Suche Hecke als Sichtschutz

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Musti
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Suche Hecke als Sichtschutz

Beitrag von Musti » 06 Okt 2015, 11:59

Hallo liebe Baumfreunde,

ich habe ein Eckgrundstück was leider auf der Straßenseite anliegt und somit Einblick in die Terrasse gewährt. Daher benötige ich eine schöne 25m lange Hecke als Sichtschutz. Bis diese die gewünschte Größe von 2-2,5m erreicht hat würde ich einfach Sichtschutzfolien an den Zaun anbringen, d.h. sie braucht nicht wie die Wunderhecke innerhalb weniger Monate hochwachsen.
Dafür sollte sie schön dicht sein und auch im Winter einen Sichtschutz liefern, also am Besten die Blätter nicht verlieren.
Auch wichtig wäre, dass sie keine giftigen Blüten hat, da wir zwei kleine Kinder haben die experimentierfreudig sind.
Den Boden haben wir 15cm tief mit Mutterboden ausgetauscht, darunter ist er feinsandig. Habe mal die genaue Beschaffenheit des Bodens eingefügt.

Was für eine Hecke würdet ihr empfehlen?

Mein Dank im voraus :)
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Gata
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Beitrag von Gata » 06 Okt 2015, 12:26

Hallo,
immergrün und ungiftig schränkt die Auswahl ziemlich ein. Sicher darf die Hecke auch nicht zu breit wachsen.
Wie wäre denn ein blickdichter Holzzaun, den ihr nach innen mit Blühsträuchern, hohen Stauden ( oder Spalierobst) bepflanzt?
Wäre das auch eine Alternative?

LG

Musti
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Beitrag von Musti » 06 Okt 2015, 12:37

Hallo,

das ist natürlich nicht so doll, dass sich immergrün und ungiftig widersprechen. Wie stark giftig sind denn die immergrünen Hecken? Könnten sie lebensgefährlich werden für die Kinder? Notfalls könnten wir ja die sichtbaren und erreichbaren Blüten abschneiden. Die Blätter wären sicherlich weniger spannend als Blüten oder gar Früchte.

Blickdichter Holzzaun wurde leider vom Bauamt schon beim Bauantrag ausgeschlossen, würde in die Umgebungsbebauung (alles Hecken) nicht passen. Als Notfall könnte noch eine Efeu-Bepflanzung gehen, aber das sieht auch nicht so gut aus wie eine richtige Baum-Hecke :(

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LCV
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Beitrag von LCV » 06 Okt 2015, 12:56

Hallo,

wichtiger als die Bodenbeschaffenheit ist das Klima bzw. die Winterhärtezone. Wie kalt wird es bei Euch?

Thuja ist giftig und wird zur grünen Mauer, nach einiger Zeit innen aber braun. Nicht so toll.

Blickdicht, immergrün und nur mäßig giftig wäre Kirschlorbeer. Wächst auch relativ schnell. Aber auch eine grüne Mauer. Ich bin kein Fan von Kirschlorbeer, aber in diesem Fall würde ich den als Hintergrundhecke nutzen, davor zur Auflockerung andere Sträucher pflanzen. Da gibt es jede Menge interessanter Gehölze, die das farblich auflockern, zudem Singvögeln als Lebensraum dienen.

Einige dieser Gehölze liefern essbare Früchte (Cornus mas und Cornus kousa) oder brillieren mit knallroten Zweigen (Cornus sanguinea).
Dazu passen dann Sträucher wie:
Cotinus coggygria, Deutzia, Philadelphus, Photinia (im Weinbauklima mit bunten Blättern von grün bis rot), Pieris (auch bunt), evtl. Amelanchier.
Diverse Berberitzen, aber auch Baumarten, die wie Hecken geschnitten werden können (Hainbuche, Feld-Ahorn, Berg-Ahorn).

Wenn man das etwas nach Blütezeit auswählt, zudem die Blattfärbung berücksichtigt, hat man eben keine "dunkelgrüne Mauer", aber trotzdem einen guten Sichtschutz.

Du kannst in den Baumlisten unter botanischen Namen, aber auch unter dem Trivialnamen die Steckbriefe anschauen.

Bei uns stehen in den Anlagen Eiben, Euonymus, Aucuba usw. - alles giftig. Aber obwohl es jede Menge kleiner Kinder gibt, hat es noch nie Vergiftungen gegeben. Meistens schmecken die giftigen Früchte so ekelhaft, dass wohl kaum jemand die gefährliche Menge isst. Auch ist es ja eine Erziehungssache, dass man den Kindern beibringt, nicht alles in den Mund zu stecken.

Gruß Frank

Musti
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Beitrag von Musti » 06 Okt 2015, 14:31

Danke erstmal für die ausführlichen Infos.

Die Kirschlorbeer war auch von den Fakten her mein Favorit, nur optisch etwas langweilig. Gegen eine grüne Mauer habe ich nichts, soll ja auch blickdicht sein. Ich würde dann auch nur eine Reihe pflanzen und nicht abwechselnd zwei Reihen, was dann keine so dicke Mauer wäre oder?
Ich habe leider von der Tiefe her nur ca. 30-50cm Platz für die Bepflanzung, da fängt schon die Mähkante des Rollrasens an. Bekomme ich da noch einige Sträucher davor? Die Idee finde ich nämlich super, habe leider nur nicht daran gedacht und die Mähkante relativ dicht an den Zaun anbringen lassen :(

Bei uns herrscht milder Winter, so um die -10°C.

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LCV
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Beitrag von LCV » 06 Okt 2015, 16:26

Hallo,

ich würde warten, bis der Rasen richtig gut angewachsen ist. Dann kann man ja kleine kreisförmige Stücke ausstechen und das Loch für den jeweiligen Strauch graben. Evtl. so viel Abstand, dass man zwischen Sträuchern und Hecke eine Mähbreite hat.

Gruß Frank

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 06 Okt 2015, 18:24

Eibe ist sehr zu empfehlen,weil ganzjährig blickdicht und jeden Schnitt vertragend, aber giftig, also problematisch.
Sehr gut eignet sich Liguster, bei regelmäßigem Schnitt werden kaum Früchte gebildet und wenn ja , meist ganz oben.
Ziemlich blickdicht ist auch Hainbuche, weil sie sehr lange, fast den ganzen Winter ihr altes Laub behält.
Es gibt auch einige sehr stachelige Alternativen ( Feuerdorn, Berberitze,Weißdorn ) , teilweise auch im Winter grün, aber das Schneiden und Abtransportieren ist sehr unangenehm.
Und nicht zuletzt kann man auch Ilex so pflanzen, dass er zur Hecke wird.

VG wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Gata
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Beitrag von Gata » 07 Okt 2015, 07:07

Cryptomeria hat geschrieben: Sehr gut eignet sich Liguster, bei regelmäßigem Schnitt werden kaum Früchte gebildet und wenn ja , meist ganz oben.

Naja, Liguster ist auch giftig, besonders die Beeren.( Früchte).
Aber, wie schon jemand vorher schrieb: die Kinder müssen lernen, dass sie draussen nichts ungefragt essen dürfen.
Wir hatten meterhohe Eiben mit im Herbst leuchtend roten Früchte, die habe ich die ersten Jahre in Stehhöhe der Kinder "geerntet", damit sie nicht in Versuchung kommen.
Kirschlorbeer hat auch dicke Beeren, die verlockend aussehen. Da hilft nur entfernen und die Kinder aufklären.

LG

Kiefer
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Beitrag von Kiefer » 07 Okt 2015, 13:11

Hy!

Kirschlorbeer ist viel zu starkwüchsig und grob verzweigend für eine Hecke von nur 30- 50 cm Breite.

Ich würde da ganz simpel, auch wenn es ökologisch gesehen relativer Murks ist, Thuja occidentalis 'Smaragd' nehmen.
Die füllt den schmalen Platz lange Jahre aus, ohne in der Breite geschnitten werden zu müssen, nur oben sollte man sie ab und an stutzen, damit sie sich da besser verzweigt und früher die Lücken zwischen den einzelnen Spitzen schließt. Die wächst nicht zu stark, verursacht keinen hohen Pflegeaufwand, sieht mit ihrem frischen Grün auch als "Mauer" recht heiter aus- wäre als Thuja zwar auch ziemlich giftig, aber ich habe noch kein Kind kennen gelernt, dass freiwillig in eine Thujahecke beißt...

Was Ihr bei Thuja zuerst machen solltet, wäre ein Verträglichkeitstest. Die Inhaltsstoffe des Saftes und teils auch schon der bloßen grünen Teile können teilweise allergen wirken und verursachen dann Hautrötung, Jucken, also Hautreizungen.
Meine Frau ist dagegen empfindlich, ich nicht. Ist nicht gefährlich, die Hautreizung, aber halt unangenehm.

Eibe würde ich auf keinen Fall nehmen, es sei denn, ihr könnt eine definitiv männliche Sorte ergattern, die ergo nicht fruchtet.
Eibenfrüchte sind was richtig süß- leckeres, und man weiß ja, dass Kinder gerne mal was verbotenes tun, also zB auch die tollen Beeren da naschen könnten, wenn gerade unbeobachtet...
Eventuell wäre daher eine männliche Säuleneibensorte etwas für Euch...
Die werden weit nicht so breit wie normale Eiben und müssten vornehmlich auch nur oben ab und an mal gestutzt werden in den ersten Jahren, später auch seitlich, was aber auch nur minimale Arbeit erfordert.

Zu guter Letzt müsste man dann noch wissen, wo genau ihr wohnt (Ort), damit man schauen kann, ob Buchsbaum was für Euch wäre.
Der ist zwar auch giftig, aber für Kinder zu Speisezwecken gänzlich unattraktiv, verursacht auch keine Reizungen etc., wird aber in den letzten Jahren zunehmend von Motten und Pilzen heimgesucht.
Hier bei uns im Westerwald auf 300 m Höhe ist das kein Problem, die Buchsbäume kerngesund, in tieferen und anderen Gegenden müsste man diesbezüglich aber erstmal aufmerksam sein.

Yogibaer
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Beitrag von Yogibaer » 07 Okt 2015, 16:14

Der Arrillus der Eibenfrüchte ist der einzige ungiftige Bestandteil des Eibenbaumes. Man kann sie bedenkenlos essen aber sollte die Samenkörner nicht zerbeißen und vorsichtshalber ausspucken. Als Kinder haben wir die oft gegessen und uns natürlich an die Vorsichtsmaßregel gehalten. Der Samenmantel ist relativ hart so das er im Magen nicht aufgeschlossen wird und unverdaut ausgeschieden wird. Vögel können nicht kauen und daher bekommen sie auch keine Vergiftung.
Gruß Yogi

Spinnich
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Suche Hecke

Beitrag von Spinnich » 07 Okt 2015, 18:01

Hallo,

wenn man ein bisschen Zeit hat (wegen dem Sichtschutz) oder bereit ist für höhere Setzlinge etwa mehr auszugeben, könnte ich auch zu einer immergrünen Laubhecke mit herrlichen Blüten und essbaren Beeren raten.
Selbst Wein lässt sich aus den Früchten gewinnen!
Mahonienwein
Ich spreche von der Gattung der Mahonien, die heimische Art wird ca. 1,5 m hoch, andere winterharte Arten, teis auch Hybriden mit unserer Mahonia aquifolium oder zwischen anderen Arten können aber auch 3-4 m hoch werden. Mahonien sind zudem recht robust, eventuell wäre allerdings eine Wurzelsperre sinnvoll (Vermehrung auch durch unterirdische Ausläufer).

Geeignet wären z.B. Mahonia pinnata, deren Hybride Mahonia × wagneri oder die Hybride Mahonia ×media, alle bis etwa 3m!
Es gibt übrigens sogar Hybriden mit Berberitzen (Gattung: Berberis), die Mahonien gehören ja ebenfalls zu den Berberitzengewächsen, diese Hybriden werden teilweise nur 1-1,8m hoch, jedoch X Mahoberberis neubertii immerhin 1,5-2m und X Mahoberberis aquisargentii 1,5-2,5m.
Solche Mahoberberis Sorten bekommt man aber selbst in speziellen Gärtnereien eher mal zufällig oder ggf. auf Anfrage, scheinen auch nicht so blühwillig zu sein.
Für die vorgeschlagenen Mahonien gibt es neben deutschen Anbietern auch empfehlenswerte Anbieter aus Holland mit guten Sortimenten:
http://www.esveld.nl/voorraadduits/voorrmahonia.php
http://www.baume-online.de/Assortiment/ ... rd=Mahonia

Gruß Spinnich :wink:
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Musti
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Beitrag von Musti » 07 Okt 2015, 21:36

Hallo und nochmals Danke für die vielen Tips.

Wir haben nochmal nachgedacht und wollen lieber auf eine dauergrüne und dauerblickdichte Hecke verzichten als eine Vergiftung zu riskieren. Auch wenn wir die Kleinen dazu ermahnen nichts in den Mund zu nehmen, so hätten wir immer ein ungutes Gefühl wenn die Kleinen in der Nähe der Hecke rumspielen. Zudem wird man im Winter sowieso nur selten auf der Terrasse sein und entsprechend würde dann auch eine halb-blickdichte Hecke reichen.

Dann spielt natürlich auch das Budget eine Rolle, gerade am Ende eines Neubaus bleibt nach dem Geld noch viele kleine Baustellen übrig :)

Was uns dann von den Tips her auch optisch am meisten gefällt ist zum einen der Corbus alba sibrica, der rotholzige Hartriegel. Die angegebene Höhe von >2m ist natürlich ideal für eine blickdichte Hecke im Sommer. Während des Winters wäre er nicht mehr blickdicht, aber würde dann in rot glänzen was sicher ein toller Blickfang wäre.
Für 25m würden wir laut Angabe 25 Stück benötigen, was als Wurzelware ziemlich günstig ist.

Zusätzlich finden wir den Philadelphus virginal oder Philadelphus coronarius dazu passend. Zumal diese ja schön nach Jasmin duften.
Leider wachsen wohl beide Hecken ziemlich breit, sodass ich da einen Abstand von 1-1,5m zwischen Gehölz und Strauch lassen müsste.

Aber beides zusammen wäre im Sommer eine schöne blickdichte und duftende Hecke und im Winter ein rot/weißer Hingucker.
Was meint ihr?

Cryptomeria
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Beitrag von Cryptomeria » 08 Okt 2015, 09:23

Im Prinzip ist das alles gut, du musst bei deinem Platz nur stramm schneiden, was die Pflanzen aber gut vertragen.Sibirica ist ein toller Hingucker im Winter und Herbst (rote Blätter ), mit dem Duft ist das immer so eine Sache.
Solltest du farblich noch etwas dazwischen pflanzen wollen, es gibt auch gelb-, grün- ganz dunkel- und orangefarbene Cornus-Sorten. Nur zur Information, eine einheitliche sibirica-Hecke gefällt mir besser, weil die Pflanzen auch einheitlicher + gleichmäßiger wachsen.

Viel Erfolg
Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

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