Hallo Rätselexperten,
mal kein Gehölz, aber eine mehrjährige krautige Pflanze.
Ein Produkt dieser Pflanze ist seit mindestens 2000 Jahren bekannt und auch hierzulande käuflich zu erwerben. Auch in den wärmeren Gegenden Deutschlands kann diese sonst eher in südlicheren Gefilden kultivierte Nutzpflanze angebaut werden. Dies geschah auch im Weinbauklima am Kaiserstuhl und einigen anderen Gebieten. Allerdings scheint sich der Anbau nicht mehr zu lohnen, weshalb man schon etwas Glück haben muss, um noch welche zu entdecken.
Heute konnte ich einen noch relativ jungen Fruchtstand fotografieren. Die Gattung habe ich identifiziert, bei der Art kann ich nur nach Wahrscheinlichkeit gehen. Es reicht also als Lösung: Gattung sp.
Vorschläge wie immer per PN.
Viel Erfolg bei der Recherche.
Gruß Frank
Traditionsreiche krautige Pflanze ---> Glycyrrhiza echinata
Moderatoren: LCV, stefan, tormi
Traditionsreiche krautige Pflanze ---> Glycyrrhiza echinata
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Zuletzt geändert von LCV am 28 Aug 2016, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
Da keine weiteren Vorschläge kommen, hier die Auflösung:
Glycyrrhiza echinata, Süßholz, Lakritze.
Lt. Schildchen ist es die wohl seltenere G. echinata, wobei ich nicht weiß, wo der große optische Unterschied zur häufigeren G. glabra liegt. Die gewonnene Lakritze soll etwas kräftiger im Geschmack sein als die aus der G. glabra.
Bei G. echinata gibt es auch ein Fragezeichen bezüglich des deutschen Namens: teilweise als Römische Lakritze, teilweise als Russische Lakritze bezeichnet.
Der Hinweis auf die über 2000 Jahre Nutzung bezieht sich darauf, dass schon römische Legionäre Lakritze als Proviant dabei hatten. Die Lakritze wird aus den Süßholzwurzeln gewonnen und hatte offenbar damals als Notproviant gedient, etwa in der Art der sog. Fliegerschokolade im 2. Weltkrieg.
Lakritze unterscheidet sich etwas bei den Inhaltsstoffen je nach verwendeter Art. Es gibt sogar solche, die auf der Packung den Aufdruck "Erwachsenenlakritze, für Kinder ungeeignet" tragen müssen.
Im Raum Bamberg / Bayreuth und am Kaiserstuhl wurde Süßholz angebaut. Allerdings scheint es sich nicht mehr zu lohnen. Am Kaiserstuhl findet man es nur noch in einem Demonstrationsgarten. Im Frankenland wird es noch gepflegt, aber wohl eher aus traditionellen Gründen.
Weitere Infos findet man im Internet.
Danke fürs Mitmachen.
Gruß Frank
Glycyrrhiza echinata, Süßholz, Lakritze.
Lt. Schildchen ist es die wohl seltenere G. echinata, wobei ich nicht weiß, wo der große optische Unterschied zur häufigeren G. glabra liegt. Die gewonnene Lakritze soll etwas kräftiger im Geschmack sein als die aus der G. glabra.
Bei G. echinata gibt es auch ein Fragezeichen bezüglich des deutschen Namens: teilweise als Römische Lakritze, teilweise als Russische Lakritze bezeichnet.
Der Hinweis auf die über 2000 Jahre Nutzung bezieht sich darauf, dass schon römische Legionäre Lakritze als Proviant dabei hatten. Die Lakritze wird aus den Süßholzwurzeln gewonnen und hatte offenbar damals als Notproviant gedient, etwa in der Art der sog. Fliegerschokolade im 2. Weltkrieg.
Lakritze unterscheidet sich etwas bei den Inhaltsstoffen je nach verwendeter Art. Es gibt sogar solche, die auf der Packung den Aufdruck "Erwachsenenlakritze, für Kinder ungeeignet" tragen müssen.
Im Raum Bamberg / Bayreuth und am Kaiserstuhl wurde Süßholz angebaut. Allerdings scheint es sich nicht mehr zu lohnen. Am Kaiserstuhl findet man es nur noch in einem Demonstrationsgarten. Im Frankenland wird es noch gepflegt, aber wohl eher aus traditionellen Gründen.
Weitere Infos findet man im Internet.
Danke fürs Mitmachen.
Gruß Frank
Süßholz (Glycyrrhiza spec.)
Hallo Frank/LCV,
die erkennbaren Unterschiede der gebräuchlichen Arten der "Lakritzpflanze" sind wohl nicht so leicht nachzuvollziehen: "Der lateinische Artname glaber "kahl" bezieht sich auf die Früchte (Hülsen), die bei der echten Lakritze glatt, bei vielen anderen Arten der Gattung aber behaart sind."
Zur Verwendung:"G. glabra, a species native to the Mediterranean region, from which the confectionery liquorice is produced. Very little G. glabra is grown in North America, but American Licorice G. lepidota is a common native species there. Russian Liquorice (G. echinata) and Chinese Liquorice (G. uralensis; Chinese: 甘草; pinyin: gāncǎo) are also cultivated,"
Wie Du schon anmerkst:"Die gewonnene Lakritze von G. echinata soll etwas kräftiger im Geschmack sein als die aus der G. glabra."
bzw:"Glycyrrhiza echinata wird wie Glycyrrhiza glabra zur Gewinnung von Süßholz genutzt. Sie enthält mehr Bitterstoffe und schmeckt dadurch herber, ist allerdings auch robuster "und/oder "Glycyrrhiza echinata - Römisches Süßholz - Robuste, herb schmeckende Sorte - Wie Glycyrrhiza glabra eine Staude zur Gewinnung von handelsüblichem Süßholz mit etwas mehr Bitterstoffen in der Rinde. Robuste Sorte"
einige Links zur früheren und heutigen Verwendung:
https://bambergersuessholz.wordpress.com/suessholz/
https://bambergersuessholz.wordpress.co ... n-bamberg/
http://gernot-katzers-spice-pages.com/g ... c_gla.html
http://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Suessholz.html
https://en.wikipedia.org/wiki/Glycyrrhiza
http://www.templiner-kraeutergarten.de/ ... uche=suche
http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de ... /Suessholz
Also für enthusiastische, experimentierfreudige Heimgärtner ist das Pflanzenmaterial mehrerer Arten verfügbar.
Man sollte aber für den Anbau der "Süssholz"-Wurzel genügend Platz einplanen. Auch wäre wohl ein leichter, durchlässiger (Sand-)Boden wie im Bamberger Zwiebelländle ("Bamberger Zwiebeltreter") bei der Ernte von Vorteil.
@Frank:
Du hattest etwas von einem sehr langen Namen auf dem Schildchen bei der Pflanze berichtet! Konntest Du das nochmal nachprüfen?
LG Dieter/Spinnich
die erkennbaren Unterschiede der gebräuchlichen Arten der "Lakritzpflanze" sind wohl nicht so leicht nachzuvollziehen: "Der lateinische Artname glaber "kahl" bezieht sich auf die Früchte (Hülsen), die bei der echten Lakritze glatt, bei vielen anderen Arten der Gattung aber behaart sind."
Zur Verwendung:"G. glabra, a species native to the Mediterranean region, from which the confectionery liquorice is produced. Very little G. glabra is grown in North America, but American Licorice G. lepidota is a common native species there. Russian Liquorice (G. echinata) and Chinese Liquorice (G. uralensis; Chinese: 甘草; pinyin: gāncǎo) are also cultivated,"
Wie Du schon anmerkst:"Die gewonnene Lakritze von G. echinata soll etwas kräftiger im Geschmack sein als die aus der G. glabra."
bzw:"Glycyrrhiza echinata wird wie Glycyrrhiza glabra zur Gewinnung von Süßholz genutzt. Sie enthält mehr Bitterstoffe und schmeckt dadurch herber, ist allerdings auch robuster "und/oder "Glycyrrhiza echinata - Römisches Süßholz - Robuste, herb schmeckende Sorte - Wie Glycyrrhiza glabra eine Staude zur Gewinnung von handelsüblichem Süßholz mit etwas mehr Bitterstoffen in der Rinde. Robuste Sorte"
einige Links zur früheren und heutigen Verwendung:
https://bambergersuessholz.wordpress.com/suessholz/
https://bambergersuessholz.wordpress.co ... n-bamberg/
http://gernot-katzers-spice-pages.com/g ... c_gla.html
http://www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Suessholz.html
https://en.wikipedia.org/wiki/Glycyrrhiza
http://www.templiner-kraeutergarten.de/ ... uche=suche
http://www.kraeuter-und-duftpflanzen.de ... /Suessholz
Also für enthusiastische, experimentierfreudige Heimgärtner ist das Pflanzenmaterial mehrerer Arten verfügbar.
Man sollte aber für den Anbau der "Süssholz"-Wurzel genügend Platz einplanen. Auch wäre wohl ein leichter, durchlässiger (Sand-)Boden wie im Bamberger Zwiebelländle ("Bamberger Zwiebeltreter") bei der Ernte von Vorteil.
@Frank:
Du hattest etwas von einem sehr langen Namen auf dem Schildchen bei der Pflanze berichtet! Konntest Du das nochmal nachprüfen?
LG Dieter/Spinnich
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -
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