Starthilfe für jungen Baum - Liquidambar styraciflua worplesdon

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Brahmsis
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Starthilfe für jungen Baum - Liquidambar styraciflua worplesdon

Beitrag von Brahmsis »

Guten Tag,
ich habe mich hier im Forum angemeldet um vielleicht ein paar Erfahrungswerte von euch zu erhalten - ich hoffe das klappt :)

Zur Geburts mein Sohnes habe ich in einem Freundschaftshain einen 1,5 Meter hohnen Liquidambar styraciflua worplesdon im März 2017 geplfanzt. Ich habe die vorhandene Erde gut mit Komposterde vermengt und etwas Hornspähne beim Pflanzen mit eingebracht. Er ist sehr gut angewachsen, treibt gut aus und hat gesunde Blätter.

Soll ich den jungen Baum mit einer Mulchschicht bedecken? ( natürlich einen kleinen Abstand zum Stamm lassen). Rindenmulch oder Pinienmulch?
Ich lese immer wieder dass der Mulch den Stickstoff aus dem Boden´ziehen soll?! Ist das nicht schlecht für einen jungen Baum?

Habt ihr sonst Tipps ?
Ich was dass es eine langsam wachsende Baumart ist. Kann ich trotzdem den Wachstum irgendwie optimieren? Z.b. mit irgendwelchem Dünger welcher dem Baum nicht schadet?

Ich hoffe ich habe nicht zu viele Fragen gestellt...

mfg

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Hallo Brahmsis und herzlich willkommen,

so wie du ihn beschreibst, ist er kerngesund. Da würde ich gar nichts machen.Er ist nun mal ein moderat wachsender Baum. Man braucht ein bisschen Geduld. Noch einmal betont: Ich würde das so machen, da ich nur bei Mangelerscheinungen überlege, was zu tun ist. Andere, die z.B. ständig mit Dünger hantieren, werden es anders sehen.
VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Brahmsis
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Beitrag von Brahmsis »

Und was ist nun bei dem kommende Sommer?
Mulch soll ja auch den Vorteil haben dass die Erde nicht so schnell austrocknet. Jedoch habe ich sorge was die Nachteile angeht.
Ich habe den Baum bewusst bei uns Mittellandkanal gepflanzt. So kann ich einmal die Woche hinfahren und Gießen.
Reichen 10 - 20 Lieter pro Besuch wenn es trocken ist?

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LCV
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Beitrag von LCV »

Hallo,

mir hat mal ein Gärtner gesagt, Düngen eher sparsam. Zu viel und womöglich zur falschen Zeit schadet eher.

Rindenmulch ist auch umstritten. Große Gartenbaubetriebe verwenden den, weil er Unkraut erstickt. Da geht es darum, die Pflege der Anlage möglichst kostengünstig zu bewerkstelligen. Würde ich nicht machen. Man kann um den Baum herum eine ringförmige Rinne anbringen, damit das Regenwasser nicht wegfließt. Vor allem, wenn der Boden ausgedörrt ist, dann kann er Wasser schlecht aufnehmen. Etwas Gras um den Baum herum ist auch nicht falsch, weil das Wasser besser gehalten wird. Dann schwemmt es bei einem Wolkenbruch auch nicht die Erde weg. Besonders wichtig, wenn der Baum an einem Hang steht.

Ansonsten den Baum wachsen lassen, wie er eben wächst. Das kann man kaum beschleunigen.

Gruß Frank

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria »

Mache wie Frank es auch vorschlägt einen Ringwall um den Baum, damit das Wasser nicht abfließt. Es hängt vom Boden ab. Hast du Sandboden sickert das Wasser natürlich schnell weg. Hast du Lehm, reichen 20 Liter auch für 2 Wochen.
VG wolfgang
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Brahmsis
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Beitrag von Brahmsis »

Wie Dick sollte denn dich Mulchschicht sein? und wie groß der Gießrand?
Meint ihr das ist zu klein angelegt?
Hier mal 2 Fotos.
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2.jpg
2.jpg (171.64 KiB) 1767 mal betrachtet
1.jpg
1.jpg (204.23 KiB) 1767 mal betrachtet

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich würde es erst mal so lassen, aber keinen Rindenmulch verwenden.

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Brahmsis
Brahmsis hat geschrieben: ...und wie groß der Gießrand? ....
Wassermangel ist mit Sicherheit das Hauptrisiko.
Der Rand sollte so sein, daß alles Wasser, das Du gießt nicht über den Rand hinausläuft, sondern innerhalb des Randes versickern kann, dann kommt soviel wie möglich bei den Wurzeln an.
Gruß
Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Hallo,

ich gehöre zu denen, die täglich mit Mulch und Dünger hantieren ...

außer Rasen dünge ich freiwillig gar nichts.

Düngen macht Pflanzen meinst alles andere als widerstandsfähig. Sie treiben dann zwar mehr, aber auch in schlechterer Qualität, das Grün ist oft weicher bis matschig und so lieben es alle Schädlinge vom Mehltau über die Blattlaus bis hin zur gefräßigen Raupe.

Mulch ... ist ein zweischneidiges Schwert. :shock:

Ab einer gewissen Schichtdicke (bei Mulch mit Nullanteilen, also kein Dekomulch, ZEHN Zentimeter) schützt er vor Neueintrag von vielen Samenunkräutern und er hält den Boden auch feuchter.

Mulch begünstigt dann aber ANDERE Unkräuter und ein ewig feuchter Boden ... da fühlen sich dann Pilze und Eipilze auch pudelwohl.

Eine zehn Zentimeter starke Mulchschicht ist eine nicht unerhebliche Bodenaufschüttung und viele Gehölze mögen sowas nicht.

Mulch ist in meinen Augen was fürs Beet und dann auch nur in Deko-Schichtstärken, er ersetzt niemals das Krauten.


Wenn du im Hochsommer da nur einmal die Woche hinfährst, gönn dem kleinen Ding ruhig 20l. Einmal klatschnaß und dann wieder trockenfallen schadet ihm nicht.
Bild

Hessekopp
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Beitrag von Hessekopp »

Gerade habe ich den Knüppel neben dem Bäumchen entdeckt. Wieso nur wird jedes auch noch so kleines Gehölz angebunden ... und dann auch noch so falsch.

Man bindet Bäume, die aufgrund ihres Wuchses oder ihrer Größe nach der Pflanzung derart ungünstig im Wind stehen, daß sie über den BALLEN wackeln könnten und daher regelmäßig alle aus dem Ballen rauswachsenden Feinwurzeln abgerissen werden. Wenn der Baum angewachsen ist (nach zwei Wachstumsperioden) braucht ein gesunder Baum sowas nicht mehr. Sowas betrifft Hochstämme oder echt große Trümmer (für die man besser Ballenanker benutzt), dein kleines Bäumchen hätte das nicht gebraucht, wenn er nach der Pflanzung anständig eingeschlämmt worden ist.

Das HOLZ des Baumes MUSS wackeln können, da das Wackeln ein Anzeiz zur Bildung von Holz ist. Ich hatte bei einem Kunden mal eine 2,5-3m hohe Tanne (Abies pinsapo oder procera, weiß nicht mehr genau) die auf kompletter Länge eng an einen Banbus gebunden war. Nach Entfernen des Bambus legte sich die Tanne mit der Spitze auf den Boden ... wackelt nicht => bildet (fast) kein Holz. Damit sind wir dann auch nochmal kurz beim Dünger ... nach dem Austrieb verholzen die Bäume/Sträucher. Bekommen sie dann aber Dünger, treiben sie oft weiter und alles hängt, weil es zu schwer wird. Daher düngt man Gehölze nach dem Austrieb nicht mehr.

So wie du deinen Baum gebunden hast, bringt das fast garnichts, dürfte aber wohl auch fast nicht schaden, falls da keine würgenden Bindungen bei sind. Du kannst den Knüppel da fürs Gewissen noch bis nächstes Frühjahr stehen lassen, solltest ihn aber spätestens dann entfernen. Du kannst ja an dem Bäumchen (vorsichtig) etwas rumbiegen. Wenn sich der Stamm biegt und der Wurzelteller dabei ruhig bleibt, ist der Knüppel eher kontraproduktiv.

Edith sieht gerade, daß der Knüppel beschildert ist und wohl dauerhaft bleiben soll. Dafür steht er mir auf Dauer viel zu dicht im Baum, eventuell kannst du ihn nen halben Meter weiter weg setzen, wenn du die Bindung nicht mehr brauchst.
Bild

Hilmar
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Registriert: 10 Sep 2012, 20:07

Beitrag von Hilmar »

Hallo,

bei der Anwachspflege können natürlich mehrere unterschiedliche Meinungen aufeinander prallen. Zum einen prägen lokale und persönliche Erfahrungen, andererseits differenzieren auch die Angaben zur Vorgehensweise in der Fachliteratur.

Daher hier meine Meinung zum Thema:
Gelehrt wurde zu meiner Zeit, dass die Mulchschicht bis zu 5 cm hoch aufgetragen werden sollte. Üblicherweise werden die Hackschnitzel derzeit durchschnittlich 10 cm hoch aufgeschüttet, ohne dass die Bäume sichtbare Schäden zeigen. Bei der Zersetzung von Holzhäcksel wird Stickstoff gebunden. Dieser wird somit dem Boden entzogen. Nach Düngung bei Pflanzung (anderorts erfolgt der Austausch des anstehenden Bodens bis zu mehreren m³) sehe ich gar keine Probleme. Gegen den ungewünschten Bewuchs der Baumscheibe und ein rasches Austrocknen der oberen Bodenschicht hilft die Mulchschicht und dagegen ist nichts einzuwenden. Allerdings bindet auch die Mulchschicht einen Teil des Wassers.
Ausschlaggebend ist die Versorgung mit Wasser während längerer Trockenperioden. Das kann bereits im April beginnen (Frühjahrstrockenheit). Bei der aktuellen Größe des Baumes halte ich die 20 l für ausreichend. Zwischenzeitlich darf der Oberboden aber auch mal austrocknen. Liquidambar ist ja keine Sumpfpflanzen.
Sehr gute Erfahrungen wurde bei 15 Wassergaben im ersten Standjahr, 12 Wassergaben im 2. Standjahr und 9 Wassergaben im 3. Standjahr gemacht. Bewässert wurde dabei nicht in feststehenden Intervallen, sondern nach den Niederschlagsmengen während eines bestimmten Zeitraumes (1-2 Wochen).
Die Stammanbindung halte ich derzeit für völlig ausreichend. Bei einem Pflanzpfahl ist die Schwingung nach drei Seiten möglich. Die Anbindung muss nur dem Dickenwachstum des Stammes angepasst werden.
Empfehlen würde ich noch den Schutz des Stammes mittels Kanincherndraht. Dabei kann der Draht als ca. 50 cm große Röhre (50 cm Durchmesser) aufgestellt werden. Hilft nicht nur gegen Kaninchen, sondern auch gegen Hunde und übereifrige Rasenmäher.

Und nun viel Freude mit dem Baum. Möge er wachsen und gedeihen wie der Anlass zur Pflanzung.

Gruß Hilmar

che80
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Beitrag von che80 »

Hi ihrs eine Bindung muß wirklich erst gemacht werden wenn der Baum Wind anfällig ist. Die Anbindung auf dem Foto führt zu Rindenverletzungen da der Baum sich "hin - und her schubbert", wenn dann bindet man eine sogenannte Acht. Anleitungen sind bestimmt im Netz zu finden. Und statt zu mulchen würde ich ein Unkrautfliess einbauen dieses auf die Baumscheibe legen, mit dem Giessrand befestigen und fertig. Wasser braucht ein Jungbaum eh viel. Ich habe letztens erst einen Bericht darüber gelesen das dadurch das Wurzelwachstum angeregt wird. Düngen gar nicht da sich dadurch die Wurzeln im Oberenteil anstauen und der Baum nicht fest anwächst.

VG Sören

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