Stiel, Traube oder beides? ---> Quercus robur

Ihr habt einen Laubbaum/ Strauch in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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Kadl
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Stiel, Traube oder beides? ---> Quercus robur

Beitrag von Kadl » 22 Mai 2007, 20:33

Is wahrscheinlich a blöde Frage aber ich kenn mich halt ned so aus... :)

Ich hab mir aus einer Eichel ein kleines Pflänzchen gezogen und jetzt würd mich interssieren, ob es eine Stiel- oder Traubeneiche is (oder evtl. auch a Bastard?), da ich mir selber beid den jungen Blättern nicht sicher bin.

Und wenn ich grad schon dabei bin. Wie lange kann ich eine Eiche eigentlich im Topf wachsen lassen. Denn auch wenn sie langsam wächst wirds ihr ja auf kurz oder lang zu eng werden.

Vielen Dank schon mal in Vorraus..

Kadl
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tormi
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Beitrag von tormi » 22 Mai 2007, 20:45

Hallo,
den Blattstielen nach denke ich dass es eine Stieleiche (Quercus robur) ist.
Quercus petrea (Q. robur ssp. sessiflora) hat längere Blattstiele. Eichen bilden relativ rasch eine Pfahlwurzel aus. Im Topf muss du darauf achten dass die Wurzel keinen Drehwuchs bekommt und sich selbst aufhängt.
LG Nalis

captainplanet
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Beitrag von captainplanet » 22 Mai 2007, 22:30

Ja, das ist sicher eine Stieleiche. Und robur/patraea - Bastarde gibt es meines Wissens nicht.

@ Nalis: Wie meinst Du das: "...dass die Wurzel keinen Drehwuchs bekommt und sich selbst aufhängt."??? Ich weiß zwar daß Eichen nach unten Platz brauchen, aber den Satz versteh ich nicht ganz.

tormi
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Beitrag von tormi » 22 Mai 2007, 23:25

Hallo,
wie schon erwähnt bildet die Eiche relativ schnell eine Pfahlwurzel aus. Ist diese am Grund des Topfes angelangt sucht sie sich einen anderen weg. Dabei kann es passieren dass sie im Kreis wächst, solange bis sie sich selbst eingeschnürt hat. Das kann auch bei anderen Pflanzen die zu lange im Topf standen vorkommen.
Soweit ich weiss können diese beiden hybridisieren. Aber wie der Hybrid dann heisst weiss ich nicht genau. Ich habe mal was von Quercus x rosacea gehört. Das kann aber auch völliger blödsinn sein. Kann jemand helfen?
Wieder ein Grund den Präsi der International Oak Society zu befragen :wink:
LG Nalis

Harztroll
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Beitrag von Harztroll » 23 Mai 2007, 08:13

Im BdB-Handbuch "Wildgehölze" steht geschrieben: Quercus petraea, zahllose Übergänge/Bastarde mit Q. robur... Q. x rosacea - Bastard-Eiche, die Zwischenform von Q. petraea und Q. robur

Viele Grüße
Ich sehe mich nach der Vergangenheit um, die ist verworren und finster wie ein abendlicher Wald, und die Zukunft ist ein Abgrund, voll von Nebel. - Löns -

tormi
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Beitrag von tormi » 23 Mai 2007, 09:29

Na toll, dan habe ich doch besser in der Schule aufgepasst als ich dachte :wink:
LG Nalis

wolfram
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Beitrag von wolfram » 23 Mai 2007, 12:21

Hallo tormi,
Ich vermisse die Öhrchen am Blattgrund, oder gibt es die bei so kleinen Pflanzen noch nicht? Habe da noch nie drau geachtet.
MfG Wolfram

tormi
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Beitrag von tormi » 23 Mai 2007, 12:44

Hallo Wolfram,
schön dass du wieder da bist.
Ich schau mal heute Abend bei mir, da habe ich eine 2-jährige stehen. Soweit ich mich erinnern kann hat die auch noch keine Öhrchen.
LG Nalis

Kadl
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Beitrag von Kadl » 23 Mai 2007, 18:19

Vielen Dank für die Antworten. Bei der Beantwortung der ersten Frage scheint ja Einstimmigkeit zu bestehen.

Ich hab die Eiche schon einmal umgetopft, weil die Wurzel aus einem der Löcher am Boden herausgewachsen ist. Ich hab jetzt gelesen, dass die Eiche für ihre Wurzeln ungefähr die selbe Höhe und Breite benötigt, wie für ihren überirdischen Wuchs. Könnte das ungefähr hinkommen? Das wär dann nämlich ein guter Ansatz zur Kontrolle.

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 23 Mai 2007, 18:35

Hallo ,

in den ersten Jahren geht die Wurzel schneller tiefer als der Sproß. Bei den erwachsenen Bäumen kommt das hin. Du kannst sie trotzdem rel. lange im Topf lassen, es kann zu Drehwuchs kommen, muss aber nicht. Ab und zu einmal umtopfen und nachschauen.Vielleicht könnte man die Wurzel auch vorsichtig kappen, damit sie sich oberhalb stärker verzweigt. Das ist aber nur eine Idee. Ich habe das noch nie gemacht. Ich habe immer alles wieder in den nächstgrößeren Topf eingepflanzt. Eine Araucarie hatte nach vielen Jahren im rel. kleinen Topf eine über 3m lange Wurzel. Nach über 20 Jahren haben wir sie ausgepflanzt und sie ist trotz dieser im Topf immer wieder im Kreis gewachsenen Wurzel heute in Südfrankreich noch quicklebendig.

Also viele Pflanzen halten lange im Topf aus, siehe auch Bonsais.

Wolfgang

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Beitrag von tormi » 23 Mai 2007, 19:26

Hallo,
wird den bei Bonsais nicht auch an den Wurzeln geschnippelt?
Klar kann man Bäume längere Zeit im Topf halten. Am besten und schönsten wachsen sie trotzdem wenn sie ausgepflanzt sind. Exotische Gehölze werden oft wegen gutem Grunde im Topf gehalten. Bei Einheimischen gibt es für mich allerdings (Ausser bei Platzmangel) kein Grund sie längere Zeit im Topf zu halten.
So, Essenszeit, LG Nalis

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 23 Mai 2007, 19:44

Lass es dir schmecken, ich geh auch gleich.

Klar wird an den Wurzeln herumgeschnippelt, aber wie, wann ....ich wollte nur betonen, dass ich hier keine Erfahrung habe. Also selbst probieren, oder auf andere Kommentare warten.
Wenn man Platz hat bin ich auch immer fürs Auspflanzen. Aber manchmal finde ich auch interessant, wie sich die Pflanze im Topf entwickelt. Und manche gedeiht sogar besser ( jedenfalls eine ganze Zeit ) als die ausgepflanzte.

Viele Grüße

Wolfgang

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Beitrag von tormi » 23 Mai 2007, 20:02

Es wird keine Richtlinie geben wie lange man Pflanzen im Topf halten soll oder kann. Du hast recht, jeder soll sich seine Ecke so einrichten dass sie gefällt.
LG Nalis

Kadl
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Beitrag von Kadl » 13 Jun 2007, 19:31

Hab einige Eichen in den letzten Tagen umgetopft und weiß jetzt was Wolfgang mit der im Kreis gewachsenen Wurzel meint. Bei fast allen Pflanzen hatte die Wurzel schon eine Runde auf dem Topfboden gedreht.

Aber die meisten möchte ich eh dieses Jahr "aussetzen". Gibts an Zeitpunkt an dem man am besten oder auf gar keinen Fall pflanzen sollte?

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 14 Jun 2007, 00:56

Hallo!

"Containerware", sprich Topfpflanzen, kannst du eigentlich jederzeit auspflanzen, wobei du im Sommer natürlich auf ausreichende Bewässerung achten mußt.
Ansonsten kann man sagen, Pflanzung kurz vor oder während des Austriebes ist eher ungünstig, sehr gut im Herbst, bzw. ab September =)!

Mir ist im Tausendfüsserfutter (habe tropische Riesentausendfüsser)- Eichenlaub eine kleine Eiche aufgegangen, die eine petraea sein müsste (stammt aus einem petraea- Bestand), allerdings sieht die leider leicht hybrid aus. Sie hat schon erkennbare Blattstiele, allerdings läuft das Blatt zum Stiel hin etwas unbreit aus, wirkt da also eher wie robur =/...

Dazu gleich eine Frage gleich hintenan:
Da ich ja aus eigener Anschauung nun weiß, das Q. robur mit Q. rubra hybridisieren kann, und die Blätter jener Hybriden die gleichen leicht nach oben ausgezogenen zugespitzten Blattlappen haben wie der abgebildete und mein Sämling, ob das auch mit Q. petraea funktionieren würde?
Der Sämling stammt aus einem Wirtschschaftswald, der zur Hauptsache Q. petraea enthält, am Rande aber auch Q. rubra...

Die robur/ rubra- Hybriden bekommen gern Chlorose und werden noch viel leichter heftig von Mehltau befallen, und mein Sämling ist chlorotisch und setzt leider schon Mehltau an... Was meint ihr, kann sich rubra auch mit petraea mischen?

Grüße, Andreas

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