivieren.

tormi
Moderator
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Beitrag von tormi »

Der Gewürzstrauch Calycanthus floridus. Habe letztens einen mit schmaleren Blätter und schmaleren Blüten gefunden. Denke dass es Calycanthus fertilis war. Muss die Bilder aber erst finden LG Nalis
schon gefunden

wolfram
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Beitrag von wolfram »

Hallo,

Calycanthus ist ja eine Gattung mit sehr ursprünglichen Blüten. Und trotzdem haben sie eine raffinierte Bestäubung: In den Kessel der anfänglich recht dicht schließenden Blütenblätter (siehe Bild) werden Glanzkäfer gelockt und erst dann freigelassen (durch Öffnung der Blüten), wenn der Pollen reif ist. Während ihrer Gefangenschaft werden sie mit Futterkörperchen beköstigt.
Einen Blütenduft habe ich noch nie wahrnehmen können, die Käfen haben ofenbar eine andere Nase. Aber die Blätter haben einen schwachen Duft, wenn man sie reibt.

Das nur, falls es interessiert.
Viele Grüße
Wolfram
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Ja, Wolfram, es interessiert, danke ^^!

Und sagt mal bitte, wie sehen denn die Früchte von Calycanthus aus?
Ich habe da nämlich letztes Jahr in Frohnau (hier in Berlin) einen Strauch gefunden, der im Laub total ähnlich war (was mir erst eben auffiel, als ich die Fotos betrachtete), und Früchte trug.
Die waren mehr oder weniger lanzettlich, holzig und geflügelt, sprich hatten seitlich 3-4 Flügelleisten, die sich über die ganze Länge der Frucht zogen. Im Inneren war zunächst eine luftgefüllte Hohlkammer zu finden, dann erst kam an die Wand angelagert eine kleine Kammer mit dem Keim, der ganze Samen war etwa 2 cm lang.
Leider habe ich keine Fotos, und es sind, trotz Fertilität der Früchte, auch keine gekeimt =(...
Könnt ihr mir da weiterhelfen?

Lieben Gruß, Andreas

wolfram
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Beitrag von wolfram »

Hallo Andreas,
nach Deiner Beschreibung der Früchte denke ich automatisch an Halesia caroliniana, den Schneeglöckchenstrauch.

VG Wolfram

tormi
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Beitrag von tormi »

das müsste dann so ausgesehen haben
Zuletzt geändert von tormi am 09 Jul 2007, 21:13, insgesamt 2-mal geändert.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ha, genau das sind sie ^^!
Vielen Dank auch =)! Halesia caroliniana also, toll!

Grüße, Andreas

tormi
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Beitrag von tormi »

oder H. monticola. Im Bärtels gehölzvermehrung wird behauptet dass Samen von europäischen Halesias so gut wie niemals keimen.
LG Nalis

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

H. monticola hat bei mir hervorragend gekeimt.

tormi
Moderator
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Beitrag von tormi »

siehste, jeden Grund es zu probieren
LG nalis

tormi
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Beitrag von tormi »

Hallo,
habe noch mal nachgelesen, Bärtels schreibt dass in Europa gesammeltes Saatgut selten Keimfähig ist und dass es in der Regel importiert wird. Dann musst du einen guten Mutterbaum gefunden haben. Vielleicht kannst du in der Samenbörse welchen anbieten wenn es denn soweit ist. Ich wollte mich auch schon daran versuchen aber ich war zu spät dran gewesen.

Hier noch die unreife Frucht von Calycanthus fertilis
LG Nalis
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Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo ^^!

Danke fürs Calycanthus- Fruchtbild (habe mir grad bei ebay nen 3jährigen Sämling ersteigert ^^).
Ja, ich hoffe, ich erinnere mich an die Straße, wo ich den Halesia- Mutterstrauch fand, Früchte hingen da eigentlich ganz gut dran... Fertil nenne ich die gefundenen Früchte deshalb, weil der Keim, den ich aus zwei Untersuchungs- Samen herauspolkte, zum Leidwesen meiner Fingernägel ^^, grün und saftig war...
Nur keimte von den restlichen 8 Samen keiner... Ich vermute stark, die eher schlechte Keimrate wird mit dem wirklich harten Samenmantel zu tun haben, der sicher erstmal etwas verwittern muß, bis der Keim ne Chance hat, durchzubrechen...

Wenn ich die Straße also wiederfinde, wo der Halesia stand, werde ich ernten, und anbieten ^^!

Grüße, Andreas

Hortulanus
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Beitrag von Hortulanus »

In der oberen Reihe sind Halesia monticola :D
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tormi
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Beitrag von tormi »

Sehr gut, ich werde meinen (dh der im Stadtpark in Luxemburg, siehe oben) auch abernten und Samen anbieten.
Bärtes schreibt weiter: Samen nach der Ernte im Spätherbst/Winter nicht austrocknen lassen, sie werden sonst hartschalig und unterliegen dann einer starken Keimhemmung.
Zur Nachreife des Embryos werden die Samen zunächst 2-4 Monate lang bei 12-30°C stratifiziert. Die anschliessende Kaltstratifikation (2-3 Monate lang bei 0-4°C) durchbricht die innere Keimhemmung.
Bevor die Samen stratifiziert werden, können die Spitzen der Samenschalen abgekniffen werden, das soll die Keimung verbessern.
Aussat März-April unter Glas, Saatbeete in den ersten Wochen dunkel halten.
Unbehandelte Samen liegen in der Regel über.

Soviel zur Theorie.
@Hortulanus, wie hast du deine Halesia's ausgesät? Stimmt das mit Bärtels Methode überein ? Auf was sollte man achten?
Fragen, Fragen, Fragen und
LG Nalis

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