Eibe? (1) ---> Taxus baccata

Ihr habt einen Nadelbaum/ Strauch (Konifere) in Deutschland oder Europa gesehen, könnt ihn aber nicht bestimmen? Fragt hier einfach danach.

Moderatoren: LCV, stefan, tormi, Kiefernspezi

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Eibe? (1) ---> Taxus baccata

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

da wir gerade das Thema Eibe hatten, begab ich mich auf Spurensuche hier im Wäldchen. Es ist eigentlich der Pfarrgarten, der nun so verwildert ist, daß man ihn nicht mehr als Park bezeichnen kann. Ich fand auch einige sehr kleine Bäume, die ich als Eiben ausgemacht habe. Die sind hier wohl auf Grund des hohen Baumbestandes nicht recht vorangekommen. Sehr mickrig. "Untergebuttert", wie man auch sagt. Liege ich mit Eibe überhaupt richtig?

Viele Grüße

quellfelder
Dateianhänge
2015_0122Zirkow0012.jpg
2015_0122Zirkow0012.jpg (88.65 KiB) 7021 mal betrachtet
2015_0122Zirkow0011.jpg
2015_0122Zirkow0011.jpg (83.88 KiB) 7021 mal betrachtet
2015_0122Zirkow0014.jpg
2015_0122Zirkow0014.jpg (151.68 KiB) 7021 mal betrachtet

AndreasG.
Beiträge: 2760
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Mit Eibe solltest du richtig liegen.
Untergebuttert sind die aber nicht. Eiben sind die schattenverträglichste Baumart Mitteleuropas. Die wurschteln sich selbst in einem Buchenwald noch hoch.
Allerdings werden sie gerne verbissen und wachsen generell langsamer als andere Baumarten. Ich würde auf eine Naturverjüngung tippen, wenn irgendwo in der Umgebung fruchttragende Bäume zu finden sind.

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo Andreas,

danke! Beim Nachbarn so ca. 100 m Luftlinie stand bis zum letzten Jahr eine weibliche Eibe. Und an der Kirche so 150m Luftlinie eine männliche, welche aber noch vorhanden ist.

Viele Grüße

quellfelder

AndreasG.
Beiträge: 2760
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Sie ist im Vergleich zur anderen Eibe auch recht kompakt gewachsen, sollte also ausreichend Licht abbekommen.

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo Andreas,

könnte ich die dann noch im Frühjahr umpflanzen?

Viele Grüße

quellfelder

AndreasG.
Beiträge: 2760
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Ja, mit Rückschnitt, aber warum willst du das machen. Für den eigenen Garten gibt´s Eiben für kleines Geld im Gartencenter.
Außerdem solltest du möglichst viele Wurzeln mit ausgraben, was in einem Wald meistens nicht ganz einfach und ziemlich schweißtreibend ist.

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

ja, aber ich brauche in der Regel ein Band, das mich mit der Pflanze verbindet deshalb ist die schweißtreibende Arbeit nötig. Die gekauften würden mir auf Dauer nichts sagen.

Viele Grüße

quellfelder

AndreasG.
Beiträge: 2760
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

quellfelder hat geschrieben: Die gekauften würden mir auf Dauer nichts sagen.
Nicht, das ich dir jetzt die Bewegung an der frischen Luft nicht gönne, aber erst mal solltest du, zumindest theoretisch, eine Genehmigung vom Grundstückseigentümer bekommen. Okay, ist wirklich nur sehr "deutsch" und "vorschriftsorientiert" gedacht.
Bei gekauften Pflanzen ist allerdings die Überlebenschance größer.

Wenn du meine Bedenken ignorierst und in gesetzesbrecherischer Absicht zu Hacke und Spaten greifst, wäre der März ein geeigneter Monat. Und nicht vergessen, die Zweige deutlich einzukürzen, denn es werden automatisch Wurzeln beschädigt, und es besteht die Gefahr, dass bei zu wenig Wurzeln Teile der Pflanze vertrocknen.

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo Andreas,

nicht so laut hinausposaunen, Du weckst noch die schlafenden Hunde!

Viele Grüße

quellfelder

biloba
Beiträge: 1786
Registriert: 07 Nov 2005, 10:38
Wohnort: Gera

Beitrag von biloba »

quellfelder hat geschrieben:könnte ich die dann noch im Frühjahr umpflanzen?
Ganz sicher bestünde eine Möglichkeit, hier den Spaten anzusetzen. Aber insbesondere wenn in diesem Standort die Möglichkeit bestünde, dass die Eibe hier dauerhaft hoch kommt, hätte ich persönlich Skrupel, sie auszubuddeln und in Gefahr zu bringen, während sich andere Leute darum kümmern, den Eibenbestand in Deutschland zu päppeln.

Ganz anders wäre die Situation, wenn die Eibe im Zuge einer Restauration des Parkes kein dauerhaftes Verbleiben des Baumes dort möglich ist, da ein Planungsbüro dort keine Eibe vorgesehen hatte. Dann ran an den Spaten!


Grüße!

Andreas75
Beiträge: 3995
Registriert: 13 Dez 2004, 00:17

Beitrag von Andreas75 »

Hy!

Wild gewachsene Eiben sind arg heikel, wenn man sie Umpflanzen will, selbst wenn man sie um die Hälfte einkürzt.
Ich hatte unsere Sämlinge nur maximal eine Minute aus der beim Umpflanzen knochentrockenen Erde, sie fast um die Hälfte eingekürzt und nach dem Pflanzen sofort angegossen, und dennoch sind die binnen kurzer Zeit olivrötlich geworden, was den totalen Streß anzeigt bei Eiben. Sie sehen bislang saftig und an sich gut aus, aber ob das alles so geklappt hat, wird sich dann im März/ April beim Austrieb zeigen.

Ehrlich, Hartmut, an Sämlinge bis 50/ 60 cm kann man sich rantrauen, um die ist es auch noch nicht "so schade", bei so großen habe ich aber nur wenige positive Erfahrungen gemacht.

Wenn Du sie hingegen willst, würde ich folgenden Schlachtplan vorschlagen:
Dies Jahr (so im Juni) einen Graben um den halben Wurzelballen ziehen und mit guter Erde auffüllen. Nächstes Jahr dasselbe mit der anderen Hälfte des Wurzelballens, und am Ende des Jahres dann entnehmen. Dann hast Du einen sauberen Ballen mit vielen neuen Wurzelspitzen im Substrat des ausgehobenen Grabens, und solltest die Eibe bei weitem leichter verpflanzen können als so einfach aus der Erde, bzw. sollte die das streßfreier wegstecken.
Ja, und dann hoffen, dass es ein Weibchen ist, damit die vakante Stelle der Mutterpflanze neu besetzt wird :).

Cryptomeria
Beiträge: 9538
Registriert: 25 Mai 2006, 21:45
Wohnort: Fraulund/ 24405 Rügge

Beitrag von Cryptomeria »

Es ist immer abzuraten Sämlinge jeglicher aus der Natur zu entnehmen. Ganz häufig machen sie zuerst eine lange Wurzel, um sich zu verankern. Dann bilden sie an dieser Feinwurzeln. Wenn man ausgräbt, bekommt man diese lange Wurzel nie ( oder selten ) geschlossen heraus. Selbst bei viel kleineren Sämlingen als diese Eibe ist das schwierig. Ich rate auf jeden Fall ab.
Schau mal im Umkreis nach 10 bis 20 cm großen Sämlingen. das ist zwar auch schon heikel, aber geht viel besser.
Generell würde ich Sämlinge bei gutem Stand auf jeden Fall stehen lassen, denn Naturverjüngung ist selten. Ab 1 oder 2 € bekommst du schon kleine. Und ein bisschen mehr investiert, hast du schon gute Pflanzen mit ordentlich Wurzelwerk.
Das Risiko hier ist viel zu groß.

VG Wolfgang
Wer Bäume pflanzt und weiß,dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird hat angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Benutzeravatar
LCV
Beiträge: 9196
Registriert: 03 Dez 2007, 14:46
Wohnort: 79379 Müllheim
Kontaktdaten:

Beitrag von LCV »

Also mal grundsätzlich: Die freie Natur ist kein Selbstbedienungsladen. Entweder gehört sie der Allgemeinheit oder es gibt einen Eigentümer bzw. Pächter. Auch wenn da kein Zaun herumgebaut ist, wäre es rechtlich gesehen nichts anderes, als würde jemand nach Gutdünken Pflanzen in fremden Gärten ausbuddeln. Lassen wir das Recht beiseite*, bleiben immer noch Bedenken, dass die Chancen für eine erfolgreiche Umsiedelung schlecht stehen. Wenn man unbedingt einen Bezug zu "seinen" Pflanzen braucht, dann kann man sie selbst aus Samen ziehen. Oder man geht das Objekt seiner Begierde öfters besuchen, lässt es aber dort weiter leben, wo es sich nun mal angesiedelt hat.

* Da gibt es garantiert einschlägige Paragrafen, die auf Eingriffe in die Natur hohe Geldstrafen "versprechen". Vor allem, wenn es um gefährdete Pflanzen und Tiere geht. Diese Abschreckung ist auch nicht falsch. Was wäre denn, wenn sich nun jeder Gartenbesitzer seine Pflanzen aus dem Wald holen würde?

AndreasG.
Beiträge: 2760
Registriert: 10 Jun 2007, 14:08
Wohnort: Vogtland

Beitrag von AndreasG. »

Der arme quellfelder ....... :roll:

Wenn es sich um ein innerstädtisches Grundstück handelt, wo in absehbarer Zeit sowieso jemand daherkommt und ein Autohaus hinbaut, spricht meiner Meinung nach nichts gegen das Ausgraben. Sowas habe ich gerade erlebt, wie EU-finanziert ein kleiner Wald mit tollem Baumbestand abgehackt wurde, wobei niemand so richtig weiß, wieso.

In der wirklichen "freien Natur" wäre es hingegen verwerflich, sich nach belieben selbst zu bedienen und die kollektive Empörung wäre durchaus angebracht. Zumal gerade die Eibe sehr langsam wächst und als Randbaumart gefördert werden sollte.

Was ich aber eigentlich sagen will, hängen jetzt noch Beeren an alten
Eiben? Vermutlich sind die meisten verspeist, aber wenn nicht, Aussaat schafft auch eine sehr persönliche Beziehung.

quellfelder
Beiträge: 4432
Registriert: 29 Dez 2010, 16:46
Wohnort: 23936 Grevesmühlen

Beitrag von quellfelder »

Hallo,

nun, ich nehme Eure Ratschläge an und verzichte auf die Eiben. Bei der morgendlichen Produktionsberatung haben wir uns nun so entschieden, daß wir eigentlich keine Eiben brauchen, nachdem wir uns für eine höhere Holundervielfalt entschieden haben. Es war eigentlich nur der kindliche Trieb, alles haben zu wollen, was einem gefällt.
Nein, Beeren sind keine mehr vorhanden. Werde mal darauf achten, ob die überhaupt tragen.
Nun entsteht hier so langsam der Eindruck, dass ich einen gewissen Hang zur Wilderei habe. Dem ist aber nicht so. Im Gegenteil. Den Dialog mit Andreas habe ich noch als Scherz aufgefaßt, aber dass das ganze jetzt im belehrenden Ton endet...

Viele Grüße

quellfelder

Antworten