Amberbaum - oder doch was anderes ? ---> Liquidambar styraciflua

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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stefan
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Amberbaum - oder doch was anderes ? ---> Liquidambar styraciflua

Beitrag von stefan » 16 Aug 2017, 22:51

Hallo Baumfreunde,
ich habe heute einen noch kleinen Baum gesehen, der mich etwas verunsichert.
Nach dem Blatt hätte ich auf Anhieb gesagt Amberbaum, vermutlich Liquidambar styraciflua, auch wenn die seitlichen Blattlappen an L. orientalis denken lassen; Bilder von L. styracifllua 'Worplesdon' zeigen sehr häufig die seitlich Lappen.
Allerdings haben die Zweige keinerlei Korkleisten, die Borke ist völlig glatt. Ich kenne L. styraciflua auch in relativ jungen Jahren nur mit der sehr rauhen, groben Borke.
Was könnte es sonst sein - oder kann es überhaupt etwas anderes sein und passt die glatte Borke doch zu einem jungen L. styraciflua?
Gruß
Stefan
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bee
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Beitrag von bee » 26 Aug 2017, 22:51

Hallo Stefan,
ich kenne zwar L. auch nur mit groberer Borke, allerdings findet man Bilder im Web von jüngeren Bäumen mit glatterer Borke ... von daher .... kein Problem.

https://selectree.calpoly.edu/tree-deta ... a-burgundy

Was die L.s oder L. orientalis-Frage betrifft, da sieht dieser Liquidambar styraciflua 'Worplesdon' ja extrem "zipfelig" aus.

Inwieweit da dann noch die Unterscheidungsschlüssel anwendbar sind?
Ich hatte hier die Frage:
viewtopic.php?t=11840&highlight=Amberbaum

Es geht da eigentlich um die Lappung der mittleren Lappen, wenn jedes erwachsene Blatt eine schmale Seitenlappung hat, dann L. orientalis, wenn das mal so und mal so ist, dann L. styraciflua. (Siehe key von JDL)
Viele Grüße von bee

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stefan
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Beitrag von stefan » 27 Aug 2017, 22:31

Hallo bee,
danke für Deine Einschätzung!
Bei L. orientalis sollen die Blätter etwas kleiner sein, die Blattränder nur schwach gesägt, und mir scheinen die Spitzen der Blattlappen etwas stumpfer.
Von daher scheint mir orientalis weniger wahrscheinlich.
Gruß
Stefan
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Ener
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Beitrag von Ener » 30 Aug 2017, 12:47

Hallo,

die Borke an meinem Amberbaum ist an den Ästen mit vergleichbarer Dicke augenscheinlich identisch mit der auf den gezeigten Bildern. Verfurcht die Borke vielleicht erst mit zunehmendem Wachstum?

Gruß Ener

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Beitrag von Kiefernspezi » 30 Aug 2017, 13:31

Hallo, diesen Effekt habe ich bei vielen Baumarten gesehen. Oftmals kann man gar nicht von "der" Rinde sprechen. Sondern vielmehr verändert sich das Bild im Verlaufe des Baumlebens. Es gibt Standort- und Genetik-Effekte. Von daher kann man auch nicht ganz straff nach Jahresalter eine Rindenform zugrunde legen. Aber zumindest eine Auswahl sollte man zeigen. Es gibt sogar Bäume, die erst in einem Alter > 50 eine gefurchte Rinde zeigen. Es kann so extrem sein, dass echte Altersrinde nur am Naturstandort zu finden ist. Manchmal zeigen Bücher Jungrinde als typische Erscheinungsform, da die Autoren angepflanzte Bäume aus Deutschland zugrunde gelegt haben.

Viele Grüße

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stefan
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Beitrag von stefan » 30 Aug 2017, 16:50

Hallo Ener,
Ener hat geschrieben:Hallo,

die Borke an meinem Amberbaum ist an den Ästen mit vergleichbarer Dicke augenscheinlich identisch mit der auf den gezeigten Bildern. Verfurcht die Borke vielleicht erst mit zunehmendem Wachstum?

Gruß Ener
Du hast völlig recht!
Nur haben alle Amberbäume, die ich kenne - bei gleicher Stärke - schon eine sehr grobe, furchige Rinde; das ist es ja, was mich hier verunsichert.
Ich sehe allerdings keine Alternative.
Und ich neige deshalb vorläufig der Sorte 'Worplesdon' zu, die möglicherweise eine weniger grobe Borke besitzt.
Gruß
Stefan
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Ener
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Beitrag von Ener » 30 Aug 2017, 19:54

Hi,

hab mal schnell ein Paar Vergleichsbilder geblitzt. Ich bin ehrlich zugegeben, und auch nicht tief gestapelt, blutiger Anfänger, zumindest hab ich diesen Baum in meinem Garten mittels Bestimmung als amerikanischen Amberbaum identifiziert (oder vergeblich zu identifizieren versucht?!). Unter dem ersten abgehenden Ast hat er etwas weniger als 60cm Umfang, zum Alter kann ich nix sagen, alle Bäume in meinem Garten stammen noch vom Vorbesitzer. Außer die Eiche, die ich zur Geburt meines Nachwuchses gesetzt hab. Die ist aber noch nicht registerwürdig. Noch nicht! Bei den von dir angehängten Bildern hab ich zumindest den Eindruck, die Stärke entspricht eher den dickeren Ästen von meinem, die auch noch glatt sind.
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