Ist das eine Schlehe? ---> Pyrus salicifolia

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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flamboyant
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Ist das eine Schlehe? ---> Pyrus salicifolia

Beitrag von flamboyant »

Hallo Foristen,
ich bin neu hier und würde von Euch gerne wissen wollen, ob dieser Strauch eine Schlehe ist ggfls. eine spezielle dieser Art.
Bilder füge ich mal mit an von den Blüten, Laubblätter etc. Dornen habe ich auf meinen Bilder allerdings nicht entdecken können. Die Laublätter sind leicht behaart/filzig. Die Pflanze habe ich gestern fotografiert, blüht also gerade. Die Laubblätter sind in diesem Stadium nicht gezahnt.
Da ich meine Fotos vermarkte ist es sehr wichtig für mich genaue Bezeichnungen zu finden, damit der Bildkäufer nicht das böse Erwachen bekommt, falls etwas falsch ist.

Der Strauch steht in Dresden/Sachsen am Elbufer auf der Wiese.

Vielen Dank Ines
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Zuletzt geändert von flamboyant am 19 Apr 2016, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.

flamboyant
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Beitrag von flamboyant »

Hier sieht man, wie sich die Laubblätter entfalten.
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flamboyant
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Beitrag von flamboyant »

Nochmal die Büten
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flamboyant
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Beitrag von flamboyant »

So steht der Strauch/Baum in der Landschaft.
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AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »


flamboyant
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Beitrag von flamboyant »

Danke Andreas, das ging ja fix. Hatte schon mit jemandem gerätselt, bevor ich mich bei euch anmeldete doch mir passten die Laublätter so gar nicht zur Schlehe, weil viel zu lang und nicht gezahnt.

pgs
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Beitrag von pgs »

Ja, das war klar, dass es keine Schlehe ist, aber die Weidenblättrige Birne habe ich bisher auch noch nicht gesehen. Ist ja sogar hier in Baumkunde drin!
Sehr schöner Blütenbaum, aber hier nicht heimisch.
Keine Verbreitungskarte bei Floraweb.
beste Grüße von Holger/PGS

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

pgs hat geschrieben: Keine Verbreitungskarte bei Floraweb.
Das ist schon fast ein kleiner Skandal, den man unbedingt publik machen muss!
Selbst Ficus benjamina ist dort nicht aufgeführt, obwohl diese Art in jedem dritten deutschen Haushalt vorkommt. :mrgreen:

pgs
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Beitrag von pgs »

Ist wohl noch nicht in größerem Umfang ausgewildert. Gartengehölze werden ja bei Floraweb nicht gezählt.
beste Grüße von Holger/PGS

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LCV
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Beitrag von LCV »

Tipp: Im Kurpark Badenweiler steht eine.

flamboyant
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Beitrag von flamboyant »

Ich bin nochmal da, habe mich so gefreut, dass mir so schnell hier geantwortet wurde. Das ist wirklich toll!
Noch dazu bekomme ich erst jetzt mit, das dieses Gewächs in unseren Breiten wohl garnicht so oft anzutreffen ist.
Ich bedanke mich vielmals, dass ich nun dieses Gehölz auch mit seinem wissenschaftlichem Namen verschlagworten konnte. Es wurde in der Bildagentur angenommen, das erste hier gezeigte schon mal. Weitere Bilder davon gibt es dort nur zwei..schlechte. Weitere von mir warten.

Leider musste ich mich dort richtig mit dem Support streiten, weil man meinte, dass der wissenschaftliche Name der Pflanzen nicht relevant wäre..ich sollte mich nicht so haben...wenn die Bilder dadurch nicht auffindbar wären..da ging es aber nur um eine "passiflora"....verkauft wird dort jedoch weltweit...nicht nur an Laien.

Ich war sehr schockiert!

Auch ich bin Pflanzen- und Baumliebhaberin, tumle mich in der Natur und Botanischen Gärten immer auf der Suche nach Raritäten, pflanze selbst aus, ziehe nach..alles was mir interessant erscheint und versuche ständig mein Wissen zu erweitern.

Mein User-Name hier bezieht sich auf Delonix regia, einen Baum, den ich in den Tropen/Cuba kennenlernen durfte..den Feuerbaum. Von ihm war ich dermaßen fasziniert, dass ich den Einheimischen die Blüten vorlegte und fragte, was das ist...irgendeine Orchidee? Alles kam heraus, nur nicht was es wirklich war...;)

Grüße an Euch Ines

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bee
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Beitrag von bee »

Hallo Ines,
willkommen im Forum - das klingt ja so, als könnten wir hin und wieder noch etwas von dir lesen oder zum Anschauen bekommen :)
Dieses Hobby - finden, fotografieren, auch die Anzucht - teilst du dann mit manchen hier.

Dass in Kuba keiner die Blüten von Delonix regia erkennen soll, glaub' ich jetzt nicht! :shock: , da es doch ein weit verbreiteter Zierbaum ist.
Ich hatte zu dem Baum mal ein Rätsel gemacht:
viewtopic.php?t=10577&highlight=Delonix

Zu der Weidenblättrigen Birne gab es auch ein Rätsel, der Baum kommt zwar wild nicht vor, wird aber hin und wieder als - wunderschöner (wie ich finde) und oft sehr interessant wachsender - Zierbaum verwendet.
viewtopic.php?t=8468&highlight=pyrus+salicifolia
Viele Grüße von bee

Spinnich
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Beitrag von Spinnich »

Hallo Ines,
tummle mich in der Natur und Botanischen Gärten immer auf der Suche nach Raritäten, pflanze selbst aus, ziehe nach..alles was mir interessant erscheint...
Ein Interesse das ich gut nachvollziehen kann. Schon als Kind konnte ich nicht widerstehen mal ein Sukkulentenblatt oder ein Zweiglein mit zu nehmen und es zu Hause zu kultivieren. Heute kann man ja zum Glück fast von jeder Art Saatgut günstig kaufen, aber das Sammeln in der Natur ist natürlich immer noch etwas Besonderes.

Wenn man zum Beispiel mal im Urlaub beim Gärtner in der Hotelanlage nach einem Pflanzen-Namen fragt, sind die die meistens freundlich bemüht, wobei es nicht immer weiterhilft einen Trivialnamen in einer fremden Sprache zu erfahren.
Aber auch wenn ich "Turnera" (spanisch gesprochen) nicht kapiert hatte, es war bei meiner Sammlung der "Damiana" = Turnera ulmifolia durchaus korrekt, wie sich später bei der Nachbestimmung herausstellte.
Die Gärtner wollten mir wegen meines Interesses auch gleich Pflanzen ausgraben und mitgeben! Ich war aber mit Saatgut zufrieden, das bekommt man auch leichter durch den Zoll.

Bei Wanderungen in Nationalparks auf den Kanaren konnte ich aber vom Personal keinerlei Kenntnisse zu den häufigsten Sträuchern erhalten, die ich dort allenthalben an den Kraterrändern fand (es waren spezielle Knöterichgewächse). Diese Leute waren halt nur am Eintrittsgeld und nicht an ihren eigenen Naturschönheiten interessiert.

Es ist halt schon Glücksache, wenn man sich mit bot. Fragen an Einheimische wendet, die lat. Namen kann man da in den seltensten Fällen erfragen.

Gruß Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Spinnich hat geschrieben: Es ist halt schon Glücksache, wenn man sich mit bot. Fragen an Einheimische wendet, die lat. Namen kann man da in den seltensten Fällen erfragen.
Das gilt für deutsche Gärtner allerdings genauso. Die Mitarbeiter von GaLa-Firmen ect. haben oftmals keine Ahnung von den Bäumen und Sträuchern, die sie pflegen und wissen nicht mal den deutschen Namen.
(Gilt natürlich nicht für alle!)

Sind die Früchte von P.salicifolia eigentlich essbar, so wie andere Birnen?

Spinnich
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Pyrus salicifolia

Beitrag von Spinnich »

Hallo,

habe dazu gerade mal nachgelesen und lag mit meiner Vermutung richtig.
Diese Wildbirne hat sehr kleine harte Früchte (nur 2-3cm), die zudem stark adstringierend sind.
Zur Nutzung gibt es aber verschiedene Aussagen, wie ja oft bei Wildobst.
-Baumschule Eggert: "kleine Birnen, nicht genießbar"
-flora-toskana: "kleine Früchte, die sich zwar nicht zum direkten Verzehr eignen, aber sehr wohl zum Einkochen."
-Hortipedia: "Die Früchte sind zwar eßbar aber extrem sauer (adstringierend) und dadurch roh ungenießbar. Man kann sie allerdings einkochen."
-Raritätengärtnerei Manfred Hans: "Die kleinen Früchte werden im ganzen als Kompott gekocht....Ganz selten gelangen Früchte in den Handel, sie werden als "Nanto" bezeichnet. Selbstfruchtbar."
-Wiki: "(Die Früchte können birnenförmig oder kugelig sein, sie sind behaart und messen 1,5 bis zwei Zentimeter Durchmesser.).Die Früchte kommen manchmal unter der Bezeichnung „nanto“ in den Handel."
Wiki-Quelle
Erwähnenswert sind folgende Hinweise.
Extrem frosthart und für Standorte geeignet, wo sonst keine Birnen wachsen. Unbedingt mit in eine Wildobsthecke pflanzen
Sie besiedelt Höhenlagen von 300 bis 1800 Meter.
Die Standorte sind lichte Stellen in trockenen Wäldern, an schottrigen und felsigen Hängen. Innerhalb ihres Verbreitungsgebietes wird sie als Unterlage für Kultur-Birnen genutzt, da sie Trockenheit und Kälte gut aushält. Die Weiden-Birne bevorzugt einen sonnigen Standort und verträgt Temperaturen bis -26º C (Winterhärtezone 5b). Sie wächst auf sandigen Lehmböden und fühlt sich in frischen, durchlässigen Substraten wohl. Je schwerer der Boden desto langsamer wachsen die Pflanzen. Das Substrat sollte einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 aufweisen. Sowohl Trocken- als auch Hitzeperioden werden sehr gut vertragen, außerdem sind die Pflanzen sehr windfest.

Gruß Spinnich :P
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

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