Hallo Baumfreunde,
ich bin neu im Forum und muss zugeben, dass mich erst ein Schaden, den ich heute entdeckt habe, zu euch geführt hat. Im vergangenen Herbst haben meine Frau und ich begonnen unseren neuen Garten anzulegen. Damit es etwas schneller geht, haben wir von einer namhaften Baumschule eine Catalpa bignonioides setzen lassen, die etwa 3,5m hoch und einen Kronendurchmesser von 1,5m aufweist. Heute habe ich auf einer Leiter stehend in die Krone blicken können und festgestellt, dass fast alle Hauptäste wie auf dem Foto aussehen. Bitte weiß jemand, durch was das verursacht wurde, was man eventuell machen kann und ob der Baum absterben wird?
Liebe Grüße an alle
Gerhard
Schäden bei Catalpa
Schäden bei Catalpa
- Dateianhänge
-
- Catalpa.jpg (260.2 KiB) 4017 mal betrachtet
Wenn der Schaden nicht durch Vandalismus verursacht wurde, könnte es der Fegeschaden eines Rehbockes sein. Die kommen in manchen Gegenden bis in die Gärten. Ziegen, Schafe ect. schälen ebenfalls gerne mal die Rinde von den Bäumen. Haustiere kämen also auch infrage.
Leider ist der Baum nur teilweise zu sehen. Aber normalerweise würde ich die stark beschädigten Äste herausschneiden. Gemeinhin erholt sich ein Baum von sowas wieder.
Leider ist der Baum nur teilweise zu sehen. Aber normalerweise würde ich die stark beschädigten Äste herausschneiden. Gemeinhin erholt sich ein Baum von sowas wieder.
In 2,5 m Höhe war es natürlich kein Rehbock.
Sicher, dass da niemand einen Ast abgebrochen hat?
Man sieht die Überreste des Astes noch. Möglicherweise ist an der Schnittstelle ein Pilz eingedrungen und verrichtet nun sein Werk.
Eventuell wurde der Astschnitt nicht ganz glatt und sachgerecht ausgeführt. Eventuell ist dabei ein Teil der Rinde abgerissen.
Ich würde nochmal genau nachsehen, ob das Holz gesund ist, und danach alles entfernen, das bereits krank ist.
Sicher, dass da niemand einen Ast abgebrochen hat?
Man sieht die Überreste des Astes noch. Möglicherweise ist an der Schnittstelle ein Pilz eingedrungen und verrichtet nun sein Werk.
Eventuell wurde der Astschnitt nicht ganz glatt und sachgerecht ausgeführt. Eventuell ist dabei ein Teil der Rinde abgerissen.
Ich würde nochmal genau nachsehen, ob das Holz gesund ist, und danach alles entfernen, das bereits krank ist.
Zuletzt geändert von AndreasG. am 14 Nov 2015, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Gerhard,
ich sehe zwei Schäden, wobei ersterer eher eine Vermutung ist.
Der Ast wurde bei der Pflanzung oder schon in der Baumschule eingekürzt, also ein Teil davon abgeschnitten, Das führt zu der Verzweigung in Höhe der Schnittstelle.
Die sichtbaren Schäden am Ast weisen auf die Bohrgänge von Larven des Blausiebs hin. Dieser Nachtfalter breitet sich in den letzten Jahren immer stärker aus. Unter Umständen können die Gänge der Larve(n) zum Bruch der Stämme von Jungbäumen führen. Astbruch habe ich noch nicht beobachten können. Normalerweise ist der Zuwachs größer und kompensiert den Schaden durch den oder die Larvengänge.
Gruß Hilmar
ich sehe zwei Schäden, wobei ersterer eher eine Vermutung ist.
Der Ast wurde bei der Pflanzung oder schon in der Baumschule eingekürzt, also ein Teil davon abgeschnitten, Das führt zu der Verzweigung in Höhe der Schnittstelle.
Die sichtbaren Schäden am Ast weisen auf die Bohrgänge von Larven des Blausiebs hin. Dieser Nachtfalter breitet sich in den letzten Jahren immer stärker aus. Unter Umständen können die Gänge der Larve(n) zum Bruch der Stämme von Jungbäumen führen. Astbruch habe ich noch nicht beobachten können. Normalerweise ist der Zuwachs größer und kompensiert den Schaden durch den oder die Larvengänge.
Gruß Hilmar
Hallo Gerhard,
mich erinnert das Schadbild auch etwas an einen Astbruch am Ahorn bei mir im Garten. Hier wäre ich auch von Blausieb ausgegangen.
Gruß
Tom
mich erinnert das Schadbild auch etwas an einen Astbruch am Ahorn bei mir im Garten. Hier wäre ich auch von Blausieb ausgegangen.
Gruß
Tom
Hallo!
Vielen Dank für eure fachkundigen Antworten. Habe mir im Netz die Schadbilder von Blausieb und ähnlich agierenden Larven angesehen. Die zeigen große Ähnlichkeit. Hoffentlich überlebt es der Baum. Er wurde vor einem Jahr gepflanzt. Würde mich interessieren, ob der Schädling schon aus der Baumschule stammt, oder erst bei uns im Garten ans Werk ging. Aber das wird man jetzt wohl kaum noch feststellen können.
Liebe Grüße
Gerhard
Vielen Dank für eure fachkundigen Antworten. Habe mir im Netz die Schadbilder von Blausieb und ähnlich agierenden Larven angesehen. Die zeigen große Ähnlichkeit. Hoffentlich überlebt es der Baum. Er wurde vor einem Jahr gepflanzt. Würde mich interessieren, ob der Schädling schon aus der Baumschule stammt, oder erst bei uns im Garten ans Werk ging. Aber das wird man jetzt wohl kaum noch feststellen können.
Liebe Grüße
Gerhard
Doch, das sollte ansatzweise möglich sein. Die Larve braucht, laut Wikipedia, zwei bis drei Jahre für die Vollendung ihrer Entwicklung.Gerhard G hat geschrieben:Würde mich interessieren, ob der Schädling schon aus der Baumschule stammt, oder erst bei uns im Garten ans Werk ging. Aber das wird man jetzt wohl kaum noch feststellen können.
Ist sie noch klein, handelt es sich um frischen Befall, ist die Larve bereits größer, lebt sie entsprechend länger im Holz.
Die befallenen Stellen muss man trotzdem rausschneiden.
An dieser Stelle möchte ich entscheiden widersprechen. Wieso soll man einen Ast, welcher zwar einen Schaden, aber keinesfalls einen sicherheitsrelevanten oder anderweitig relevanten Schaden aufweist, durch Entfernung von Baumteilen entgegenwirken. Catalpa besitzt in der Jugendphase eine Zuwachs, welcher durchschnittlich bei einer Jahrringbreite von mindestens 1 cm liegt. Die sichtbaren Wunden sind in spätestens 2 Jahren vollständig überwallt. Die Überwallung der Schnittstelle bei Entfernung des Astes benötigt bedeutend längere Zeit, außerdem wirkt sich der Verlust der Blattmasse gerade während der Anwachsphase nicht unbedingt positiv auf die Entwicklung des Baumes aus.
Es existieren Veröffentlichungen, wo mittels einem Draht die Larve des Schmetterlings innerhalb des Bohrkanals durchstoßen und so in der weiteren Entwicklung gehindert wird. Ich halte jedoch nichts von derartigen Maßnahmen. Geben wir der Natur eine Chance, sich entwickeln zu können. Das wir sie zum positiven Ändern würden ist ohnehin illusorisch. Nicht umsonst sind bereits weit vor den Bienen die breite Palette der Schmetterlinge aus dem menschlichen Umfeld verschwunden.
Gruß Hilmar
Es existieren Veröffentlichungen, wo mittels einem Draht die Larve des Schmetterlings innerhalb des Bohrkanals durchstoßen und so in der weiteren Entwicklung gehindert wird. Ich halte jedoch nichts von derartigen Maßnahmen. Geben wir der Natur eine Chance, sich entwickeln zu können. Das wir sie zum positiven Ändern würden ist ohnehin illusorisch. Nicht umsonst sind bereits weit vor den Bienen die breite Palette der Schmetterlinge aus dem menschlichen Umfeld verschwunden.
Gruß Hilmar
@Hilmar
So werde ich das machen. Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob das Bäumchen zurecht kommt. Wegschneiden werde ich einstweilen nichts.
Der Baumschule habe ich jedenfalls das Foto geschickt. Vielleicht ist dort das Schadbild ohnehin bekannt - aber das werden die mir wahrscheinlich nicht sagen.
LG
Gerhard
So werde ich das machen. Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob das Bäumchen zurecht kommt. Wegschneiden werde ich einstweilen nichts.
Der Baumschule habe ich jedenfalls das Foto geschickt. Vielleicht ist dort das Schadbild ohnehin bekannt - aber das werden die mir wahrscheinlich nicht sagen.
LG
Gerhard