Bezugsquelle Berberis amurensis

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Andreas75
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Bezugsquelle Berberis amurensis

Beitrag von Andreas75 »

Hallo zusammen!

Ich bin ja erklärter Ussuri- Amur- Infizierter, und bin fast schon süchtig nach allem, was aus der Gegend kommt, habe sogar eine Stangenbohnensorte von dort (hierzulande unter Liebhabern als 'Chabarovski' zu haben).

Eine Handvoll Gehölze aus dieser Gegend, bei deren Lesen oder Hören ich irgendwie immer so ein lockendes Singen im Kopf "spüre" ^^, habe ich schon, werde dies Jahr sicherlich auch mal bei Eggert- Baumschulen bestellig werden, die eine ganze Reihe netter Arten aus der Gegend haben (vor allem auch den schönen Viburnum mongolicum), was ich aber ganz unbedingt auch noch brauche, ist Berberis amurensis.

Zweimal habe ich jetzt schon die Aussaat aus käuflichem Saatgut versucht. Beim ersten Mal kamen die Samen aus Indien (gesammelt in China). Die waren aber viel zu lange unterwegs, sie quollen zwar auch, aber nix keimte, auch im nächsten Jahr nicht. Beim zweiten Mal keimte was, waren dann aber zwei B. thunbergii :?...

Ich bin also jetzt ziemlich saat- scheu geworden, was diese Art angeht, aber man findet NIR- GENDS Pflanzen davon, nicht mal kleine Jungpflanzen, oder aber gleich in dem Maßstab, dass et noch nicht mal Pflanzen sind, sondern Meristemgewebe...

Man findet überall höchstens Samen, aber wie gesagt, der Sache traue ich nicht mehr über den Weg...
Esveld hatte mal Pflanzen, die sind aber lange alle, und sonst ist echt tote Hose.
Im botanischen Garten Osnabrück soll eine stehen, aber da sind die Samen dann garantiert hybridisiert...

Mit einem Wort: Hilfe!

Könnte mir eventuell jemand aus seinem Wissensfundus aushelfen, welcher befreundete, gern auch außerdeutsche, Gärtner oder private Gehölzliebhaber diese Art als Jungpflanze anbietet?
Polen fällt bei "außerdeutsch" übrigens leider schon mal aus, weil da nur ganz wenige nach Deutschland verschicken, die nahe der Grenze sind... Baumschule Konieczko hätte welche (und noch viele andere tolle Sachen), versendet aber nicht hierher...

Weiß jemand, ob in der Flora Köln oder Bonn welche stehen?

Danke und Grüße,
Andreas

Spinnich
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Berberis amurensis

Beitrag von Spinnich »

Hallo Andreas,

falls sich das Thema nicht erledigt hat und Du kein Labor für Meristem-Kultur (aus DSMZ-Zellkulturen) kennst, das Dir weiterhilft oder auch keine Steckhölzer ergattern konntest.
Vielleicht kommt ja doch noch mal eine Aussaat in Frage.
Anbieter RarePlants:
Amur Berberitze
Eventuell kann man beim Keimen mit Gibberellin nachhelfen.

Gruß Spinnich :wink: [/img]
Das Talent der Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch ihr Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo Spinnich :)!

Nein, bis jetzt kein Glück, habe bislang nur eine Liste deutscher botanischer Gärten gefunden, die die Art haben. Der in Bayreuth hat gleich verschiedene Klone, da hätte ich nun mal nach Saatgut gefragt, ein weiterer (Göttingen) hat einen Klon aus dem BoGa Tallinn, der seine Pflanzen direkt aus Ussurien bezogen hat. Das wären die beiden Quellen, die ich jetzt mal anmailen wollte, ob sie Material abgeben.
Ich weiß zwar nicht, ob BoGä's sowas machen, aber Versuch macht ja kluch ^^.

Danke für den Link, den hatte ich auch gefunden. Hast Du mit der Quelle gute Erfahrungen? Mich hätte jetzt etwas verunsichert, dass die auf den Kanaren sitzen, und ich fragte mich, ob das nicht zu warm ist für solche Samen?
Verkühlte Samen keimen ja stets noch ganz prima, aber einmal überhitzte- da machen sogar Kakteen schlapp...

Grüße,
Andreas

Spinnich
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Versuch macht kluch

Beitrag von Spinnich »

Hallo Andreas,

Die Erfahrungen sind unterschiedlich, manches keimte sehr gut, anderes leider nicht (allerdings noch ohne Unterstützung von Gibberelinen, die ev. manche Keimhemmung überwinden können). Es gab aber freundlichen Kontakt und gut gemeinte Hinweise zur bestmöglichen Aussaatzeit nach einer Anfrage wegen Lieferverzug und meinem Hinweis auf baldmöglichste Aussaatabsicht.
Wegen der Sammlung neuen Saatgutes hatte sich die Versandzeit Ende 2012 (normalerweise max. 10 Tage) verzögert. Man hat mit deshalb auch für meine nächste Bestellung einen Rabatt von 20 % (Gültigkeit von Dez 2012 bis Ende 2015) eingeräumt.
Es gibt übrigens immer mal Sonderangebote von Saatgut, welches kostenlos zu den nachgesuchten Artikeln mitbestellt werden kann (habe daher jetzt Pflanzen vom Isoplexis canariensis, Tenerife Strauchfingerhut!)
Kann man aussuchen über Rubrik: Samen für € 0,99 und weniger ... oder KOSTENLOS.
Ich denke es gibt schlechtere Shops und man kann sicher auch mal dort gezielt nachfragen.

Gruß Spinnich :idea:
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- Georg Christoph Lichtenberg -

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ok, danke Dir!
Dann werde ich es wohl nochmal wagen, mal schauen, was er noch schönes anzubieten hat :)!

fockea
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Beitrag von fockea »

In der Bestandsliste des bot. Garten Mainz (Aboreteum )vom Jahr 1994 gibt es ca. 20 verschiedene Berberis .
Eine davon ist eine Berberis amurensis Rupbrecht im Bereich Nr. 8.
Ich gehe mal gucken, ob es dies Gehölz noch gibt. Gib mir Zeit.
Und den Amurkorkbaum (Phellodendron amurense) hast Du schon im Bestand ?
Botanische Gärten dürfen meines Wissen nach nix an Private abgeben.
Nur untereinander.
Aber manchmal geht da was. Stichwort: Spende für die Kaffeekasse.
Man muss da aber ganz nett rüberkommen und der Chef hat gerade Urlaub.
Fockea

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Hallo!

Oh, vielen Dank, dass Du nachschauen gehst =)!

Das botanische Gärten nichts an privat abgeben, habe ich beinahe befürchtet :(...

Einen Phellodendron habe ich noch nicht, weiß aber auch noch nicht, ob ich einen unterkriege, weil ich auf jeden Fall noch eine Prunus maackii möchte und der Acer ginnala- Sämling ja irgendwann auch seinen Platz braucht. Es ist schrecklich: Da hat man schon 2000 m², und der Platz reicht immer noch nicht :lol:...
Nebenbei habe ich ja auch noch meine Hexenbesensammlung, meine ganzen panaschierten, mein "Sambucarium" mit 20 Holundersorten, will ja auch einige einheimische Arten anziehen und fördern, und meine Frau besteht halt drauf, dass auch noch ein bisschen offene Wiese bleibt :cry: ;). Was auch noch hinzu kommt, wir etablieren gerade etwa 60- 70 m² Wiese vor'm Haus, die der eigentlichen natürlichen Wiesenstruktur und Artenauswahl in unserer Gegend hier entspricht. Mehrere Horizonte hat sie schon, sich im Jahreslauf ablösende Arten und ist bereits jetzt so ziemlich das artenreichste Stück Wiese im weiten Umkreis, naja... Braucht halt alles seinen Platz ^^!

Überwiegend interessieren mich zunächst ussuri- amurische Sträucher, Baumarten gehen vielleicht noch 1- 2.

AndreasG.
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Re: Bezugsquelle Berberis amurensis

Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben: Ich bin ja erklärter Ussuri- Amur- Infizierter, und bin fast schon süchtig nach allem, was aus der Gegend kommt,
Hast du eigentlich schon Lonicera kamtschatica?
Die ist eine ergiebige Hummelweide und liefert bereits im Mai die ersten Früchte. Wobei meine letztes Jahr total sauer waren.
Man sollte aber wenigstens zwei verschiedene Pflanzen nebeneinander setzen, damit die Befruchtungsleistung stimmt.

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Andreas: Nein, habe ich nicht.
Für die Hummeln und Co. sorge ich aber, indem ich Obstbäume und -sträucher wie Heidelbeeren, Himbeeren und Äpfel (nach)pflanzte, sowie auch die Thuja- Hecke unserer Vorbesitzer zu erstmal knapp der Hälfte durch heimisches Gehölz wie Prunus padus, Viburnum opulus und lantana, Ligustrum vulgare (und einer ovalifolium- Sorte), Lonicera xylosteum, unterpflanzt mit zB Polemonium, Pulmonaria, Lamium u.a. ersetzte. Zudem lasse ich auf dem Standort des gefällten Walnussbaums bis auf die allgegenwärtigen Brennnesseln alles wachsen, wo sich viele ein-, zweijährige und ausdauernde Blütenpflanzen entwickeln, auch insektenwichtige Sträucher wie Wildrosen, Cornus sanguinea, Euonymus europaeus... Für Hummeln und Co. ist also relativ gut gesorgt :).

AndreasG.
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Beitrag von AndreasG. »

Kiefer hat geschrieben:Andreas: Nein, habe ich nicht.
Dachte nur, Kamtschatka liegt vom Amur aus gesehen quasi um die Ecke und die Beere kommt dort ganz bestimmt auch vor. Das würde also in die Sammlung passen und zudem blaubeerähnliche Früchte liefern.
Ich hoffe, sie sind bei mir dieses Jahr etwas süßer.

fockea
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Beitrag von fockea »

Ich habe da noch was für die kiefersche Sammlung:
Maackia amurensis

Der wird zu einem Strauch/Kleinbaum wachsen.
Den gibt es auch in Mainz und gab es auch mal bei mir. (die Rehe !!)
Fockea

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ok, beschlossene Sache:
Ich pfeife auf meinen Nutzgarten, pfeife auf den Plan mir Enten anzuschaffen, und pflanze mir auf dem hinteren Teil Wiese einen Laubmisch"wald". Sind zwar nur niedliche ca. 250 m², aber mein Traum ist schon sooooo lange, mal einen Wald zu sehen, den es in Deutschland so wahrscheinlich nur noch in irgendwelchen abgelegenen Mooren des Ostens gibt. Oben lockerer Laubmischwald, mittig eine Strauchschicht, und unten entsprechende Stauden, Gräser etc. ...
Vielleicht ist es ja gerade das, was mich an Amur- Ussurien so fasziniert- dieser absolute Artenreichtum in allen Etagen des Waldes...

Und so werde ich ein paar heimische Sachen nehmen, die auf dem Sumpf- Pseudogley da hinten prima gedeihen sollten, und mische das mit Gehölzen aus Amur- Ussurien, während ich am Boden standortgerechte Flora ansiedele. Einbeere zB sollte da perfekt gedeihen, Salomonssiegel, Lungenkraut und Aronstab sind schon angesiedelt, Buschwindröschen auch, und vor dem Hintergrund gewinnt auch die ohnehin reichlich gedeihende Gemeine Nelkenwurz eine ganz andere Perspektive, Akelei sind auch bereits vorhanden...

Oh Gott, wie schön, könnte echt grad heulen ^^!

GaLa-Bauer
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Beitrag von GaLa-Bauer »

Super Idee!
Halt uns auf dem laufenden!

LG Nikolai

Andreas75
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Beitrag von Andreas75 »

Ja, gerne :)!
Habe schon reichlich Pflanzengesellschaften- Seiten und Infos durchforstet, und am besten passt auf das Stück da hinten, auch groß- lokaler, das Pruno- Fraxinetum, der Traubenkirschen- Erlen- Eschenwald- mit Übergang zum Querco- Ulmetum, dem Stieleichen- Ulmenwald.

Schwarzerlensämlinge in meiner kleinen Baumschule dort wuchsen binnen zweier Vegetationsperioden von 10 bzw. 40 cm auf 180 bzw. 300 cm heran, und das fernab jedes ernsthaften Gewässers, und gerade Schwarzerlen werden auf dem unpassenden Standort ja nur magere, krumme Trauergestalten. Eschen schießen im Jahr auch einen Meter in die Höhe, und Prunus padus habe ich zwar selbst eingebracht, weil ich meinte die passen, hätte ich aber gar nicht gebraucht, weil die nach der Fällung des Walnussbaumes von selber keimten.
Zusammen mit den Traubenkirschen kamen dann auch gleich weitere standorttypische Sämlinge wie Crataegus monogyna, Euonymus europaeus, Viburnum opulus hoch, und auch die vorhandenen und nach Nussbaumfällung erscheinenden Krautarten passen.

Nun ja, und bevor ich mir da weiter einen abbreche, aus dem Klummpatsch da hinten einen Gemüsegarten zu etablieren, wo dann zum Herbst hin sowieso wieder alles vor Nässe wegfault, wie es die letzten drei Jahre war, verbünde ich mich lieber mit der Natur, als weiter gegen sie zu kämpfen.

Vorteil ist, man muss keine Wiese mehr mähen, was ohnehin Sysiphus- Arbeit ist, weil die nach anderthalb Wochen wieder fast 30 cm hoch steht, man tut was wenn auch nur minimales für eine autochthone und regional quasi kaum mehr vorhandene Pflanzengesellschaft, hat eine gärtnerische Freude daran, und kann vielleicht auch noch ein bisschen Brennholz ernten ^^...
Und vielleicht werden's am Ende sogar bis zu ca. 600 m², wenn die Jetzt noch- Hühnerwiese ebenfalls ihre Sukzession nimmt. Und meine Hühner haben auch was davon, denn die leben lieber im Unterholz als auf freier Fläche, zumal acht von den 28 Deutsche Buschhühner sind :D.

biloba
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Beitrag von biloba »

Kiefer hat geschrieben:Und vielleicht werden's am Ende sogar bis zu ca. 600 m², wenn die Jetzt noch- Hühnerwiese ebenfalls ihre Sukzession nimmt. Und meine Hühner haben auch was davon, denn die leben lieber im Unterholz als auf freier Fläche, zumal acht von den 28 Deutsche Buschhühner sind :D.
Wow genial! So viel natürlicher Lebensraum. Da kann ganz sicher auch mindestens eine Fuchsfamilie satt werden. Für den Wolf wird es wahrscheinlich noch nicht reichen.


Grüße!

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