Stacheliges Gehölz ---> Juniperus communis

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

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aki.ben
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Stacheliges Gehölz ---> Juniperus communis

Beitrag von aki.ben »

Hab ich am Waldrand gefunden und gefällt mir gut ;)
Ist das evtl. eine Art Wacholder/juniperus?
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LG
Anna

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ja, das ist Juniperus communis.
Ist aber besser (und leichter), sich davon Stecklinge zu ziehen, als eine Pflanze auszugraben, deren Anwachschancen doch sehr gering sind.

aki.ben
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Beitrag von aki.ben »

Super, danke!
Das wäre dann meine nächste Frage gewesen. Ausgraben wird ohnehin schwer, da die Pflanze direkt neben einem Baumstamm wächst.
Hast du eine grobe Anleitung zur Stecklingsvermehrung? Bisher war kaum einer meiner Versuche (an anderen Gehölzen) von Erfolg gekrönt :(
LG
Anna

Andreas75
Beiträge: 4103
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Beitrag von Andreas75 »

Ich selbst nicht, aber google mal danach: Wacholder stecklingszuvermehren soll wohl eine der leichtestes Übungen sein ^^.

Könntest ja alternativ schauen, ob der nicht irgendwo bereits bewurzelte Absenker hat, das würde die Sache nochmal erleichtern- da könntest Du einen vorsichtig abnehmen und gleich weiter kultivieren :).

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Unser heimische Wacholder ist sehr vermehrungsfreudig. Da kannst du erst mal in der Umgebung schauen, ob eventuell ein paar Sämlinge aufgelaufen sind.
Ansonsten ein paar kleinere Zweige abschneiden, unten die Nadeln entfernen, so dass keine Nadeln mehr die Erde berühren. Die werden nämlich absterben und faulen. In den Gartencentern gibt es Aussaaterde, die nährstoffarm ist. Das ist das, was du brauchst. Diese Erde in einen Topf geben, unten ein paar Scherben rein, zwecks Wasserabzug.
Dann die Stecklinge in die Erde stecken, etwa 3 cm tief. Anschließend angießen und eine durchsichtige Plastikfolie drüber, die aber nicht direkt auf den Stecklingen aufliegen darf. Also ein/zwei Stöcke als Abstandhalter reinstecken.
Alternativ gibt es vermutlich auch in Norwegen kleine Anzuchtgewächshäuser. Die gehen natürlich auch.
Den abgedeckten Topf irgendwo schattig aufstellen, also keine direkte Sonne aber trotzdem möglichst hell.
Täglich kontrollieren und alles, was schimmelt oder fault, entfernen.
Sobald sich Zuwachs zeigt, langsam abhärten und an ein Leben ohne Plastiktüte gewöhnen.

Wenn der Wacholder bei euch in der Nähe wächst, kannst du auch folgendes versuchen:
Dünnere Äste, die bodennah wachsen, herunterbiegen, die Rinde an einer Stelle leicht verletzen, diese Stelle auf die Erde legen und mit etwas Erde und einem schweren Stein beschweren, so dass der Ast dauerhaft Bodenkontakt hat. Nach ein paar Monaten sollten sich dort Wurzeln gebildet haben und man kann den Ast absägen und zuhause einpflanzen.

Die einfachste Möglichkeit, einen Wacholder zu bekommen, ist ein Besuch in einem nahegelegenen Gartencenter. Obwohl, vermutlich gibt es dort zig Sorten Juniperus sinensis und von J. communis bestenfalls eine Säulenform.

aki.ben
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Beitrag von aki.ben »

Vielen Dank für die Anleitung!
Wäre jetzt ein günstiger Zeitpunkt, Stecklinge abzuzwicken?
In welchem Zeitraum sollten die Stecklinge angewachsen sein, d.h. wie merke ich, ob sich Wurzeln gebildet haben?
Gartencenter ist natürlich immer eine Möglichkeit, aber das wär ja langweilig :)
Finde es schön, die Pflanzen zu vermehren, die schon da sind und hier offenbar ganz gut gedeihen. Schön wenn's klappt und nicht so tragisch, wenn nicht.
LG
Anna

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Ja, jetzt wäre ein sehr günstiger Zeitpunkt für Stecklingsvermehrung.
Das klappt am besten, wenn die frischen Triebe voll im Saft stehen, aber noch nicht ganz ausgereift sind. Notfalls kann man noch wegen des besseren Gefühls den Mondkalender befragen, aber das ist nicht unbedingt notwendig.
Die ganz jungen Triebspitzen sollte man entfernen.

Wurzelbildung erkennt man daran, dass neues Wachstum auftritt.
Gartencenterpflanzen werden auch durch Stecklinge vermehrt, weil das schneller geht und billiger ist als Sämlingsvermehrung.
Eventuell kann man auch Wacholderbeeren aussäen, nur sollten die Beeren einigermaßen frisch sein. Wenn die Beeren jahrelang im Gewürzregal lagen, passiert nicht mehr viel. Kann aber sein, dass die Samen erst durch einen Vogel durch müssen.

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