Liebe auf den ersten Blick ---> Rosmarinus officinalis

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Simone
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Liebe auf den ersten Blick ---> Rosmarinus officinalis

Beitrag von Simone »

Wie heißt diese Konifere?


Hallo,

sie steht vor einer Bank in meiner Nachbarschaft. Es war Liebe auf den ersten Blick, und ich weiß leider nicht, wie sie heißt. Ich habe schon in Pflanzencentern nach ihr gesucht, sie aber nicht gefunden.
Diese Konifere sieht oberflächlich gesehen dem Rosmarin ein wenig ähnlich. Sie besticht
1.) durch ihre samtig weichen Nadeln und
2.) durch ihren Duft. Wenn ich nur kurz über ihre weichen Nadeln streichel, duften meine Hände intensiv nach Tannen-Schaumbad. Und das seit Wochen.

Kann jemand sie bestimmen? Das würde mir bei der Weitersuche sehr helfen.
Besten Dank im voraus.

Simone
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Spinnich
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Liebe macht blind :P

Beitrag von Spinnich »

Halo Simone,

Rosmarinus officinalis, sieht nicht nur so aus, es ist auch genau diese Spezies.
Die jungen Blatttriebe sind noch etwas heller und weicher. Es handelt sich aber keinesfalls um Nadeln und die Hände duften klar nach Schaumbad, aber nach Rosmarin-Schaumbad.
Vermutlich wrden sich bald auch verräterische kleine blaue Lippenblüten zeigen, wie eben typisch für die Vertreter der Familie der Lamiaceae.

Gruß Spinnich :roll:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Es gibt winterharte Sorten vom Rosmarin.
Wenn du also so eine Pflanze für den Garten haben möchtest, mal danach suchen. Die normalen Gewürzpflanzen, die man manchmal im Supermarkt bekommt, sind nicht winterhart und die Kultivierung, besonders die Überwinterung, ist recht schwierig.
Bei mir ist der Rosmarin im Zimmer ziemlich schädlingsanfällig und er erholt sich im Sommer auf dem Balkon nur sehr langsam.
Dafür blüht er im kalten Zimmer immer kurz nach Weihnachten und die Blüten sind sehr hübsch.

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo Simone,

Meine Erfahrungen zurWinterhärte sind etwas abweichend, als die von Andreas:
Es gibt winterharte Sorten vom Rosmarin.
... Die normalen Gewürzpflanzen, die man manchmal im Supermarkt bekommt, sind nicht winterhart und die Kultivierung, besonders die Überwinterung, ist recht schwierig.
Habe Rosmarin schön öfters z. B. auf dem Markt oder beim Discounter gekauft, da bekam bzw. bekommt man oft günstiger schon kräftige Pflanzen.
Hatte mich natürlich immer etwas geärgert, wenn diese über den Winter von dannen gegangen sind.
Daher habe ich dann einfach im Herbst eine Pflanze in einen Topf umgesetzt.
Überwinterung solange wie möglich (bis -5°C) im Freien an etwas geschützter Stelle und sobald Starkfröste kamen in eine Garage, oder in den ebenfalls ungeheizten Stall. Dort friert es auch, aber eben nur moderat.
Gewundert hatte ich mich allerdings, dass meine Mutter (Nachbarort, gleiches Klima!) ihren Rosmarin jahrelang durch den Winter bekam.
Manchmal etwas zurückgefroren, aber er hat immer im Frühjahr brav ausgetrieben und das auch schon in recht kalten Jahren, bevor wir diese Klimaänderung so deutlich spüren konnten.
Es ist also auch das Kleinklima, Windschutz (Ortslage), Bodenverhältnisse, Schneewinter oder Kahlfröste, Hanglage (Abfluss von Kaltluft) und andere Faktoren entscheidend.
Eine Überwinterung in einem Gewächshaus gelingt bei mir auch zuverlässig (nicht im Topf, sondern ein- und ausgraben), bis der (Wurzel-)Stock für so eine Aktion einfach zu groß wurde.
Danach hat die recht stattliche Pflanze aber auch noch mal 3 oder 4 Winter im Freien überlebt, bis sie dann von einem mal wieder härteren Winter hingerafft wurde.
Daher habe ich mir danach 2x so genannte winterharte Züchtungen gekauft, die beide schon das erste Winterjahr nicht überlebt hatten.
Der nächste war wieder vom Discounter und blieb erst mal zur Gewürzernte als Topfpflanze stehen. Meine ältere Topfpflanze ist mir dazu zu schade, während der Blüte im Frühjahr dran rumzuschnippeln.
Es zeigt sich aber schnell, dass die Substrate der Topfpflanzen, wie man sie als Billigware zu kaufen kriegt nicht viel taugen, die neue Pflanze wurde schnell gelb und war fast schon tot, als ich sie dann doch noch im Garten unterbrachte. Sie mickerte im ersten Jahr, aber kein Frostschaden, der Winter war außergewöhnlich mild.
Dieses Jahr haben ihr -17°C (kurze Frostperiode im Februar) doch etwas zugesetzt, aber das hat sie schon völlig überwachsen. Die Topfpflanze meiner Nachbarin war dagegen fast hinüber, andererseits ein Rosmarinstrauch - im Ortskern in einem winzigen Garten zwischen Häusern und Garagen recht geschützt - hatte nicht die Spur von Frostschäden.

Also ruhig mal ausprobieren, aber das Geld für teure Spezialzüchtungen würde ich erst mal sparen. Für 2-3 € solltest Du gutes, kräftiges Startmaterial bekommen.

LG Spinnich :wink:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

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LCV
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Beitrag von LCV »

Ich habe vor etwa zwei Jahren beim Discounter mal einen kleinen Rosmarin für einen kaum nennenswerten Betrag spontan in den Einkaufswagen gestellt. Vor dem Küchenfenster (Nordseite) habe ich ein paar Gewürzpflanzen in einem Blumenkasten. Sonne bekommen die nur im Sommer ganz früh am Morgen für kurze Zeit. Pflege: Ab und zu gießen. Ansonsten je nach Bedarf mit der Schere abschneiden, was man zum Kochen braucht.

Der Kasten bleibt auch im Winter draußen, wobei es hier nicht so kalt wird. Dem Rosmarin macht das überhaupt nichts aus.

Schädlinge habe ich noch nicht entdeckt.

Ich verwende Erde von der Biodeponie, die bisher immer für Blumen, Tomaten und sonstiges gut war. Ich mache da keine Wissenschaft daraus und nehme nur diese Erde, die obendrein lächerlich billig ist. Diese in Plastiksäcken verpackten Spezialerden hatte ich früher verwendet, bevor die Biodeponie eröffnet wurde. Das war nur teuer, aber brachte keine signifikanten Vorteile gegenüber der Erde von der Deponie. Einziger Nachteil: Man muss noch nicht ganz verrottete Holzstücke herauslesen.

Grundsätzlich kommt in Kübel und Blumenkästen eine Schicht Split als Drainage hinein. Gibt es ganz billig im Baumarkt. Ist nicht viel anders als Aquariumkies, kostet aber nur 1/10.

Für ganz große Pflanzen, die man nur alle paar Jahre mal umtopft, nehme ich einen entsprechend großen Topf und einen noch größeren Übertopf ohne Löcher. In den kommt erst Split, dann der Topf auf den Split und der Zwischenraum wird auch mit Split bis oben hin aufgefüllt. Im eigentlichen Topf ist in der Mitte ein Loch. Darauf kommt ein auf 3 cm abgeschnittener Joghurtbecher oder etwas ähnliches, in den auch ein paar Löcher gebohrt wurden, nun etwas Erde drauf, das Bäumchen hinein und Erde aufgefüllt. In Gegenden mit strengem Winter könnte man den Zwischenraum auch mit Styroporkügelchen auffüllen. Meinen Toona sinensis überwintere ich aber im Keller und gebe ihm alle 3 Wochen etwas Wasser. Alles andere bleibt draußen. Bisher gab es keine Probleme.

Gruß Frank

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stefan
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Beitrag von stefan »

Hallo Simone,
in Düsseldorf sollte Rosmarin normalerweise im Freien funktionieren.
Alle paar Jahre geht ein Rosmarin im Winter mal ein - ob Kälte oder Frost-Trockenheit sei mal dahingestellt.
Im Kübel, im Winter drinnen, ist mir der Rosmarin jedenfalls sofort vertrocknet!
Gruß, Stefan
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten
(Rabindranath Tagore)


https://baum-des-tages.blogspot.de/

Simone
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Beitrag von Simone »

Hallo,

vielen lieben Dank für Eure schnellen Antworten.
Bislang ist mir jeder Rosmarin, egal ob drinnen oder auf dem Balkon, schnell eingegangen; auch letztens wieder trotz Umpflanzen und sonniger Balkonlage. Das passiert mir mit fast allen mediterranen Kräuterpflanzen. Nur Lorbeer hat bislang überlebt.

Ich hätte nicht gedacht, dass Rosmarin so ein großer Strauch werden kann. Darüberhinaus habe ich auch gehofft, dass es sich hierbei um eine winterharte Konifere handelt, der selbst eine grüne Rabenmutter wie ich es bin, nichts anhaben kann.
Schade, dass es diese erhoffte Wunderpflanze nicht gibt. Ich träumte schon davon, sie nach draußen auf mein großes Schlafzimmer-Fensterbrett in Nord-Ostlage zu stellen, um sie dann nach dem Aufstehen beim Lüften quasi als tägliches Ritual zu streicheln.

Ich bewundere, wie Eure Rosmarinpflanzen sogar teilweise im Zimmer überleben können.


Liebe Grüße

Simone

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo Simone,

Wage doch ruhig nochmal einen Versuch. Der Rosmarin ist es wert.
Die besten Chancen hat man mit einem richtig großen Topf (ruhig überdimensioniert, Drainage und Wasserablauf sind auch wichtig), da ist der Wasserhaushalt einfach ausgewogener und der hält dann wegen des Volumens auch eher mal einem Frost stand.

Eine kleine Pflanze auf der Fensterbank braucht da viel mehr Aufmerksamkeit.

LG Spinnich :wink:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

Kiefernspezi
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Beitrag von Kiefernspezi »

Hallo,

hier ein Beispiel eines im Freiland stehenden, recht alten Rosmarin-Strauches.
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der hintere, etwas unregelmäßige Strauch in es
der hintere, etwas unregelmäßige Strauch in es
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